Kein Ende der Fahnenstange: Social Media wächst weiter

Aktuelle Zahlen des Internet-Marktforschers Comscore belegen: Die Social-Media-Nutzung hat in den vergangenen Jahren massiv zugenommen. Selbst Facebook könnte noch weiteres Wachstum beschert sein – sogar im Kernmarkt USA.

Quelle: Comscore (Screenshot)

Seit 1999 veröffentlichen die Internet-Marktforscher von Comscore regelmäßig Zahlen zur Internetnutzung. So berichtete Comscore etwa vor kurzem, dass in Deutschland mehr Online-Videos angesehen werden als in jedem anderen großen europäischen Land. Nun veranschaulicht ein neuer Comscore-Bericht das Wachstum des Social-Media-Sektors in den USA.

Verbrachten US-Amerikaner 2007 innerhalb von zwölf Online-Minuten gerade einmal eine Minute in einem sozialen Netzwerk, beträgt das Verhältnis heute bereits sechs zu eins. Von sechs Minuten, die online verbracht werden, entfällt also eine Minute auf soziale Netzwerke. „Social Networking ist im Aufstieg begriffen“, kommentiert Mashable-Redakteur Ben Parr trocken. „Es ist jedoch die Wachstumsrate, die überrascht.“

Der Grund heißt wenig überraschend Facebook. Während der Kampf um die Social-Media-Vorherrschaft lange einem eher exklusiven Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Facebook und Myspace entsprach, hob die Plattform von Mark Zuckerberg 2009 geradezu vom Boden ab – mit den allseits bekannten Folgen für Myspace.

Nun soll es Facebook sein, das jüngsten Meldungen zufolge seinen Sättigungsgrad erreicht hat. Wie Inside Facebook berichtete, hat Facebook in seinen Kernländern USA, Kanada und Großbritannien von Mai auf Juni Millionen von Usern verloren. Eine Darstellung, die man bei Comscore so jedoch nicht gelten lassen will: „Während andere Berichte im Umlauf sind, die von einem massiven Nutzerschwund bei Facebook sprechen, weisen die Comscore-Daten auf eine etwas andere Geschichte hin.“

Dabei gibt man bei Comscore zu bedenken, dass eine Plattform, die in den USA nahezu drei Viertel aller Internet-User erreicht, nicht ewig wachsen kann. „Das Gesetz der großen Zahlen besagt, dass, wenn eine Website einmal den Markt mehrheitlich für sich eingenommen hat, es viel schwieriger ist, neue User anzulocken.“ Daher sei Wachstum bei Facebook in Zukunft nicht mehr an zusätzlichen Usern zu bemessen, sondern an einer etwaig längeren Verweildauer. Und diese sei im Verlauf des vergangenen Jahres von 4,6 auf 6,3 Stunden pro Monat nach wie vor gestiegen.

Doch selbst wenn Facebook ins Straucheln geraten sollte – Social Media wächst nach wie vor. So gelang es Linkedin im vergangenen Jahr um stolze 58 Prozent zu wachsen, Tumblr sogar um 166 Prozent. Was das nächste große Ding wird? Auf diese Frage weiß man auch bei Comscore keine Antwort: „Letztlich kann uns nur die Zeit jene Geschichten verraten, die noch erzählt werden müssen…“

Textquellen:
http://blog.comscore.com
http://www.comscore.com
http://mashable.com
http://www.insidefacebook.com
Bildquelle:
http://blog.comscore.com (Screenshot)