Der mieseste Job der Welt

Im vergangenen Jahr sorgte die australische Kampagne „Best Job in The World“ für weltweites Aufsehen. Die Schweizer Agentur Numero10 ließ sich davon offenbar inspirieren. Ihr Angebot: „The Worst Job in The World“.

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Als beim Werbefestival von Cannes 2009 drei goldene Löwen in den Besitz der australischen Agentur Nitro übergingen, gab es wohl kaum jemand, der das als ungerechtfertigt empfand – zumindest unter Werbern. Die Kampagne der Australier hatte schließlich weltweites Aufsehen erregt, wenn auch viele gar nicht gemerkt haben mögen, dass es sich dabei um Werbung handelt. Der Name der Kampagne: „Best Job in The World“.

„Die staatliche Tourismusbehörde von Queensland bietet allen Interessenten ein Gehalt von umgerechnet 78.000 Euro“, schwärmte etwa tagesschau.de , hinzu komme „eine kostenlose Unterbringung in einer schönen Villa mit Pool und Blick aufs Meer.“ Arbeiten müsse man dafür so gut wie gar nichts. Ähnlichen Urlaubsphantasien gab man sich auch bei DiePresse.com hin: „Sechs Monate bezahlt an einem Traumstrand herumliegen, baden, schnorcheln und sich von der Sonne verwöhnen lassen – der australische Bundesstaat Queensland bietet derzeit in weltweiten Zeitungsanzeigen den ‚besten Job der Welt‘ an“, hieß es da. Welt Online sprach sogar von einem „Paradies“, das einen Hausmeister suche. Ein Haar in der Suppe fand Axel Springers Qualitäts-Aushängeschild aber doch: „Mal eben eine Pizza bestellen oder ins Kino gehen – das gibt es nicht, und auch im Selbstgespräch mit Walen und Seehunden weicht die Einsamkeit nicht.“

Die Medienberichterstattung über die verlockenden Job-Inserate konnte sich wahrlich sehen lassen und reichte von CNN und Fox News über die BBC bis hin zur Hamburger Zeit. Kaum ein Massenmedium, das nicht darüber berichtet hat. Aufmerksamkeit im Wert von angeblich 100 Millionen Dollar soll Nitro der beworbenen Hamilton-Insel damit verschafft haben. Der Etat betrug gerade einmal eine Million.

Angesichts dieses Erfolgs soll es nicht weiter verwundern, dass die Kampagne rasch einen Nachahmer finden sollte. Als solcher übt sich nun die Schweizer Agentur Numero10. Diese hat allerdings nicht den „Best Job in The World“ zu vergeben, sondern den „Worst Job in The World“:

Dass Numero10 Jobs zu vergeben hat, ist tatsächlich nicht erfunden. „Numero10 is recruiting a graphic designer and an account executive“, erklärt die Agentur in einem Blog. „What else than doing a viral video to launch our job offer?“ Die Idee scheint aufzugehen: Nach nur sechs Tagen wurde das Video bereits über 36.000-mal angesehen, zahlreiche Blogs haben bereits darüber berichtet.

Stellt sich bloß noch die Frage, ob der Job tatsächlich so mies ist, wie das Viral uns glauben machen möchte.

Quellen:

http://www.nzz.ch

http://www.tagesschau.de
http://diepresse.com
http://www.welt.de
http://www.buzzillablog.com

Tags: - Gepostet von Rafael Buchegger





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