Erlebnisbericht: Ein transformatives Reiseerlebnis

Veränderung als Chance begreifen - eine Organisation auf der Reise zu einer neuen Arbeitsidentität.

Die Herausforderung

Die Notwendigkeit zur Veränderung muss in das Bewusstsein der MitarbeiterInnen gerückt werden“, wurde als Briefing des ambuzzador Teamtags im September 2017 definiert. Mit großer Offenheit gegenüber Veränderungen, Beweglichkeit, Mut, Selbstvertrauen und dem festen Willen zur Übernahme von Verantwortungen wurde die Expedition ins Rollen gebracht.

Die MitarbeiterInnen müssen von Anfang an mit ins Boot geholt und auf der anstehenden langen Reise begleitet werden. Neue Erfahrungen, innere Arbeitsprozesse und Umstrukturierung sollten erlebbar und spürbar gemacht werden. Um einer Veränderung gerecht zu werden, verlagerten wir den theoretischen Transformationsprozess vom geduldigen Papier, auf die ungeduldigen Straßen Wiens:

Acht unerschrockene MitarbeiterInnen durchlebten einen Tag lang alle Stationen eines Veränderungsprozesses. Hautnah, um Emotionen und Eindrücke jeder Phase einer Veränderung einmal selbst zu spüren, bevor man sich Gedanken dazu macht, wie der hauseigene Transformationsprozess Mitarbeiter orientiert und zielgerichtet kommunikativ begleitet werden kann.

Die Lösung

Begonnen wurde mit einem Gefühl der Vorahnung und der Steuerung des Sorgepegels: Alleine in einer fremden Stadt, ohne Navigation und Hilfe der KollegInnen sollten die Teammitglieder möglichst rasch unabhängig voneinander ihr Ziel finden. Um Absprachen zu verhindern und eine produktive Beunruhigung zu schüren, wurde allen TeilnehmerInnen ihr Mobiltelefone abgenommen. Stattdessen bekamen sie Umschläge mit unterschiedlichen Wegbeschreibungen zum nächsten Treffpunkt. Mit dem Taxifahrer ein Anagramm lösen oder der Ansprache eines Navigationssystems ohne Karte zu Fuß folgen - die ersten Schritte ins Ungewisse waren getan.

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Vorahnung: Steuerung des Sorgenpegels - unter unangenehmen Bedingungen seinen Weg finden.

Gemäß der Veränderungskurve in Transformationsprozessen folgt auf Vorahnung sogleich die Verneinung, der „Schock“: Die Teammitglieder wurden in den vermeintlich fröhlichen Prater eingeladen, um im Hotel Psycho, einer schrecklich schönen Geisterbahn, ein Horrorszenarium nach dem anderen zu erleben und in eine „Schockstarre“ zu verfallen.

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Die Change Kurve. © Beratergruppe Neuwaldegg

Nach Angst und Schrecken, ließ die Auflehnung gegen eine mögliche negative Zukunftsvorstellung bei den TeilnehmerInnen nicht lange auf sich warten und Gefühle des Ärgers und der Abwehr wurden geschürt. Die Auflösung von Schuldzuschreibungsmustern und die Gewinnung von Selbststeuerungsfähigkeiten wurden in einem Selbstverteidigungskurs im grünen Prater aktiviert und brachten die Erlebniskurve wieder zum Steigen.

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Schock: Verdeutlichen der Situation und Aufbau einer (möglichen) Zukunftsvorstellung.

Doch wie bei jeder Veränderung, mussten sich auch unsere TeilnehmerInnen von einigen Dingen trennen und die schmerzlichen Seiten und Abschiedsrituale kennenlernen. In einem Improvisationstheater-Workshop wurden sie ins „Tal der Tränen“ geführt und konnten dort den Zustand einer Krise inszenieren.

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Ärger, Abwehr: Auflösen von Schuldzuschreibungsmustern - Gewinn von Selbststeuerungsfähigkeit. Abbau von Ärger und Hilfestellung, um die Situation selbst in die Hand zu nehmen.

Um die Gefühlswelten schlüssig für den am Folgetag anstehenden Design Thinking Workshop zu konkreten Fragestellung der Kommunikationsarbeit in Veränderungsphasen aufbereitet zu haben, waren die TeilnehmerInnen angehalten, nach jeder Station ein Reflexions-Chart auszufüllen, das sich mit folgenden Fragestellungen auseinandersetzte:

  • Beschreibe deine Empfindungen!
  • Wie steht es um dein Energielevel?
  • 3 Erlebnisse in deiner Organisation, bei denen du dich so gefühlt hast …
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Selbstreflexion: Zeit für sich – Emotionen verarbeiten und in den Arbeitsalltag übersetzen.

Josef Gasteiger

Was heißt Veränderung wirklich? Einen ganzen Tag durch Wien erlebten wir an fünf Locations die unterschiedlichen Stufen der Change Kurve. Dass das in Mark und Bein ging, war klar. Aber so ist Veränderung heutzutage meist auch.

Josef Gasteiger, Digital Client Consultant & Chief Editor | ambuzzador

Das Ergebnis

„The only way is up“ - unsere TeilnehmerInnen fanden ihren Weg aus der Krise, indem sie in der nächsten Transformationsphase erkannt haben, was Beteiligung, Evaluation und die vielfältigen Möglichkeiten der Mitgestaltung der eignen Prozesse bewirken können. „Team sein, heißt auch Dinge selber lösen, ausprobieren, neugierig sein!“ 60 Minuten gemeinsam in einem Raum, 10 Rätsel und nur zusammen fanden sie den Weg aus dem Escape Room.

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Ausprobieren, Neugierde: Erfolge sollen gefeiert werden. Breite Beteiligung und sorgfältige Evaluation.

Die ersten Schritte zur erfolgreichen Veränderung waren getan und nun galt es, die kontinuierliche Weiterarbeit, die Integration und das gemeinsame Selbstverständnis zu verankern. Was kann es da besseres geben, als mit eigenen Händen in Teamarbeit etwas zu erschaffen? Richtig, etwas Essbares, um sich auch gleich für die vergangenen Strapazen zu belohnen 😉 und die neuen Werte und Erfolge sichtbar zu machen.

Integration, Selbstvertrauen: Verankerung und kontinuierliche Weiterarbeit: hands on, selbst an etwas arbeiten und das Ergebnis seines Tuns sehen, am Ende wird man belohnt. Gelohnt hat sich das transformative Reiseerlebnis für das Kommunikationsteam in jedem Fall – die Gestaltungs- und Kreationskraft am nächsten Tag sorgte für einige „Aha-Erlebnisse“ 😊.

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CoCreation in einer Design Thinking Session im ambuzzador Office.

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