Wie können Sie als Leader Abwehrkräfte für die Digitale Zukunft entwickeln?

Mittlerweile sind sich Führungspersönlichkeiten, innovative Teams und Pioniere - von Satya Nadella (Microsoft) bis Angela Merkel - einig, dass die tägliche Erosion von Geschäftsmodellen, die das Digitale Zeitalter mit sich bringt, derart komplexe Fragestellungen aufwirft, auf die wir noch keine Antworten haben. Um vorbereitet zu sein auf Szenarien, die wir heute noch nicht mal kennen, gilt es das psychologische Immunsystem zu trainieren – um diese als Person und als Team selbstsicher zu meistern oder gar selbst zu provozieren.

Digitale Realitäten

In der Hochblüte des Industriezeitalters haben Unternehmen alle 2-3 Jahre ein neues Produkt entwickelt, denken wir zB an die Automobilbranche. Heute entwickeln Unternehmen ein neues Produkt oder Service pro Monat – oder wenn wir etwa unser Einkaufserlebnis bei Amazon betrachten, mehrere Millionen „Produkte“ (= Erlebnisse) pro Tag oder pro Minute. Diese Vielfalt bedeutet einen neuen Level an Komplexität, der mit herkömmlichen Praktiken und Leadership-Stilen nicht mehr zu bewältigen ist.

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Cynefin Framework, adaptiert von A. Diaz-Maroto und ambuzzador

Diese Komplexität und Geschwindigkeit verlangt Organisationen und ihren Teams maximale Flexibilität und Anpassungsfähigkeit ab. Beweglichkeit im Denken und Tun in ungeplanten Situationen, als Kontrapunkt zu Routinen und Prozessen, die das Industriezeitalter verlangt, um vorhersagbare Qualität zu produzieren. Wir müssen also als Individuen, aber auch als Organisationen unser psychologisches Immunsystem stärken.

Vom Wissen zum Lernen

Nicht umsonst hat Microsoft das Motto „We learn it all“ ausgerufen, um einen Kulturwandel auszulösen, der es ermöglicht, dieser Geschwindigkeit des Digitalen Zeitalters gerecht zu werden, um die sich stets verändernden Bedürfnisse der Kunden verstehen und adressieren zu können. Was es dafür braucht? Ein neues Mindset (das sogenannte Growth Mindset): Weg vom Bestreben, die Dinge besser und perfekt zu machen, hin zum Einlassen auf Experimentieren und Ausprobieren. Um neue Arbeitsweisen, aber auch Lösungsmöglichkeiten zu erkunden – zielgerichtet in Experimenten („Learning by Failing“). In diesem Lernmodus erreichen Teams ganz nebenbei nachweislich signifikant bessere Ergebnisse als im Bestreben „die Besten“ zu sein.

Resilienz löst Agilität ab

In diesem Spannungsfeld zwischen Stabilität (Struktur und Prozess für das traditionelle Business) und Beweglichkeit, die sich Organisationen heute im Rahmen von Innovationsprojekten, -garagen etc. in agilen Arbeitssettings aneignen, gilt es jetzt Resilienz als Strategie für die (Digitale) Zukunft aufzubauen. Als Mensch, als Leader und als Organisation.

Weil wir ja noch nicht wissen, was für Digitale Markt Szenarien auf uns zukommen, müssen wir üben, uns in scheinbar ausweglosen Situationen wohl zu fühlen. Die gute Nachricht ist: das gelingt alleine durch das Trainieren ähnlicher Situationen. Wie jedes Immunsystem will auch das psychologische Immunsystem trainiert und gepflegt werden. Im Rahmen von eigens designten Szenarien Trainings, aber auch jeden Tag im Kleinen. Framework zum Aufbau von Resilienz:

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© ambuzzador

Wie in jedem Training baut jeder Schritt auf dem nächsten auf. Gemessen werden soll der Lernfortschritt oder Reifegrad einer Organisation 2x jährlich mit dem Langzeit Resilienz Faktor in den 6 Dimensionen Emotionssteuerung, Growth Mindset, Quantifizierbarkeit offener Fragen, etablierter Routinen, Empathiefähigkeit und Soziale Intelligenz und Selbstwirksamkeitsüberzeugung.

Resilienz gegen Digitale „Erosion“

Resilienz kennen wir aus dem Sport und aus Biographien wirklich erfolgreicher Menschen. Ausgestattet mit einem gesunden psychologischen Immunsystem, das es möglich macht, unangenehme Situationen mit einer positiven Haltung ruhig zu meistern und sogar noch gestärkt für die Zukunft weiterzugehen.

Unternehmen und ihre Geschäftsmodelle sind heute bereits mit der täglichen Digitalen Erosion konfrontiert, einer Art Micro-Disruption: an allen Ecken und Enden wird ein bisschen Business abgeknabbert, keines der einzelnen Phänomene bringt einen um – in Summe wird das Business dennoch geschwächt. Was für viele Traditionsunternehmen als nächstes vor der Tür steht, ist der Tag der Digitalen Disruption, der „Digitale D-Day“. So wie es der österreichischen Post passiert ist im Sommer 2018 – Amazon als größten Kunden zu verlieren. Als Organisation diesen Rückschlag zu akzeptieren und etwas Positives, Neues daraus zu machen. Realistisch optimistisch die eigenen Fähigkeiten und Ressourcen konzentriert und achtsam einzusetzen.

Kollektives Immunsystem für die Digitale Zukunft Österreichs

Egal ob sie die Entwicklung zum Digitalen Zeitalter in naher oder in fernerer Zukunft sehen, eines ist fix: Digital Leaders dieses Landes müssen das Thema jetzt angehen, um der Digitalen Disruption entgegen zu wirken, die Möglichkeiten von Österreich und Europa in der Digitalisierung auszuloten und wahrzunehmen, Arbeitsplätze zu sichern oder zu schaffen und abgesichert zu sein gegen Digitale Erosionsphänomene.