Wie funktioniert Werbung mit Google: Die Basics

Unter dem Begriff Online Marketing oder E-Marketing fassen wir alle Bemühungen zusammen, die den Absatz von Produkten oder Dienstleistungen über das Internet fördern sollen. Der Begriff könnte aber genauso gut Google Marketing getauft werden, immerhin erfolgen 90% aller Suchanfragen weltweit über die beliebte, bunte Suchmaschine – bei uns in der Neubaugasse sind es sogar 97%.

In den vergangenen Wochen habe ich zahlreiche Google Workshops besucht, um die neuesten Trends und Best Practices mitzunehmen. In diesem Blog erzähle ich Ihnen, was Google über sich selbst sagt und helfe Ihnen mit Informationen, Tipps und Tricks, Ihren Auftritt ganzheitlich zu überdenken.

Die Basis für eine Analyse schaffen

Der Vorteil von Marketingbemühungen in der Onlinewelt ist, dass Sie Ihren ROAS (Return-On-Advertising-Spend) durch eine ausgezeichnete Performance-Messung genau und einfach ermitteln können. Nie wieder müssen Sie externen Berichten oder Ihrem Bauchgefühl Vertrauen schenken. Sie bestimmen selbst welche Daten Sie erfassen und was Sie damit machen.

Google Analytics

Hierfür bietet sich vor allem Google Analytics an. Um Analytics zu verwenden, müssen Sie sich für die Google Produkte anmelden und deren Pixel auf Ihrer Seite integrieren, schon bekommen Sie einen Einblick in viele Dimensionen Ihres Internetauftritts.

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Haben Sie Analytics fertig aufgesetzt, beginnt das Tool ab dem ersten Pageview aufzuzeichnen. Machen Sie sich in den nächsten Tagen mit den verschiedenen Kennzahlen vertraut. Falls Sie sich bereits auskennen, würde ich nun gerne einige Mythen und Unsicherheiten beseitigen.

Was ist ein User bzw. ein Nutzer? Ein User ist jemand der Ihre Website besucht, identifiziert wird dieser von Google über den Cookie. Jedoch löschen 17-18% aller Internetnutzer ihre Cookies regelmäßig. In diesem Sinne wird die Anzahl der „neuen“ User durch diese Personen verzerrt. Außerdem haben Sie keine Chance diesen Teil Ihrer Websitebesucher mittels Retargeting-Ads zu bewerben.

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In diesem Zusammenhang darf die Multi-Screen-Nutzung nicht vergessen werden. Ihre Kunden nutzen durchschnittlich 2,3 bis 2,4 Geräte für ihre Internetaktivitäten. Angenommen ein User besucht Ihre Seite über einen Laptop und ein Handy, wird er von Analytics für zwei unterschiedliche User gehalten. Sollte der User allerdings auf beiden Geräten mit einem Google Account eingeloggt sein, zählt Analytics 1+1 zusammen und erkennt den User als eine einzige Person. In diesem Fall kann dem Nutzer auch eine Retargeting-Anzeige ausgespielt werden.

Neue oder wiederkehrende User sind also nicht automatisch Indikatoren für die Qualität ihrer Website oder Ihrer Kampagne. Behalten Sie diese Information im Hinterkopf, wenn Sie ihre Zahlen interpretieren.

Die Bounce-Rate (Absprungsrate) wird auch oft als Indikator für Qualität herangezogen. Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass ein Absprung nach 30 Minuten Inaktivität gezählt wird. Eine Session wird zwar oft nach 30 Minuten automatisch beendet, diesen Wert können Sie aber für Ihr Konto individuell einstellen. Korrekt ist, dass ein Bounce dann gezählt wird, wenn der User ihre Website über die Einstiegsseite wieder verlässt. Benchmarks für akzeptable Bounce-Rates liegen bei 45-50% für Websites ohne und bei etwa 30% für Sites mit Webshop. Es kommt aber immer auf den konkreten Fall an. Bei Wetterportalen ist das Informationsbedürfnis des Users beispielsweise schon bei der ersten Seite gestillt.

Bessere Indikatoren für die Qualität Ihrer Seite sind die Session Duration (Sitzungsdauer) und die Pages per Session (Seiten pro Sitzung). Vergleichen Sie beide Zahlen miteinander und schätzen Sie ab, ob die Zeit für eine Konsumation Ihres Angebots ausreicht oder nicht.

Um die Qualität ihrer Website noch genauer zu analysieren, sollten Sie ein besonderes Augenmerk auf jene Seiten werfen, auf denen viele User Ihre Seite verlassen. Eventuell gibt es hier Fehler, die man ausbügeln könnte.

Für ein noch besseres Verständnis der User Journey empfehle ich Ihnen, den Google Tag Manager zu nutzen. Mithilfe des Tools können Sie bestimmte Aktionen auf Ihrer Seite mit Tracking Codes hinterlegen, die Ihnen genaue Informationen liefern können, wie sich der User auf Ihrer Website bewegt. Mit Tags ist es auch möglich, ein Conversion-Tracking zu erstellen und Kaufabschlüsse zu analysieren. Somit hätten Sie den ganzen Marketingfunnel unter Kontrolle und wüssten wo Sie zur Optimierung ansetzen müssen.

Ein kleiner Zusatz, nutzen Sie Google Analytics nicht für tagesaktuelle Auswertungen. Die Anlieferung aller Daten kann bis zu 48 Stunden dauern!

SEO Optimierung

Search-Engine-Optimization bezeichnet den Versuch, seinen Content an die Spitze des SERP-Rankings (Search Engine Result Page-Ranking) zu befördern. Man unterscheidet zwischen On-Site SEO und Off-Site SEO. Der Unterschied liegt hierbei darin, ob ich auf meiner Website optimiere oder ob ich externe Faktoren beeinflussen möchte (etwa durch das seeden von Backlinks).

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Man unterscheidet grob drei Verfahren der Analyse: Die technische Analyse, die strukturelle Analyse und die Usability Analyse.

Zunächst sollten Sie einige Hygienefaktoren überprüfen. Ist Ihre Website mobil optimiert? Über die Hälfte aller Suchanfragen erfolgen auf mobilen Geräten! Lädt Ihre Seite schnell genug? Bei Ladezeiten über drei Sekunden springen etwa 53% aller User ab. Zusätzlich sollten Sie noch einen Vergleich mit anderen Unternehmen in Ihrer Branche anstellen. Seiten wie „seitenreport.de“ oder „sichtbarkeitsindex.de“ werden Ihnen helfen, die richtigen Schritte zu setzen.

Zu der technischen Analyse zählen außerdem das Setzen von Sicherheitsmaßnahmen (etwa SSL-Verschlüsselung) oder die strukturierte Bereitstellung von (Meta-)Daten über ihr Content Management System (CMS).

Unter die strukturelle SEO fällt vor allem die Nutzung relevanter Keywords. Eine gute Grundlage für eine erste Keywordliste können Bewertungen ihrer Kunden sein. Diese können Sie heranziehen, um die Tonalität Ihrer Keywords besser zu wählen. Ein Blick zur Konkurrenz kann für die Suche auch nicht schaden. Nutzen Sie Tools wie den Keywordfinder oder Seolyze, um ein Verständnis für das Suchvolumen der einzelnen Keywords zu bekommen.

Haben Sie eine Liste erstellt, fangen Sie zuerst immer bei Ihrer URL-Struktur an! Die ist der Grundstein für eine gute SEO. Die nächste Priorität haben die Titel (H1) ihres Contents. Diese sollten immer auf ein Hauptkeyword bezogen sein. Erst dann sollten Sie im Fließtext die Optimierung suchen. Achtung! Keyword-Spamming wird von Google abgestraft! Zu guter Letzt sollten Sie darauf achten, die Meta Descriptions in Ihrem CMS sorgfältig auszufüllen.

Abschließend machen Sie eine Usability Analyse: Wo sind meine Ausstiegsseiten, wie lange ist die Sitzungsdauer, wie hoch ist die Absprungrate, wie verhält sich der User auf der Website? Das sind Indikatoren für die Content-Qualität!

SEO Analyse – In der Ruhe liegt die Kraft!

Optimierungen werden nicht sofort spürbar sein. Die Effekte können anfänglich ernüchternd wirken, lassen Sie sich davon nicht entmutigen! SEO ist eine zeitintensive Beschäftigung, die sich langfristig bezahlt macht. Mit einer gründlichen SEO-Strategie erreichen sie Ihre Zielgruppe besser und reduzieren eventuell sogar Ihre Werbekosten. Wie Sie Search-Engine-Advertisement (SEA) erfolgreich umsetzen, werden Sie in Kürze im zweiten Blogpost dieser Serie erfahren, der sich um Anzeigen via Google Ads gehen und Hilfe zu anderen Google Produkten dreht. Wir verhelfen Ihrem Business gerne zu neuen Größen in der digitalen Welt. Sehen Sie sich unser Angebot an oder kontaktieren Sie uns direkt, wenn Sie Performancesteigerung und Unterstützung suchen!