Transformation gelingt über Selbstorganisation im #HumanAge

„24% ihrer Zeit verwenden die MitarbeiterInnen für Selbstorganisation.“ (aus der Pionierstation von M.O.O.CON) – Diese und andere Insights bringen Barbara Fekete und Stephanie Ogulin von Österreichs größter Konferenz zu neuen Organisationsformen und Arbeitsformen mit. Mit dem Blickwinkel ambuzzador (Unternehmensberatung) und dem Blickwinkel ambuzzador Kunde (Unternehmen) berichten sie vom New Way of Work.

Stephanie, was war für dich…

…das Spannendste auf der Konferenz? #insight

Das waren für mich Gestaltungsimpulse zweier Pionierstationen, von denen ich mir viel für meine Herausforderungen im Führungsalltag bei ambuzzador mitnehmen kann:

Zum einen begeisterte mich die Reisegeschichte der Pionierstation von Oose Innovative Informatik, die sich von einer 40 MitarbeiterInnen fassenden GmbH zu einer 30 Mann/Frau starken Genossenschaft, mit Vorstand & Aufsichtsrat (EG-Prinzip Deutschland), gewandelt haben. Organisiert sind sie im „Pfirsich-Modell“ (angelehnt an Holacracy),

oose Kreismodell

© Kim Nena Duggen (Vorstand & Trainerin/Coach), oose Innovative Informatik eG

  • wobei der äußerste Kreis „Umsatzbringer“ dem Markt am nächsten ist und immer entscheidungsfähig sein muss. Doppelbesetzungen (von MitarbeiterInnen) sind nicht zugelassen, Vertretungen ausgenommen.
  • Der mittlere Kreis „Umsatz-Ermöglicher“ begünstigt Umsätze indirekt (u.a. Marketing, HR, Controlling, etc.).
  • Der innerste Kreis hält die Unternehmensstruktur und -strategie und ist bewusst operativ am weitesten vom Markt entfernt, um stets handlungsfähig zu sein. Doppelbesetzungen (von MitarbeiterInnen) im inneren Kreis sind zugelassen.

Besonders spannendes KPI für mich: 24% der Zeit wenden die MitarbeiterInnen von Oose für Selbstorganisation auf.

Aus der Pionierstation von M.O.O.CON (Strategieberater für Organisations- und Objekt­Entwicklung) empfand ich den Jahreskreis zur Transformation spannend, wobei das Unternehmen die Ausrichtungsimpulse transparent für alle MitarbeiterInnen auf den Ebenen WHY (Purpose) – ICH (Werte) und WIR (Unternehmensbezogenes Lernen) zugänglich macht.

Transformation-Facts zu M.O.O.CON (80 MitarbeiterInnen in Österreich und Deutschland, 80 Projekte im Durchschnitt pro Jahr aus 4 Geschäftsbereichen)

  • Alle 14 Tage werden alle Unternehmenskennzahlen mit allen MitarbeiterInnen geteilt,
  • Jede/r kennt seinen Wertbeitrag auf Projektebene
  • Jedes Team hat Sales Verantwortung (1-1,4 Mio. Umsatz pro Team), 50% Sales kommt noch aus der Geschäftsführung, 50% aus den Teams
  • Die eigene Transformation-Fitness wird im Jahreskalender abgebildet (auf allen 3 Ebenen)
  • Ergebnisorientierte Bezahlung, pauschaliert (Ausnahme = Management nahe Funktionen wie Marketing, Backoffice, Personal)
  • Unternehmerisches Lernen: Lernseminare von MitarbeiterInnen für MitarbeiterInnen, 2x/Jahr mit durchschnittlich 5 TeilnehmerInnen pro Lernseminar

…für ambuzzador Kunden interessantes dabei? #praktischesbeispiel

Als Hands-on Methodik zur strukturierten Meeting-Leitung für unstrukturierte Meetings empfehle ich die von Oose angewandte Lean Coffee-Methodik😊:

lean coffee Modell

© Kim Nena Duggen (Vorstand & Trainerin/Coach), oose Innovative Informatik eG

PS: Die Klärung, ob weiter diskutiert werden soll erfolgt simpel mit Daumen hoch – Daumen quer – Daumen runter Zeichen. Sichtbar für alle im Kreis. Bringt Entscheidung in wenigen Sekunden 😉.

…wissenwert für die Welt da draussen? #spreadtheword

Logbuch VS Kalkleiten

© Logbuch der VS Kalkleiten: Der etwas andere Stundenplan pro Schulwoche #like

Über die Initiative „Schule im Aufbruch“ – eine Initiative für Potenzialentfaltung von Kindern – denn „Schule macht was mit dir und prägt das Miteinander danach im Unternehmen“ (Magdalena Reichinger, Studierende im Aufbruch aus Linz). Bei den Bildungspionieren VS Kalkleiten und NMS (Neue Mittelschule) Praxis der PH Steiermark durfte ich viel darüber erfahren, wie unternehmerische Persönlichkeitsentwicklung schon im Kindesalter beginnt. Und das nicht nur aus den Mündern der LehrerInnen, sondern von Eltern-VertreterInnen und SchülerInnen selbst.

 

Barbara, was war für dich…

…das Spannendste auf der Konferenz? #insight

Das Eventformat an sich! Selbst-Organisation steht nicht nur im Titel der Un(Conference) sondern wird vor Ort auch gelebt und erlebbar.

  • Gleich zu Beginn suchte man sich eine Reflexionsgruppe, mit der man die 2 Tage der Konferenz hindurch immer wieder zusammenkam, um über das Gehörte zu reflektieren.
  • Das Programm an sich bestand zu 50% aus Themen, die erst bei der Konferenz selbst von den TeilnehmerInnen definiert und dann auch geleitet wurden, die sogenannten Open Spaces.
  • Das Angebot an Arbeitsgruppen zu parallelen Zeiten war enorm, weshalb man sich selbst priorisieren musste.
  • Durch die 2 Tage begleitete einen eine Art „Lerntagebuch“. Das bildet alle Stationen und Programmpunkte ab inklusive Platz für Notizen und Feedback.
  • Es gab auch ganz konkrete demokratische Abstimmungsmöglichkeiten für alle TeilnehmerInnen. So zum Beispiel den Speiseplan für das Mittagessen und der Termin für die Konferenz 2019.

Ein Begleiteffekt dieser offenen Arbeitsweise ist die Zeit, die es braucht, um es zu organisieren. Die Zeit, die Open Space Themen zu finden, die vielfältigen Programmpunkte anzukündigen, Orientierung in all den Möglichkeiten zu geben, braucht Geduld auf Seiten der TeilnehmerInnen.

…für ambuzzador interessantes dabei? #praktischesbeispiel

Sowohl in den Keynotes von Uwe Lübbermann (Gründer und zentraler Moderator des Premium Getränke­kollektivs) und Bernhard Frischmann (Pflichtschulinspektor), als auch bei den Pionierstationen von ITDesign und M.O.O.CON wurde folgendes erwähnt: Trifft man Entscheidungen, dann bindet man am besten alle direkt ein, die davon betroffen sind. Und genau diesen (simplen) Vorsatz nehm ich mir mit zu ambuzzador. Mit dem Bewusstsein, dass das viel an Prozess-Veränderung und Mindset-Veränderung nach sich ziehen wird.

…wissenwert für die Welt da draussen? #spreadtheword

Besonders beeindruckt hat mich eine Initiative, die ich bereits aus dem Buch „Der Diamantenschneider“ kenne: Engagier dich in einer gemeinnützigen Arbeit. So erfährst du, dass du wirksam sein kannst und bildest deine Persönlichkeit am effektivsten. Die Evangelische Schule Berlin Zentrum verpflichtet ihre Schüler 3 Jahre hintereinander dazu Sozialarbeit zu leisten. Und ich möchte das für mich und meine Kids auch als fixen Bestandteil in den Alltag integrieren.

 

Auf welchen Konferenzen wir in nächster Zeit sind um uns Auszutauschen, zu Informieren und Inspirieren zu lassen, findest du hier.