So muss Agile Marketing!

Kanban Boards, Design Thinking, Post Its … das sind nur drei der Dinge, die man häufig im Zusammenhang mit Agilität hört. „Wir wollen jetzt ein agiles Unternehmen werden“, ist wohlmöglich der Trendsatz der letzten Jahre in allen Branchen. Doch eine Frage, die wir uns häufig stellen, ist: Wie kann Agilität auch in Marketingteams gelebt werden?

Die Devise lautet: Ausprobieren! Hier möchte ich gerne unsere Erfahrungen teilen, die wir als 6-köpfiges Team damit machen und die Performance unserer Growth Marketing Maßnahmen um 170% steigern konnten.

Im Januar 2018 entschlossen wir uns als interdisziplinäres Projektteam, das mit den Social Media Agenden der Online Plattform mobidrome betraut ist, unsere Zusammenarbeit intern und mit unseren Kunden auf Agile Arbeitsweisen umzustellen. Unsere Beweggründe waren vielseitig:

  • Mehr Effizienz in der Zusammenarbeit: Zwei Teammitglieder arbeiten hauptsächlich aus dem Home Office. 30 min Stand-in Calls (MO, MI, und FR) waren bereits etabliert, doch oft reichte der direkte Draht via Slack/Telefon nicht aus, um wöchentliche Abstimmungen, Redaktionspläne und Zielgruppen zu besprechen.
    Dazu waren die Stand-ins zu sehr auf Kurzfristigkeit ausgelegt, der Blick auf das strategische Ganze war für das operative Team manchmal schwer beizubehalten.

  • Gelebte Customer Experience: Mobidrome, eine Plattform, die Menschen den Autokauf erleichtert, steht und fällt mit der Community. Unser Anspruch als Social Media Team von Mobidrome ist es, mehr als nur eine Online Plattform zu bieten. Wir möchten uns kontinuierlich mit den Usern und deren Bedürfnissen weiterentwickeln – in der Vermarktung, letztendlich aber auch als Plattform. Dafür liefern wir dank unseres selbst entwickelten Ansatzes des Community Design Thinkings regelmäßig fundierte Grundlagen für die Entscheider aus dem Hause Allmobil (eine Tochter der Porsche Holding).

  • Mehr Teamfeeling: durch zwei „externe“ Teammitglieder geht das Gefühl eines Teams sehr leicht verloren. Agil bedeutet für uns, transparent und eng im Projekt zusammenarbeiten, damit wir gemeinsam das Sprint Ziel (oder auch Business Ziel) erreichen. Darum treffen wir uns zwei Mal im Monat zu einem zwei-stündigen Co-Working – und das sind zwei Stunden reine Fokuszeit auf unseren gemeinsamen Kunden.

  • Lust auf Experimentieren: „Agilität“ war für uns alle schon lange kein Fremdwort mehr. Dennoch, im Marketing selbst ist es oft noch ein abstrakter Begriff. Gemeinsam wollten wir wissen, wie es sich anfühlt, in einem agilen Setting in der Vermarktung einer Online Plattform zu arbeiten, um schlussendlich herauszufinden, was für uns funktioniert und was nicht.
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Wie ist es uns auf unserer Agile Marketing Reise ergangen?

Kurz gesagt: Wir haben schnell gelernt, dass wir unseren eigenen Weg finden müssen. Was bei anderen funktioniert, war für uns als Team nicht das Richtige. Anstelle des traditionellen Scrum, wie es im Agile Manifesto vorgesehen ist, etablierten wir im Team „Scrumban“ – eine Mischung aus Scrum und Kanban. Gemeinsam als Team erstellten wir ein eigenes Kanban Board, das sowohl kurzfristige Themen (wie Redaktionsplanung), Experimente (wie Community Design Thinking), als auch langfristige Strategie (Unternehmensziele) visualisiert.

Den Workflow haben wir für uns angepasst: Der Backlog wurden zum Kundenthemenspeicher, To Do wurde zu Create, In Progress zu Testing und Done zu Results. Gearbeitet wird dabei nicht mit Tasks, sondern User Stories, um so immer den Blick auf den (End-) Kunden zu halten. In unseren zwei-wöchentlichen Co-Workings wird an diesem Kanban Board gemeinschaftlich Hand angelegt. Am Ende jedes Monats gibt es ein Review, in denen wir aus Sicht der Community den Content und die Zielgruppen analysieren. Was hat gut funktioniert, was nicht und was nehmen wir uns für den nächsten Monat vor, operativ zu implementieren?

Wir mussten uns als Team in dem neuen Setting erst finden. Agil ist bei uns nicht über Nacht passiert, es brauchte Zeit, sich zu entwickeln. Es gab – wie in jedem neuen Projekt und Arbeitssetting– Höhen und Tiefen. Im traditionellen Marketing Teamsetting hat jedes Mitglied seinen Aufgabenbereich, den er oder sie – oft isoliert von den anderen – abarbeitet. Wir mussten lernen, was Transparenz im Marketing bedeutet und uns daran gewöhnen, dass alles offen angesprochen wird, jede Meinung zählt und strategische Entscheidungen im Team getroffen werden.

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Mit dem Ergebnis sind nicht nur wir – das interne Projektteam – sondern auch die Kunden zufrieden: „Community Design Thinking und das neue Team Set-Up ermöglicht uns schnell und agil zu arbeiten. Ideen und Hypothesen werden einfach und direkt von unserer Community bestätigt oder verworfen. Somit entwickelt unsere Community live die nächsten Entwicklungsschritte auf der Mobidrome.com Plattform mit“, erzählt Stephanie Lankmayer von Mobidrome. „Ein Produkt, das für den Kunden aus den Meinungen der Kunden lebt! In der agilen Zusammenarbeit und aus Community Design Thinking liefert uns ambuzzador Insights, die wir sonst in solch einer Form nicht erhalten würden!“

Was uns verbindet, ist unser Projekt Purpose

Zum Start haben wir uns intensiv mit unserem gemeinsamen Teampurpose (im Rahmen einer CoCreation mit Hilfe von Lego Serious Play) auseinandergesetzt und definiert, was für uns die Projekt- und Teamvision, Rollenverantwortlichkeiten, Skillsets und Spielregeln sind.

Das Resultat: Das gesamte Team – von Projektleitung bis hin zum kreativen Kopf – zieht an einem Strang, verfolgt ein gemeinsames Ziel und evaluiert kontinuierlich, was angepasst werden muss, um die Unternehmensziele Monat für Monat zu erreichen und die Ergebnisse zu steigern.

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Der gemeinsame Rhythmus macht uns stark

In zweiwöchentlichen Co-Workings, mit unserem Sprint Ziel im Fokus, schafften wir es als Team einen Rhythmus zu finden, mit dem wir stetig unsere Maßnahmen mit Blick auf unsere Kunden reflektieren und iterieren – und das aus dem Team heraus. Dabei testen wir neue Ideen und Innovation, zusätzlich zu unserem „normalen“ Content, der stetig optimiert wird. Neben der Steigerung der Teamzufriedenheit und der Zusammenarbeit, konnte innerhalb von fünf Monaten ebenfalls spürbarer Business Impact für unseren Kunden erzielt werden:

- Eine Steigerung der Händleranfragen auf Mobidrome um 170% pro Monat

- Eine Steigerung der Bewertungen auf Mobidrome um 35% pro Monat

Das Ergebnis: Produktivität, Performance und eine zufriedene Kundin!

Und weil das richtige Team einer der 3 Erfolgsfaktoren (Process, Place und People) im agilen Arbeiten ist, möchte ich als Scrum Masterin und Agile Marketing Coach hier auch alle Projekt-Teammitglieder zu Wort kommen lassen:

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Johannes Posch (Redaktionsleiter im Projekt, zieht die Fäden im Hintergrund)

„Unsere neue Arbeitsweise - das Resultat der agilen Transformation - ist für mich angenehmerweise keine große Umstellung. Tasks agil nach Skills und Ressourcen zu vergeben und in steter Abstimmung zu bleiben fühlte sich von Anfang an natürlich und "richtig" an. Schön (und vermutlich auch nur ermöglicht dadurch), dass dabei auch alle mitspielen und sich Sätze wie "Das ist eigentlich nicht mein Job" nie aufgedrängt haben.

Unsere Zauberformel: Ziel und Projektfortschritt im Fokus + keine persönlichen Befindlichkeiten = geile Zusammenarbeit!

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Philipp Krikava (Content Creator, setzt die Ideen des Teams maximal kreativ in Bild und Text um)

„Ein gutes Team ist immer gut. Auf diese Säule gestützt ist es umso einfacher zu experimentieren, auszuprobieren. Die intensiven Coworking-Sessions mit dem Kernteam zeigten, dass schnell neue Methoden und Hypothesen entstanden, die dann auch prompt umgesetzt wurden. Klarerweise ging nicht alle Experimente auf - aber eben doch viele davon!“

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Eva Drnek (Community Design Thinkerin, hält den Draht zur Community heiß)

„Laufender Austausch, coole Experimente und gemeinsam neue Wege entdecken - auf diese Weise arbeitet man als Team auf einer Augenhöhe und kann so aktuelle Themen sofort umsetzen.“

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Amèlie Kiessler (Ad und Campaign Managerin, garantiert die nötige Audience)

„Gemeinsame Entscheidungsfindung hinsichtlich Timings, Content Plan, Fokusthemen und regelmäßige Absprachen in kurzen Stand-Ins machen das Arbeiten im agilen Team besonders angenehm. Jeder weiß, was die next Steps sind – als Team und für mich selbst. Bei monatlichen Co-Workings können außerhalb des Daily Business gemeinsam neue Ideen kreiert, Vorgehensweisen besprochen und das Zusammenspiel im Team und mit dem Kunden reflektiert werden.“

Was wir an uns selbst ausprobieren, das bieten wir als Berater und Zusammen-Arbeiter auch für Sie an! Lust auf ein gemeinsames Experiment für eines Ihrer Zukunftsprojekte? Was ich versprechen kann: Ihr Vorhaben wird auf jeden Fall produktiver und es macht mehr Spaß, in einer solchen Konstellation zu arbeiten. Ich freue mich über Ihre Nachricht an: speakingagilefuture@ambuzzador.com