So gelingt (Selbst)Führung im Home Office

Wir alle befinden uns angesichts der Corona Krise in einer Ausnahmesituation. In Unsicherheit, weil uns niemand beantworten kann was als nächstes kommt, wie es "danach" weitergehen wird. Dazu kommt, dass wir in der Quarantäne nicht das tun können, was wir intuitiv tun würden: uns "zusammenkuscheln", um da gemeinsam durchzugehen.

JedeR von uns ist auf sich alleine gestellt. Auf das was uns ausmacht, mit all unseren Stärken (!) und Schwächen. Wir sind gefordert, uns selbst zu führen. In traditionellen Führungsmodellen ist das nicht wirklich gelebte Praxis. Im Gegenteil. Mitarbeiter haben sich daran gewöhnt, Führung zu "konsumieren". Führungskräfte fühlen sich nur dann sicher, wenn sie alle(s) unter Kontrolle haben. Wie tun wir jetzt, wo beides nicht möglich ist? Wir alle gleichzeitig aus unserer Komfort Zone katapultiert werden.

Für mein Wohlbefinden sorgen

Ein ungewohnte Situation für viele von uns. Jetzt geht es an erster Stelle um uns selbst. Sonst können wir weder für uns noch für andere sorgen. Für mich bedeutet das Laufen jeden Tag (jeden Tag meinen Schweinehund besiegen), mein Online Yoga jeden Mittwoch und Samstag Abend, ein Rendezvous mit mir selbst aka Meditation am Morgen, um mich darin zu üben, meine Gedanken zu fokussieren auf das Hier und Jetzt. Es bedeutet auch, im Arbeitsalltag gut für mich zu sorgen: ich koche mein Essen jeden Tag frisch, nur Gemüse, kein Fleisch. Ich trinke ausschließlich Leitungswasser und grünen Tee (ok, am Abend manchmal alkoholfreies Bier). Ich schmücke meinen Schreibtisch mit frisch gepflückten Blumen, die mich anlächeln und mich mit der Natur da draußen und damit mit mir selbst verbinden....

Ich mache Pausen, die ich mir auch vorab in meinen Kalender eintrage. Das ist sowas von neu für mich und tut so gut! Ich höre zum Tages Ausklang und zum Start Musik die mich beruhigt und mich in meine Kraft und zurück zu meinem persönlichen Tempo führt.

Kurz: Ich sorge für mich. Das lässt mich stabil stehen. Nicht schwanken. In dieser herausfordernden Zeit geht es mir so gut wie lange nicht! Weil ich im Lead bin. Für mich selbst. In diese Balance muss jetzt jedeR von uns finden. Egal ob Führungsposition oder nicht.

Laufen

Meine Morgen Routine: Laufen.

Verbindung aufnehmen

Seit dem ersten Tag im Home Office, dem legendären 11. März 2020, pflegen wir im ambuzzador Team morgendliche CheckIns und abendliche CheckOuts. Jeweils 15 Minuten in Form eines Video Calls. Wir tauschen aus was uns bewegt, was an Arbeit schon getan ist und noch ansteht, wir lachen gemeinsam! Das verbindet uns in einer Zeit, in der wie alle noch mehr Nähe brauchen. Gibt uns Orientierung, Überblick und Sicherheit.

Den Tag gemeinsam zu starten und zu beenden wird zur neuen Routine (statt dem Weg ins Büro), die es erleichtert den Übergang von der Aktivität zur Entspannung zu finden. Motiviert, im Sinne von "packen wir´s gemeinsam an". Und hinterlässt kein schlechtes Gewissen, wenn alle gemeinsam um 17:30 auschecken.

Zoom Home Office

Daily CheckIns.

Meine Talente entdecken und aktiv einbringen

Die Zeit darüber hinaus bleibt für mich selbst. Nicht abgelenkt von Veranstaltungen, Ballnächten und sonstigen Amusements und Verpflichtungen, ist am Abend und am Wochenende Zeit für jene Fragen, die mich über meinen Alltag hinaus beschäftigen. Alles das, was ich noch in diese Welt bringen möchte. Jetzt ist die Zeit dafür, weil diese massive Transformation gleichzeitig passiert. In meiner "freien" Zeit bin ich am Modellieren von neuen Visionen, die schon lange in meinem Kopf herumschwirren. Jetzt, wo die Welt für alle gleichzeitig still steht, braucht es neue Perspektiven für das Jetzt und für die Zeit "danach". Es ist Zeit, unsere Ziele neu zu setzen!

Ich rufe jedeN auf, diese Zeit jetzt zu nutzen, um das zu finden wofür Du auf dieser Erde bist. In unberechenbaren Situationen sind unsere Stärken und das Vertrauen in uns selbst das einzige auf das wir uns verlassen können.

Circle of You

Visionen entwickeln

Gestaltungsraum öffnen

Vor ziemlich genau einem Jahr, habe ich begonnen, das Thema Resilienz aufzugreifen. Resilienz bedeutet für mich, Routinen zu schaffen, die es ermöglichen für das Unberechenbare einen klaren Kopf und Durchhaltevermögen zu haben. Routinen im Zusammenarbeiten, im digitalen Handwerkszeug, im Improvisieren und im Gestalten. So gelingt es mir persönlich, ausschließlich Chancen in der aktuellen Situation zu sehen. Die Chance, Antworten auf komplett neue Fragen zu finden. Und das im Augenblick. Das gelingt mir aber erst, seit ich verstanden habe, dass es genügt präsent zu sein, mit all meinem Erfahrungen, meiner Intuition und meinen Stärken. Und aus dieser Ruhe heraus den Raum weit aufzuspannen für all die Talente rund um mich, damit sie gemeinsam Neues erschaffen können. Auf diesem neuen, weißen Blatt Papier.

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In den Lead gehen!

Gilt als geflügeltes Wort in meinem Team. Denn schließlich gilt das eben für jedeN von uns. Im Lead zu bleiben für mich und mein Umfeld. Schließlich haben wir jetzt die einmalige Gelegenheit, diesen Planeten zu einem besseren zu transformieren. Vom Miteinander, über das Business bis hin zum respektvollen Umgang mit der Natur. Reden wir uns also nicht aus auf schlechte Zeiten, Home Office, eine schlechte Internetverbindung, Kurzarbeit und Co. Nutzen wir die Zeit, um in den Lead zu gehen!

Checkliste zur Selbstführung:

  • Für mein Wohlbefinden sorgen: in Bewegung, Ernährung und auch im Arbeitsalltag.
  • Verbindung aufnehmen zu meinem Umfeld: Zuhören und Fragen einfordern, statt Antworten zu geben.
  • Meine Talente entdecken und Visionen anbieten.
  • Gestaltungsraum öffnen für unkonventionelle Ideen und Lösungen!

Und nicht vergessen: Die Zukunft beginnt jetzt. ;-)