New Work bei ambuzzador: Ein Erfahrungsbericht

Digitale Whiteboards, Einheitsgehalt, Trello-Boards, Tischfußball im Büro ... sind diese Tools und Angebote Neues Arbeiten? Was davon braucht ein Unternehmen, um attraktiv für Talente zu sein? Welche neuen Formen des Zusammen-Arbeitens und Co-Kreieren braucht es, um das Angebot digital-fit zu gestalten?

Eine universelle Lösung für diese Fragen, die gerade vielen unter den Nägeln brennt, gibt es leider nicht. Liest man Blogs oder hört man Podcasts zum Thema New Work, probiert man selbst kleine Schritte aus oder besucht man zum Beispiel den New Work Shop von quäntchen + glück, wie ich es im Dezember 2018 getan habe, tun sich eine Vielzahl an Maßnahmen, Experimenten und Tools auf.

Die erste New Work: Was will ich verändern?

Die große Frage bei all dem ist: wozu führe ich Neues Arbeiten ein (Sinn), was will ich damit erreichen (Ziel) und wie setze ich um (Maßnahmen oder Experimente)?

Ob letzteres dann den Einsatz eines Tools bedeutet, eine andere Arbeitsroutine oder vielleicht sogar eine neue Organisationsstruktur, kann man nur selbst herausfinden und ausprobieren. Unbedingt in kleinen Schritten, um Zeit zum Lernen und Adaptieren zu haben – selbst und im Team.

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Der Mensch im Mittelpunkt

Was beim Thema Neues Arbeiten für mich in meiner Rolle als Lead of People bei ambuzzador im Vordergrund steht, ist gar nicht so neu, sondern im Gegenteil, ziemlich simpel: der Mensch. Der Mensch als denkendes, spürendes und verantwortungsbewusstes Wesen, das auf dieser Welt etwas bewirken will.

Neues Arbeiten ist für mich daher das, was Arbeiten es schon immer sein sollte: miteinander kommunizieren, einander zuhören und respektieren, Verantwortung übernehmen, sich gegenseitig helfen, etwas bewirken.

In der Arbeitswelt ging das in den letzten Jahrzehnten in eine ganz andere Richtung. Mit dem Fokus auf Massenproduktion und Effizienzsteigerung entstanden Hierarchien, strenge Arbeitsteilung und Machtzentren. Die Digitalisierung beschleunigt nun den Abschied von all dem und stellt den Menschen wieder in den Mittelpunkt.

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Neues Arbeiten in der Praxis

Ein Kulturwandel wie dieser ist für jedes Unternehmen eine Herausforderung. Eine Hilfe sind dann oft Tools und Maßnahmen, die uns helfen, unsere alten Muster zurück zu lassen. Hier eine Sammlung, die ich gerne einsetze oder mir für die nächste Zeit vorgenommen habe:

Transparenz & Offenheit

  • Transparente Kommunikation: Weg von E-Mails, hin zu transparenter Kommunikation in virtuellen Gruppen mit übersichtlicher Historie. Uns hilft seit einiger Zeit das Tool Slack dabei. Die interne Kommunikation passiert nur noch darüber und auch einige Kunden konnten wir bereits dafür gewinnen. 😊
  • Gemeinsames Planning: Vielleicht haben manche von Ihnen schon unsere E-Mail Abwesenheitsnotiz am Montag zwischen 9.30 und 11.00 bekommen? Diese Zeit nutzt das ambuzzador Team um gemeinsam die kommende Woche zu planen und zu priorisieren. Für mehr Fokus während der Woche!
  • Feedback geben: Unerlässlich um zu lernen! Uns bei ambuzzador erinnert das Online-Tool 15Five wöchentlich daran, unseren KollegInnen zu sagen, was uns diese Woche an ihnen positiv aufgefallen ist. Außerdem wartet im Tool eine Frage auf uns, mit der wir die Woche für uns selbst reflektieren.
  • Bedienungsanleitung“: Ins Jahr 2019 ist das ambuzzador Team mit einer persönlichen Bedienungsanleitung gestartet – auf Anregung aus dem Team! Jeder von uns beschreibt, wie er/sie tickt, wie er/sie gerne arbeitet und was ihn/sie auf die Palme bringt und teilt das mit dem ganzen Team. Das bringt uns mehr Verständnis für einander.

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Fokus & Zielorientierung

  • Time Timer: Simpel, aber sehr effektiv und bei uns mittlerweile in jedem Raum Standardausrüstung. Der Time Timer bringt uns dazu, effizient mit Zeit umzugehen (Time Boxing) und das Piepen erinnert, dass es nun Zeit wäre, eine Lösung zu haben – auch wenn die Lösung mal „keine Lösung“ ist. 😊
  • Teamentscheidung: Es gibt Themen, die kann und soll nicht eine Person oder ein Team für alle entscheiden. Diese finden bei uns Platz in einem wöchentlichen Priorisierungstermin, bei dem das gesamte ambuzzador Team Mehrheitsentscheidungen trifft.

Netzwerk

  • Ecosystem: Ein Unternehmen besteht aus viel mehr Personen als „nur“ seinen MitarbeiterInnen! Es gibt PartnerInnen, ehemalige StudienkollegInnen, KundInnen, Personen, mit denen man gemeinsam eine Fortbildung besucht hat, ehemalige MitarbeiterInnen, Coaches und vielen mehr. Dieses Netzwerk bewusster zu pflegen und zu nutzen, um neue Perspektiven und Blickwinkel in das zu bringen, was wir tun, steht auf unserer To Do Liste 2019.
  • Recruiting in mehreren Phasen: BewerberInnen, die ins ambuzzador Team zu passen scheinen, laden wir nach einem ersten telefonischen Kennenlernen zum Schnuppertag ein. Den nutzen wir dazu, um gemeinsam zu arbeiten. So bekommt sowohl das ambuzzador Team als auch der/die BewerberIn einen Eindruck vom „echten“ Zusammen-Arbeiten. Die Entscheidung, ob ein/e BewerberIn ins Team aufgenommen wird, treffen dann alle Beteiligten gemeinsam.
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Wenn auch Sie spüren, dass sich Ihr Arbeitsumfeld verändern muss, hin zu mehr Augenhöhe und Kommunikation, dann sind wir gerne an Ihrer Seite, wenn Sie die großen, ersten Fragen klären: wozu mach ich das Ganze (Sinn), was will ich damit erreichen (Ziel) und wie setze ich es um (Maßnahme oder Experiment)?

Ich freue mich auf Austausch unter barbara.fekete@ambuzzador.com und/oder LinkedIn.