Leading the Future: Corona Impact Map

Nach mehr als 5 Wochen Quarantäne war es höchste Zeit für das erste virtuelle ambuzzador Event, um einerseits die neuesten Möglichkeiten des virtuellen Design Thinking und kreativen Co-Kreierens zu üben und andererseits die Auswirkungen der Corona Lock Downs auf unterschiedliche Lebensbereiche zu beleuchten, um Impulse für das eigene Tätigkeitsfeld zu generieren.

Am Anfang stand die Frage, wie man sich auf diese, aber vielmehr eine nächste Krise vorbereiten kann? Schließlich war der Ausbruch von COVID-19 (wie der Name schon sagt), bereits Ende letzten Jahres absehbar und dennoch haben wir uns zu wenig vorbereitet. Als Individuum, als Organisationen, als Land, als weltweites Kollektiv. Im Rahmen eines Webinars der Singularity University, das ich aus dem Home Office besucht hatte, kristallisierten sich folgende 3 Maßnahmen heraus:

  1. Vorbereitung statt Vorhersage: Vorbereitet sein auf möglichst bunt gemalte Zukunftsszenarien, die die eigene Organisation so richtig ins Schwitzen oder eben in den Stillstand bringen. Wahrscheinlichkeitsrechnungen bringen im konkreten Fall leider gar nichts.
  2. (Un)Zerbrechlichkeit des eigenen Geschäftsmodells: Wie zerbrechlich ist mein Geschäftsmodell? Also an welchen Stellen zerbrechen Prozesse und können Leistungsversprechen nicht mehr eingehalten werden?
  3. Cash Reserven: sehr banal, erweist sich aber in diesen Wochen als Game Changer. Wer vorgesorgt hat und sein Unternehmen auch mal 2 -3 Monate ohne Einnahmen weiterfinanzieren kann, ist deutlich im Vorteil. Stichwort: Resilienz. Wenn die Existenz als eigene Stärke gesichert ist, gelingt es besser, die eigene Konzentration auf die aktuelle Herausforderung und vor allem auf das Business der Zukunft zu legen.

Wie man jetzt schon mit der Vorbereitung anfangen kann? Mit einem Krisentagebuch. In dem man alles das notiert, was besonders leicht fällt - im Zusammenarbeiten, im Führen, in der Kommunikation, aber auch im Zusammenspiel mit Partnern und dem Außen. Aber auch das, was besonders schwer fällt - denn dort liegt das "Gold" für die Vorbereitung ab sofort, für die nächste Herausforderung, die spätestens angesichts der Klimakrise bevor steht..

Corona Tagebuch

Führen Sie ein Corona Krisentagebuch?

Nach dieser Aufwärmübung, haben wir uns dem Thema Corona gewidmet: Als thematischer Startpunkt zur Auswahl standen "Klima", "Generationenvertrag", "Reisen", "Gesundheit", "Wirtschaft" und "Zusammenarbeiten". Sehr einstimmig entschieden sich die TeilnehmerInnen für das Thema Gesundheit. Auch in diesem Bereich ging der Tenor in Richtung Punkt 1, Vorbereitung und Vorsorge: "Health Literacy" und eine Steigerung der eigenen Gesundheitskompetenz, wie Claudia Handl, Pfizer Österreich und Bernhard Sieber ins Rennen warfen. Aber auch um die Schärfung der Sinne, auf das wirklich Wesentliche und dabei mehr Verbundenheit und damit Rücksicht aufeinander.

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Corona Impact Map "Gesundheit"

Die Rücksicht führte uns zum Thema "Entrepreneurship" und damit zur Wirtschaft. Im Context des 3. Punktes (Cash Reserven), geht es da um das Wahrnehmen von Verantwortung. Für Unternehmen und damit Arbeitsplätze und die Gesellschaft. Ein zweiter Gedanke bezog sich auf neue Arbeitsmodelle: könnte die Kurzarbeit ein Auftakt für kürzere Arbeitszeiten sein? Als ein Szenario. In Szenarien denken, statt "die eine Strategie" zu verfolgen - eine unmittelbare Schlussfolgerung als Konsequenz der aktuellen Situation. Als ein Szenario sind definitiv weniger effizient aufgestellte Prozesse anzudenken - denn Effizienz ist das Gegenteil von Resilienz. Weil Effizienz Abhängigkeiten schafft.

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Corona Impact Map "Wirtschaft"

Als ein Szenario eröffnete sich für die TeilnehmerInnen eine neue Form von Menschlichkeit: der Mensch als wertvollstes Kapital, macht doch der einzelne Mitarbeiter den Unterschied in der Leistungserbringung und wird allzu leichtfertig in Krisenzeiten als größter Kostenfaktor "zur Seite" gestellt, wie Thomas Pöchheim bemerkte. Dabei ist der Mensch in seiner Kombination aus Kopf, Herz und Bauch das Bindeglied im eigenen Ökosystem. Es ist der Mensch, der Kooperation als Basis jeglichen Erfolgs ermöglicht.

Ob es gelingt, das soziale Verhalten aufgrund dieser 6 - 8 Wochen tatsächlich nachhaltig zu ändern? Das bleibt abzuwarten, war der Tenor. Ich bin in diesem Punkt ja (wie immer) heillos optimistisch und behaupte, wenn wir uns das alle fest vornehmen, dass "die Zeit danach" eine andere Qualität haben wird, als die "Zeit davor", dann wir das auch so sein.

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Corona Impact Map "Menschlichkeit"

Ein Feld, in dem die TeilnehmerInnen viel Veränderung erwarten, ist das Reisen. Hat das Reisen doch die klare Rolle, uns zu inspirieren. Wie gelingt Inspiration, die Berührung durch das Neue, in einer Welt, in der Reisen relativ unmöglich oder wesentlich erschwert wird?

Wird es hier gelingen, wieder bewusster inne zu halten und Momente zu erleben, anstatt sie "nur" in Selfies einzufangen, um sie mit der Welt zu teilen? Wie Peter Sempelmann (trend.at) skizzierte. Nachhaltige Reisen für alle Sinne.

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Corona Impact Map "Reisen"

Die thematisch logische, nächste Assoziation war das Klima. Wo der Gedankenaustausch über die Inklusion aller Lebewesen (Mensch, Tier und Natur), hin zu einer Neudefinition von Globalisierung und idealerweise einer neuen internationalen Solidarität führte, wie Rupert Roniger (Licht für die Welt) ausführte.

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Corona Impact Map "Klima"

Konkrete Ansatzpunkte für die Zeit nach und mit Corona

Overall lassen sich also folgende 5 Punkte herauskristallisieren, die Ansatzpunkte für ein anderes Leben und ein neues Business nach und mit Corona sein können:

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Corona Impact Map vom 17. April 2020

Um den kurzweiligen, anregenden Austausch, in dem virtuellen Whiteboard (Miro) abzuschließen, warf Rupert Roniger (Licht für die Welt) die spannende Frage auf: "Wie intensiv können digitale Begegnungen sein?", um all das zu kreieren, was wir als Runde in 90 Minuten erarbeitet haben. Eine Frage, die wohl jedeR von uns in den nächsten Wochen immer besser für sich beantworten wird können. Das wird eine Mischung sein, aus Techniken, persönlichem Einlassen auf Neues und neuen Formaten für virtuelle Begegnung. In diesem Sinne: Gestalten wir unsere Zukunft, lassen wir uns auch virtuell inspirieren und lernen wir gemeinsam aus Erfolgen und Misserfolgen.

Für alle, die jetzt neugierig geworden sind, geht´s am 11. Mai in eine nächste Runde, beim ersten virtuellen ambuzzador After Work Bier "Leading the Future". Für alle, die ihre Zukunft schon heute in die Hand nehmen wollen, geht´s hier zu unserem Angebot!