Kommentar: Die Zukunft von Facebook

2004 gründete Mark Zuckerberg Facebook. 15 Jahre und 2 Milliarden User später muss er immer noch ausrücken, um zu erklären, wie seine Plattform funktioniert. Warum eigentlich? Ein Kommentar.

2018 war das „Jahr der Verantwortung“ für Facebook, zugegeben nicht immer freiwillig. Gesellschaftliche Entwicklungen, ausgehend von der US-Wahl 2016 und Datenschutz-Treibern, zerrten die Plattform zu ganz neuen Themen in das breite Licht der Öffentlichkeit und sagten: "Own up!" Übersetzt: Stehe zu dem, was du tust. Kongressanhörung und umfangreicher Feature-Umbau waren die Folge.

Empört euch – oder auch nicht

Der begleitende Empörungssturm seit April letzten Jahres blieb aber nur einer im Wasserglas der Tech- und Marketingbranche. Der breiten Öffentlichkeit, die Facebook immer noch als Reichweitenplatzhirsch anspricht, war es egal. Reichweiten nahmen nicht ab, Clickkosten wurden nicht teurer. Negatives Userwachstum sucht man auch 1 Jahr später vergebens. Facebook ist nach wie vor da. Was das in Tech-Kreisen mittlerweile fast envogue Kritisieren der großen Digitalkonzerne betrifft, fehlt meiner Ansicht dort vor allem ein zentrales Element: Die Selbstverantwortung der User und ihre Medienkompetenz. Denn Verantwortung kann heutzutage nie nur einseitig gelebt oder eingefordert werden. Nicht falsch verstehen: Kritisiert werden muss, was anzuprangern ist. Dazu muss aber auch verstanden werden, worauf man seine Tomaten werfen möchte.

Medienkompetenz ist die zentrale Fähigkeit für die Digitale Transformation

Grundlegende Medienkompetenz in allen Gesellschafts- oder auch Unternehmensschichten ist heute nach wie vor die größte Lücke, die es zu füllen gilt, um einen zukunftsorientierten und sowohl auch kritischen Umgang mit jeglichem digitalen Berührungspunkt sicher zu stellen. Ob Schüler oder Abteilungsleiter, wer heute nicht die digitalen Services verstehen und einordnen kann, steht am Pannenstreifen des digitalen Wandels fest.

Lernen, einordnen und hinterfragen

Was heißt das für uns? Unsere Kunden und deren Kunden werden wir stets dabei zu unterstützen, zu hinterfragen, aufzuklären und Dinge selbst erleben zu lassen; in jeglicher Hinsicht der Customer Journey, vor allem digital. Gemeinsam setzen wir jetzt schon auf Ausbildung, heben Kernkompetenzen in der Mitarbeiterschaft und integrieren sie stärker in eigene Kanäle, um Multiplikatoreffekte zu nutzen. Denn selbst ohne dem Logout aus dem letzten Netzwerk der 00er Jahre, werden ihre Mitarbeiter & Kunden die nötige Motivation, den Purpose und Kommunikationsskills brauchen, um die Unternehmensbotschaft nach außen zu tragen. Vielleicht einfach bei einem Gespräch. Ob digital oder von Angesicht zu Angesicht ist dann gar nicht mehr entscheidend.

Resilienz: Erwarte das Unerwartbare

PS: Der kurze Herzstillstand von Facebook nach der Kongressanhörung und sammelnde negative Berichterstattung zeigt auch auf, wie trotz alledem auch die Größten der Großen sich auf plötzliche harte Zeiten einstellen müssen, Resilienz beweisen. Mit dem Setzen auf den eigenen Messenger sowie Whatsapp und dem ständigen Publikumsliebling Instagram diversifiziert sich Facebook schon seit langem. Auch hier gilt für alle: Sich nicht auf das einzige Steckenpferd setzen, sondern intern Bereitschaft für Veränderung schaffen. Kein leichter Weg, aber mit der Medienkompetenz wohl der zweite Pfeiler, auf denen die Unternehmen der Zukunft stehen können.