Ich bin Ich - Selbstsicherheit in Zeiten der Unsicherheit

Täglicher Begleiter: Unsicherheit

Durch die letzten 5 Jahre meines Lebens zieht sich folgendes: Unsicherheit. Es geht mir gut, im Beruf, zu Hause, aber das Gefühl von Sicherheit, zurück lehnen, treiben lassen, ins Morgen vertrauen, stellt sich so gut wie nie ein. Es ist immer etwas zu tun, es ergeben sich fast täglich neue Möglichkeiten, egal ob beim Einkaufen im Supermarkt oder bei der Auswahl an Feedback-Tools. Da geht eine Tür zu und schon tun sich schon wieder zwei auf.

Und genau das erzeugt bei mir diese Unsicherheit. Welche Chance will ich ergreifen bzw. mal ausprobieren und welche Entscheidung passt nicht zu mir und meinen Zielen und Werten?

Wo gehe ich lang. Und vor allem, wo nicht?

Ein Lösungsansatz: Zeit für mich

Genau so lange, wie ich diese Unsicherheit spüre, versuche ich (großteils unbewusst) dagegen etwas zu tun. Mal nehm ich mir Zeit für einen langen Spaziergang, dann besuch ich wöchentlich eine Yoga-Stunde oder lass das Handy im Urlaub ausgeschaltet.

Und danach merke ich immer wieder, dass es mir besser geht. Aber wieso eigentlich?

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Mein Erfahrungsbericht

Beim "Search Inside Yourself" Seminar, das ich im Oktober besucht habe, laufen die Fäden für mich zusammen.

Wer kann mir Sicherheit geben? Nur ich selbst.

Seither wird immer immer klarer, dass Unsicherheit und Ungewissheit zur Veränderung gehören und dass man es nie hinkriegen wird, echte Gewissheit zu schaffen. Aber, dass man dennoch Selbstsicher sein kann, bewusst seinen Weg geht und Entscheidungen trifft.

Was ich seit dem Wochenende in Stuttgart anders mache, jetzt, wo ich das für mich herausgefunden habe?

  • Weniger ist Mehr: Ich begegne der Unsicherheit und dem Stress nicht mit noch mehr Tun und Tempo, sondern mit Innehalten und Besinnen. Kurze Atemübungen an einem Tag mit vollem Terminkalender, helfen mir, mich auf das zu fokussieren was ich wirklich mit diesem Termin oder Gespräch oder E-Mail erreichen will.
  • Innehalten geht immer: Die große Challenge in meinem Alltag ist weiterhin das nichts Tun. Also wirklich nichts. Nicht aufs Handy schauen, nicht Kreise aufs Papier zeichnen, nicht die Ameise am Boden beobachten. Was mir jetzt aber dabei hilft: dieses Nichts tun und den Geist abschalten kann man jederzeit machen. Man braucht keine 15-Minuten Meditation oder 1h-Shiatsu-Einheit dafür. Beim Warten auf den Zug, beim Warten bei der Kaffeemaschine - zur Ruhe kommen.
  • Danke fürs Zuhören: Ich rede gerne mit Menschen, tausche mich aus, höre ihre Sichtweisen. Aber bisher war das immer begleitet mit einer Art Stress, unbedingt auch etwas Kluges antworten zu müssen. Jetzt bin ich dabei das achtsame Zuhören zu üben. Einfach nur hören, was der/die Gegenüber sagt und es dann dabei belassen. Dem/der Anderen hilft oft schon reden zu können und gehört zu werden.
  • Hör auf deinen Bauch: Gefühle sind etwas, was heutzutage im Arbeitsalltag eher ausgeklammert wird. Rational und objektiv soll man handeln, seine Gefühle im Griff haben und auf andere Acht geben. Ja, stimmt. Aber es hat schon auch einen Grund, warum wir Gefühle haben únd wahrnehmen. Und auf diese sollte man daher auch hören. Sie sagen einem intuitiv, was richtig, gut und fair ist, noch bevor wir es in Worte fassen können.
  • Nimm dir Zeit: Vor allem mit meinen Kindern, die wissen wo meine wunden Punkte sind, erlebe ich das täglich und darf ich das daher auch täglich üben. Jemand löst bei mir einen Reiz aus - und jetzt habe ich Zeit zu reagieren. Kurz durchatmen, an den Riesen-Eisbecher im Urlaub denken, die Wut kurz verrauchen lassen und erst dann reagieren. Das macht mich weitaus handlungsfähiger, als sofort in die Luft zu gehen.

Es ist sau-schwer.

Lieber wäre ich mit einem neuen Workshop-Design von Stuttgart zurück ins ambuzzador Office gekommen und hätte den anderen gezeigt, wie wir zu mehr Sicherheit und Stabilität kommen können.

So komme ich zurück, verhalte mich eher ruhig und nachdenklich. Und übe. Tagtäglich. Unbemerkt. Bin manchmal kurz davor den Hut drauf zu hauen (DANKE an meinen search inside yourself Buddy fürs wieder Aufrichten). Und dann wieder ganz euphorisch, wie jetzt beim Schreiben dieses Artikels.

Wobei mir aber bewusst ist, dass es schwer ist, diese Erfahrung weiter zu geben. Ich kann es erzählen, vielleicht Neugier wecken oder zu Fragen anregen. Aber im Grunde muss jeder selbst an dem Punkt stehen, wo er sich nach mehr Klarheit und Stabilität sehnt und dann seinen Weg finden, um das zu erreichen.

Aber eins kann ich mit Sicherheit sagen: Der Weg dahin führt nur über einen selbst.

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Danke an die Persönlichkeiten, die ich bei dem Seminar kennen lernen durfte. Und an die besonderen Visitenkarten, die wir ausgetauscht haben (hier wird gerade eine individuell für mich gezeichnet).

Über search inside yourself

Studien haben herausgefunden, dass "gute" Führungskräfte besonders viele Aspekte von emotionaler Intelligenz leben. Dazu gehören Fähigkeiten wie Empathie, Mitgefühl und Selbstreflexion. Und diese Fähigkeiten kann man trainieren, wie einen Muskel.

Google hat 2007 gemeinsam mit Experten aus Achtsamkeitstraining, Neurowissenschaften und Emotionaler Intelligenz ein Programm entwickelt - zuerst einmal nur für Mitarbeiter, mittlerweile aber für uns alle zugänglich. Mit dem großen Ziel:

Together, we’re working toward a more peaceful world in which all people feel connected and act with compassion.

Quelle: https://siyli.org/about

In Wien organisiert Barbara Riedenbauer diese 2-tägigen search inside yourself Seminare mit anschließender 28-Tage-Challenge.