Future Design – Das lernen wir von der Modeindustrie

Hätten wir uns und unser Business auf COVID-19 vorbereiten können? Und wie schaffen wir es, unser Business in der Zukunft krisensicher aufzustellen? Diese Fragen werden immer öfter gestellt.

Dazu habe ich mir angesehen, wer schon jetzt die Zukunft aktiv gestaltet. Erfahren Sie im Blogpost, wie die Modeindustrie gezielt die Zukunft in die Hand nimmt und was wir von Kim Kardashian und Bikershorts lernen können.

Ein Rennstall statt einem Einhorn

Eines der bekanntesten und erfolgreichsten Beispiele für Future Design ist Elon Musks Masterplan 1 und 2 mit folgendem Ziel: „zero emission electric power generation options“.

Er hat sich konkret überlegt und verschriftlicht, was er erreichen möchte, um ein Ziel vorzugeben, aber auch ein Ökosystem aufzubauen und die Talente anzuziehen, die mit ihm an diesem Big-Picture arbeiten möchten. So legte die erste Version des Teslas als Luxusmodell den Grundstein für die zweite Evolutionsstufe, bis hin zu einem günstigeren Modell, das für eine breitere Masse verfügbar ist. Als Teil davon wurden immer leistungsfähigere Batterien entwickelt, die auf die Vision, Solarenergie verfügbar zu machen, einzahlen.

Wir dürfen daraus nicht schlussfolgern, dass ein Unternehmen mit einer guten Idee und einem Plan bereit für die Zukunft wäre, denn, wie Stefan Schwaha sagt, „nur auf ein Pferd zu setzen“, stellt eine Gefahr fürs Unternehmen dar:Wir brauchen einen ganzen Rennstall, um unseren Erfolg in der Zukunft abzusichern. Wir wissen nicht genau, mit wie vielen Pferden Elon Musk gestartet ist, eines ist jedoch klar: Tesla ist nur eines von vielen Projekten, dass sich schlussendlich als Einhorn entpuppt hat.

Um mehr über Zukunftsdesign zu lernen, brauchen wir ein Beispiel, das in kürzeren Zyklen funktioniert: Eine Branche, die Jahr für Jahr die Zukunft gestaltet und an der jeder von uns zumindest als Konsument*in teilnimmt, ist die Modeindustrie.

5 Grundsätze, die wir von der Modeindustrie über Future Design lernen können:

1 Konstante Weiterentwicklung – wer stoppt, stirbt:

Prägte einst Ludwig XIV, der Sonnenkönig von Frankreich die Mode über Jahrhunderte, stehen die großen Designer von heute vor der Herausforderung, mit mehreren Kollektionen pro Jahr mit den Fast-Fashion-Unternehmen mitzuhalten. Trends verändern sich in Echtzeit und werden von uns allen geprägt, Stichwort Streetstyle. Um relevant zu bleiben, erfindet sich die Modeindustrie konstant neu.

Auch Unternehmen müssen sich diese konstante Weiterentwicklung auf die Fahnen schreiben, damit sie nicht an Relevanz verlieren und ihre Konkurrenten an ihnen vorbeiziehen.

Empfehlung: In regelmäßigen Checks das Unternehmen neu auf die Zukunft ausrichten. Weiterentwicklung in konstanten, parallel laufenden Experimenten zum Teil der Unternehmenskultur machen.

Die Modeindustrie versucht ständig die Zukunft vorherzusagen. Warum? Weil die richtige Interpretation von Trends sich direkt im Unternehmenserfolg niederschlägt. Was in der Modeindustrie schon in der nächsten Saison sichtbar wird, kann bei Unternehmen oft länger dauern.

Während das Unternehmensziel sein soll, neue Geschäftsmöglichkeiten frühzeitig zu erkennen, bedeutet das nicht, auf jeden Trend aufzuspringen. Mode steht unter extremen Wettbewerbsbedingungen und Zeitdruck, daher werden oft vielfältige Kollektionen produziert, ohne vorher die Marktresonanz abzutesten. Das Resultat: Überproduktion, die nicht abgesetzt werden kann.

Empfehlung: Etablieren Sie Trend-Scouting in Ihrem Unternehmen, um frühzeitig Chancen zu erkennen. Setzen Sie auf Prototyping und einen userzentrierten Ansatz in der Produkt- und Serviceentwicklung. Dazu werden vielfältige Prototypen mit der Zielgruppe getestet und weiterentwickelt, um vorab das Risiko zu minimieren, Produkte wegzuschmeißen. Speziell unter dem Nachhaltigkeitsaspekt empfehlen wir unbedingt Überproduktion zu vermeiden!

3 Einflussfaktoren kennen und nutzen:

Die Modeindustrie ist tief mit der Musikbranche und Influencern verwoben. Diese Einflussfaktoren sind nicht nur bekannt, sie werden auch regelmäßig genutzt. Nicht umsonst sitzen immer mehr Influencer in den Frontrows der Modenschauen und verdrängen etablierte Fashionredakteure auf die hinteren Reihen. Zufall? Nein! Modehäuser wählen bewusst ihre Kooperationspartner aus und versuchen aktiv neue Trends über Influencer zu platzieren.

Auch Unternehmen müssen treibende Einflussfaktoren identifizieren und ihr Ökosystem bewusst aufbauen. Wissen Sie, wovon der Erfolg Ihres Unternehmens abhängt? Oder wen Sie brauchen, um Ihre Unternehmensziele zu verwirklichen?

Empfehlung: Die Identifikation von Einflussfaktoren reicht nicht, um auf die Zukunft vorbereitet zu sein. Spielen Sie regelmäßig verschiedene Szenarien durch und identifizieren Sie Fähigkeiten und Skills im Unternehmen, die Sie für diese Szenarien brauchen.

4 The odd one out:

Für eine Pandemie oder Ähnliches sind nur die wenigsten Unternehmen vorbereitet, zu unwahrscheinlich, zu selten oder auch schlicht und einfach nicht vorstellbar. Doch gerade Ereignisse, die wir als unwahrscheinlich abtun, sollten wir bedenken, wenn sie das Potenzial haben, unser Unternehmen maßgeblich zu beeinflussen.

Komische Dinge passieren, sei es eine weltweite Pandemie oder Kim Kardashian, eine selbst ernannte Fashion-Ikone, Influencerin und Unternehmerin, die beschloss Bikershorts (Radlerhosen) zum Trend zu machen: An diesem Beispiel erkennen wir auch, dass die Modeindustrie nicht damit gerechnet hat: Zuerst wurde viel über das neuartige Kleidungsstück gelästert. Radlerhosen konnten sich durchsetzen, wurden zuerst von wenigen Fast-Fashion Unternehmen ins Sortiment aufgenommen und waren ständig ausverkauft ... Hier spreche ich aus persönlicher Erfahrung. Aus wirtschaftlicher Sicht eine verpasste Umsatzchance.

Empfehlung: Richten Sie bei der Bewertung der Einflussfaktoren des eigenen Unternehmens den Fokus nicht nur auf die offensichtlichen Player und Trends. Werfen Sie auch Impakt starke Außenseiter in den Mix. Von diesen Szenarien werden Sie einiges lernen, versprochen. ;-)

5 Das richtige Timing:

Designer sind sich bewusst: lassen sie sich zu sehr von der Vergangenheit inspirieren, wirken Kleidungsstücke altmodisch und kostümhaft. Sind sie zu neuartig, verkaufen sie sich nicht, da die Zielgruppe noch nicht dafür bereit ist.

Selbiges gilt auch für das Business Design von Unternehmen. Wir dürfen nicht in die Falle tappen und uns in altbewährten Strukturen verlieren. Was jetzt funktioniert, muss nicht für die Zukunft passen. Ein „alles neu“ Zugang ist aber auch nicht immer zielführend.

"Customised", der neue Zugang setzt auf maßgeschneiderte Angebote, die von Kund*innen selbst erstellt werden. Das stärkt die Zufriedenheit, da die Personen, selbst in der Produktherstellung mitgewirkt haben und ein "einzigartiges" Produkt erhalten. Nike setzt mit "Nike By You" auch auf das Konzept, das darüber hinaus den Vorteil sammelt, Marktdaten zu generieren und Überproduktion bei diesem Schuh zu vermeiden.

"Mit Crowdfunding zum Produktlaunch": Crowdfundingplattformen wie Kickstarter, die die Finanzierung von Projekten durch mehrere Personen möglich machen, sind auch immer öfter der Gründungsplatz für neue Produkte. So hat der Rucksackproduzent "Wayks"mit der Option der Vorbestellung des Rucksackes die Marktresonanz und den Absatz der ersten Produktion über Crowdfunding sichergestellt. Das bietet für Unternehmen die Möglichkeit Zugang zu Finanzierung zu bekommen und den Produktlaunch risikoarm zu gestalten.

Empfehlung: Um Angebote und Services bereitzustellen, die auf Marktresonanz stoßen, empfehlen wir immer wieder das Gespräch mit der Zielgruppe zu suchen und die Kund*innen in die (Weiter-) Entwicklung der Angebote miteinzubeziehen.

Fazit:

Wir müssen uns auf die Zukunft vorbereiten, damit wir den wirtschaftlichen Erfolg unserer Unternehmen sichern. So geht´s:

  • Machen Sie Trend-Scouting und Monitoring zur Routine. So können Sie frühzeitig neue Business-Chancen identifizieren.
  • Mit Prototyping kann die Marktresonanz vorab erforscht werden.
  • Lernen Sie die Einflussfaktoren auf Ihr Unternehmen kennen und bewerten. Was hat das Potenzial Ihr Unternehmen aus der Bahn zu werfen?
  • Spielen Sie verschiedene Szenarien durch und identifizieren Sie Skills, die Sie in Ihrem Unternehmen für die Zukunft aufbauen müssen.
  • Mit dem Test & Learn Mindset kontinuierlich auf Weiterentwicklung setzen!

Hört sich kompliziert an? Kein Problem! ambuzzador unterstützt Sie gerne:

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Was Future Design von ambuzzador von anderen Ansätzen unterscheidet?

Keine Gedankenexperimente für zurückgelehnte Schachstrategen, sondern Echtzeitsimulation von konkreten Zukunftsszenarien, um Mindset, Skillset, Teamwork und Infrastruktur auf den Zahn zu fühlen. Die erlebnisbasierten Lerneffekte für die Steigerung der Widerstandsfähigkeit der Organisation, werden hautnah verständlich für Führungskräfte und MitarbeiterInnen unterschiedlicher Organisationseinheiten.

Wir freuen uns drauf, gemeinsam mit Ihnen Ihre Zukunft neu und anders zu betrachten.

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Stefan Schwaha, Zukunfts- und Erlebnisdesigner

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Sabine Hoffmann, Erlebnisdesignerin und -trainerin