DLD in New York: „Wer sich nicht traut, hat schon verloren!“

Digitale Transformation: Das große Fragezeichen nach dem Sinn des Lebens, wenn Maschinen unsere Jobs übernommen haben werden. Verbunden mit dem Anspruch die Welt zu verbessern. Jetzt. Sabine Hoffmann berichtet von der DLDnyc. #speakingdigitalfuture

In einer abwechslungsreichen Mischung zum Wandel der Gesellschaft (nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass Männer erstmals in der Geschichte der Menschheit ihre Väterrolle wahrnehmen), der (Marken-)Kommunikation, die heute verdient werden will, dem Potenzial neuer Technologien wie Blockchain bis hin zur Verantwortung des Einzelnen, diesen Wandel aktiv zu gestalten, präsentierte sich die DLD in New York. Gewohnt bunt auch die TeilnehmerInnen: von Laura Rudas und Eva Dichand über namhafte Vertreter der deutschen Wirtschaft, wie etwa Lufthansa und Vodafone, Start-Ups aus dem Silicon Valley, aber auch Deutschland bis hin zu Gästen aus der ganzen Welt. Verbunden in dem Willen, die Zukunft heute anzugehen. Mutig und unkonventionell.

Ich trete also einmal mehr an, dieses Feuerwerk in (inhaltliche) gut verdauliche wie unterhaltsame Worte zu packen. Sollte das an der einen oder anderen Stelle weniger gut gelingen, bitte ich ganz ungeniert Kontakt mit mir aufzunehmen. Ich freue mich sehr darauf, meine Erfahrung auch persönlich zu teilen!

Vom „Internet of Information“ zum „Internet of Value“

Ich nehme es mir heraus, mit dem Thema Blockchain zu starten: Es hat aus meiner Sicht das Potenzial, das erst langsam ankommende Denken in Netzwerken massiv zu beschleunigen – in dem es Macht verschiebt von Einzelnen auf alle TeilnehmerInnen des Internets. Als „Trust Machine“ hat der Economist diese neue Technologie bezeichnet, beruht sie doch darauf, dass einzelne Blöcke eines Codes Peer-to-Peer verifiziert werden. Damit werden zentrale Vertrauensdatenbanken (wie Banken oder Notare) in dieser Funktion obsolet.

Dank Block Chain, übrigens der Code der hinter Bitcoin (einer virtuellen Internet Währung) steckt, werden wir Geld, Musik, Verträge, Energie, digitale Kunst und intellektuelles Eigentum durchs Netz schicken wie heute ein eMail. Genauso schnell. Und sicher. Und wir bleiben dabei im Besitz unserer Daten und überlassen diese nicht länger Facebook, Google und Co. Damit werden abgesehen von der Monetarisierung der eigenen Daten (ja, richtig verstanden: wir selbst verdienen dann an unseren Daten, nicht mehr nur Mark Zuckerberg) weitere Transformationen in Richtung breiteren Wohlstand ausgelöst:

  • Milliarden von Menschen (die heute keinen Zugang zum Internet haben) werden sich zusätzlich in Gesellschaft und Wirtschaft einbringen,
  • Rechte sind dann tatsächlich Rechte (ist Block Chain doch ein unveränderbarer Code),
  • Netzwerke bringen Wohlstand für alle TeilnehmerInnen und nicht länger nur für Evan Spiegel (Snapchat, Unicorn!), Ryan Graves (Uber), Mark Zuckerberg (Facebook), Larry Page (Google), Ben Silbermann (Pinterest, Unicorn!), & Co,
  • Finanzservices werden kostentechnisch entschlackt, wesentlich beschleunigt und für den User zu einem neuen Erlebnis,
  • Entrepreneurship findet unlimitierte Möglichkeiten und
  • last but not least (hochaktuell), wird die Verwaltung des Staates für und durch den Einzelnenmöglich.

Blockchain bewegt also die Grundfesten sämtlicher Geschäftsmodelle. Eine Disruption der Disruption. Höchste Zeit also, das Potenzial des eigenen Business im Netzwerk zu denken, aber auch auszuprobieren.

Marketing als Game Changer!?

Richard Edelman, der Gründer der weltweit größten PR Agentur, untermauert das mit seinen Aussagen zur Kommunikation der Zukunft. Für mein Gefühl greift er viel zu wenig weit, wenn er schlichtweg den Titel der Corporate Communication in „Communications Marketing“ transformiert. Ein PR-Mann der alten Schule zeigt sich zeitgemäß im Denken, wenn er die Bedeutung der „earned Media“ und der individuellen Beziehung zu Kunden betont. Souverän. Auch R. Edelman ist wohl oft im Einsatz, um VertreterInnen der „alten Welt“ (im eigenen Unternehmen und bei Kunden) von dem zu überzeugen was da kommt: Profit mit dem Beitrag zur Gesellschaft zu verbinden. Als Publisher und Community Builder. Siehe dazu auch das ambuzzador Community Content Modell.

„Make travel suck less“

Hyperoop ist das perfekte Beispiel für ein Business, das Profit und Sinn verbindet. Dirk Ahlborn (CEO Hyperloop) auf die (altmodische) Frage, ob es denn Elon Musk sei, der das Team motiviere: „What drives us is to make travel suck less“. Dem kann ich was abgewinnen, schließlich sitze ich gerade wieder für 8 Stunden im Flieger. Zeit, die ich auch anders verbringen könnte. Wobei ich hier bei Austrian Airlines äußerst charmant betreut werde und auch meine Zeit zum Bloggen habe.

Let Amy do the rest!

Apropros Zeit anders nützen: Ich habe mich auf die Warteliste eingetragen. Für Amy. Ein Bot, der auf Basis künstlicher Intelligenz künftig meine Termine vereinbaren wird. Schriftlich. Wir alle kennen das fünfmalige Hin und Her, bis ein Termin gefunden ist. Künftig werden wir diese Zeit füreinander haben, den Termin können sich unsere Kalender untereinander vereinbaren. :-)

GE, the digital industrial company

Mit Linda Boff, CEO von General Electrics, war die Vertreterin eines Corporate Dinosauriers am Wort, die ihren konsequenten Weg in Richtung Digitalisierung, vor allem auch im Bereich Employer Branding schilderte. Denn nur wo die Talente der Zukunft anheuern, entsteht Innovation. Die es so dringend braucht. Mit einer neuen Haltung, mit Raum für Experimente.

Building Brands Characters

In diversen Panels ging es darum, dass Marken in Interaktion treten – als „Publisher“? Nein, als Charaktere. Was ich aus unseren mehr als 10 Jahren Erfahrung in partizipativer Markenführung voll bestätigen kann: Marken werden in Social Media insbesondere erstmals zu Persönlichkeiten für die wie in jedem Drehbuch auch, klar sein muss welche Rolle sie im (mit den Kunden gemeinsamen!) Stück haben und wie sie agieren und wie eben nicht. Ein neues Handwerk in der Markenführung, das sich idealerweise in Scripten, aber auch in Kreation und Community Management manifestiert.

Es geht (auch) wieder um das Analoge

Viele Gespräche drehten sich um die idealen Bedingungen für Start-Ups, oft endete das bei konkreten Städten, aber auch Gestaltung von Arbeitsplätzen. Ist es doch längst keine Geheimnis mehr, dass das Silicon Valley seine Innovationskraft nicht zuletzt aus der räumlichen Nähe der Talente schöpft.

Eine der renommiertesten Trendforscherinnen Lidewij Edelkoort schloss unglaublich stark ab, mit einem Plädoyer für die Emanzipation von allem. Von (der Farbe) schwarz versus weiß, der Feminisierung der Männlichkeit (den Kindern und Müttern gleichermaßen gewidmet) und der Rückbesinnung auf Handwerk und Ruralität. Ein klarer Aufruf, jeden Tag Dinge anders zu tun als am Tag zuvor.

Oh ja, das bestärkt mich, meinen Weg weiterzugehen. Im Denken, leben und gestalten der Digitalen Business (!) Transformation!