Community Camp Berlin 2017

Supercomputer, Einhörner und jede Menge Entscheidungskraft. Das Community Camp Berlin hat viel Eindruck hinterlassen. Nach einer Weile des Sickernlassens hier nun unsere Top 5 Take Aways eines spannenden Wochenendes.

Unkonferenz . Ein Wort, das erst einmal wenig Sinn ergibt. Aber wenn sich fast 300 Community Manager zum zehnten Mal (Happy Jubiläum!) an einem Wochenende in Berlin treffen , gibt es eben keinen fix-fertig geplanten Tagesablauf mit vorbereiteten Vortrags-Slots.

Es gibt stattdessen eine rasche Vorstellungsrunde, wo ALLE für ca. 20 Sekunden zu Wort kommen, sich in drei Hashtags beschreiben und anschließend in der Session Planung ihre Themen vorschlagen, die bei genug Interesse der anderen Teilnehmer zum Tagesprogramm werden. KPIs, Influencer, Messenger Marketing …  alles ist erlaubt.

Wir haben ambuzzadors C ommunity Design Thinking Methode vorgestellt – an dieser Stelle nochmals eine großes DANKE an alle, die im #TeamMittagspause bei unserer Session dabei waren und uns beim Hands On Community Design Thinking neue Impulse mitgegeben haben. <3

Und nun, nachdem der Schlafmangel wieder halbwegs ausgeglichen ist, unsere Top 5 Learnings vom Community Camp Berlin:

1) Data, Data, Data!

Fanpage Karma hat 82.000 deutsche Facebook Pages analysiert . Das bedeutet – 16,5 Milliarden Aktionen, die User auf diesen Pages getätigt haben. BOOM.

Das ist natürlich kein Spaßprojekt, sondern dafür braucht es technische Kapazitäten. Die hat sich Fanpage Karma mit ELON geschaffen, einem Supercomputer, der nun Facebook Pages und deren Fans durchleuchten kann . Wieviele Interaktionen tätigen User überhaupt? Wieviele davon kann eine Page für sich verbuchen? Wo sind die eigenen Fans noch unterwegs? Und: Wie steht’s eigentlich um die berüchtigte Spezies der Gewinnspielnomaden? ELON kennt alle sehr genau. Und wird in Zukunft ein wahrer Game Changer in Sachen Facebook Strategie sein. Wir bleiben dran und schreiben weiter, sobald ELON auch österreichische Communities perfekt kennt. Danke an Stephan Eyl für die Einblicke!

2) Pinterest, das Conversion-Wunder.

Ja, hier werden Traumhochzeiten und das nächste Styling geplant. Ja, es gibt keine definitiven Userzahlen für Österreich. Aber nein, Pinterest ist alles andere als ein verzichtbarer Social Media Kanal. Wir sagen es schon länger, aber Projector s #ccb Session hat mal wieder große Pinterest Liebe bei uns ausgelöst.

Was als vergessener Social Media Channel gilt, sollte unbedingt wieder überdacht werden. Ein Channel in den vorgestellten Use Cases bis zu 50% des Traffics auf die Website generiert UND auch noch nach einem Jahr Relevanz hat, bietet viele Chancen. Wir erzählen gerne mehr!

3) Social Media und der rechtliche Aspekt

Das Social Web ist kein Spielplatz , auf dem wir nach Belieben agieren können. Das ist nicht unbedingt sexy, aber ein wichtiger Aspekt im Daily Business. Ein Fixpunkt am Community Camp ist das alljährliche Rechtsupdate von Dr. Thomas Schwenke , der das trockene Thema mit viel Charme und Schmäh greifbar macht. Neben News zum Netzwerkdurchsetzungsgesetz aka Facebook-Gesetz, das uns in deutschen Communities in Zukunft beschäftigen wird, gab es auch für Österreich eine wichtige Bestätigung: Influencer Kooperationen müssen korrekt gekennzeichnet werden! Was genau dafür notwendig ist – unsere Influencer-Expertin Felicitas Kilga weiß Bescheid.

4) Das Streben nach einem Shitstorm

Sprache: Sarkasmus

Reichweite: Viral

Kult: Schon jetzt

Die Kampagne #weilwirdichlieben stellt sich mit dem Titel „Humor schlägt Shitstorm“ vor und bewies wieder einmal, dass die Berliner Verkehrsbetriebe alles richtig machen mit ihrer Linie.

Jeder Channel hat sein erklärtes Ziel:

Facebook = Reichweite Twitter = Interaktion Instagram = ansprechende Bildwelt YouTube = Chancen von Bewegtbild nutzen

Service darf man sich hier von der BVG nicht erwarten – für Probleme und Informationen zu aktuellen Strecken gibt es eigene Seiten. Denn #weilwirdichlieben ist eine Kampagne, bei der derzeit kein Ende in Sicht ist … möge sie uns noch lange unterhalten.

Ach ja, Regeln gibt es auch: Keine Erwähnung von Großparteien und kein Angriff auf die Presse. Aber auch hier kann es passieren, dass die Grenzen etwas verschwimmen.

Ziel: Über sich selber lachen, Image-Aufbau.

Wer glaubt, dass hier wirklich die BVG agiert, liegt falsch. Betreut wird das Ganze komplett von einer Agentur .

5) Einmal Hype, bitte!

Man nehme Einhörner, Schokolade und begrenzte Stückzahlen – fertig ist der Social Media Hype des Jahres 2016 . Rittersport hat mit einer Limited Edition gezeigt, wie kraftvoll die Community sein kann … wenn man als Brand auf sie hört und aufpoppende Chancen nutzt. Seit einigen Jahren bietet Rittersport seinen Fans die Chance, Wunsch-Sorten online einzureichen. Als immer öfter rosarote Einhorn-Schokolade auftauchte, wurde das Marketing-Team aktiv und konnte die Chefetage von der Idee überzeugen. Es folgte ein Social Media Feuerwerk – ein Posting reichte, um den Sturm auf die #glittersport Schokolade auszulösen. Überlastete Server, riesiger Online-Buzz, unglaubliche Schlangen vor dem Store in Berlin und Nachproduktion … der Hype war perfekt. Alle Brands können Chancen wie diese ergreifen – wenn sie gezielt mit ihrer Community ins Gespräch gehen. Wir sind bereit … let’s talk about Community Design Thinking!

Honorable Mentions:

a) Sucht ein Bar Camp, geht hin und macht mit! Konferenzen sind immer ein wichtiger Impulsgeber, aber selbst mitzugestalten, mitzuentscheiden und (auch gerne spontan) Wissen zu teilen ist großartig. Danke an das Community Camp Berlin , alle Sponsoren und Teilnehmer – einer unserer Hashtags war #meinerstesbarcamp und es hätte nicht besser sein können. Auf die nächsten zehn Jahre!

2018 nehmen wir dann auch unsere Kollegin Franziska Hecht mit. Weil die Namensverwandtschaft mit der legendären Afterparty-Kneipe nur Gutes bedeuten kann.

b) Graphic Recording ist ein Wahnsinn. Yac Cordes von Sketchworks hat einzelne Sessions live mitdokumentiert und die dabei entstandenen Grafiktafeln sind umwerfend. Es muss viel mehr gezeichnet werden!

c) Herwart!

Während wir in großartigen Sessions jede Menge Inputs und Anstöße mitgenommen haben, wütete draußen Sturmtief Herwart . Pünktlich zum Ende des #ccb war dann auch der Ausnahmezustand beendet – ein großes Danke an Austrian Airlines, die uns mit geringer Verspätung gut nach Hause gebracht haben.