Über agile Unternehmenskultur im Zeitalter des #HumanAge

Disruption, Transformation, neues Arbeiten, agiles Leben: Am Jahresforum für agile Unternehmenskultur, dem Corporate Culture Jam, sehe ich mich einmal mehr bestärkt meinem Sinn zu folgen.

Über Potentialentfaltung in der Protomoderne #HumanAge

Nach der Postmoderne folgt die Neue Moderne. Den Raum dazwischen können wir als Protomoderne bezeichnen. In dieser Übergangsphase steht der Mensch und seine (Transformations)Fähigkeit im Mittelpunkt. Die nächsten 20 Jahre werden veränderungsintensiver als die vergangenen 300 Jahre: Für dieses Zeitalter braucht es Menschen, die mutig sind und dem „Ende“ offen entgegenblicken. Aber man sei beruhigt: Jedes Ende führt zu einem Neuanfang und jene, die es hindurch schaffen, erwachsen mit noch größerem Potenzial.

Der Mensch ist das Vermögen!

Die komplexen Herausforderungen, denen wir gegenüberstehen, können wir gedanklich nicht mit gewohnten Mustern durchdringen. Auf eines können wir uns allerdings verlassen: auf unsere Intuition, auf Berührungen mit einem schöpferischen Feld, auf das Gefühl „im Flow zu sein“! Menschen, die professionell genug sind, um die (Spiel)Regeln zu kennen. Menschen, die Räume öffnen, in denen es fließen darf. Menschen, die spielen und tun – nicht planen – und wissentlich ins Nicht-Wissen gehen, werden bereit sein für den entscheidenden Funken, der den nächsten Schritt einläutet.

Verhalten setzt Spuren, Spuren kann man folgen.

Wer sind die Menschen, die in epochalen Übergangsphasen wie diesen also selbstorganisiert wirken können? Sind es die Führungskräfte? Es sind einfach Menschen des neuen Zeitalters, die reflektiert, emotional, sozial und konfliktmutig sind. Die Rahmenbedingungen setzen, um Ideen zu lenken, Räume zu halten, in denen Vertrauen, Freude und Spaß erlebt werden darf. Sie geben uns Sicherheit und tun vor allem eines: sie sind! Sie coachen uns im entscheidenden Moment, damit wir bereit werden den nächsten Schritt zu gehen.

Eine Unternehmenskultur für die digitalisierte Welt

Diese agilen Coaches prägen eine Transformation fördernde Organisationskultur. Eine Kultur, wie sie amazon ein 14 Milliarden Euro schweres Forschungs- & Entwicklungsbudget beschert. Das Streben nach besseren Lösungen, Perfektion aufbauend auf (jahrelanger) Erfahrung bringt dabei nicht die gewünschte Innovationskultur hervor. Hingegen entschlossen, neu am Kunden, am Menschen er- und gedachte Lösungen visionär umzusetzen und dabei immer besser zu werden, das macht radikale Innovationskultur aus!

Erfolgreiche Innovation ist ein Handwerk

Sie entsteht unmittelbar aus dem Blickwinkel des Kunden. Dabei braucht es die Haltung und Fertigkeit eines Experience Designers, der end-2-end Kundenerlebnisse vor und hinter der Kulisse optimiert und innoviert. Personas zu skizzieren, Customer Journeys zu designen oder laufend Experimente und Testszenarien auszudenken reicht dabei jedoch nicht aus. Vielmehr heißt es aus dem Blickwinkel des Kunden heraus jeden Schritt zu hinterfragen und bereit zu sein erneut zu testen und daraus zu lernen, das nächste Experiment aufzusetzen.

Wann werden wir laut arbeiten?

Um aus dem Transformations-Silo rauszukommen, rufen wir zu einem Lernprogramm für jeden Einzelnen und jede Einzelne auf! Einen Startpunkt für agile Haltung zu setzen heißt, offen über die eigene Arbeit zu sprechen, in den Austausch zu gehen. Denn Wissen lebt nur im Netzwerk und Vernetzung hilft letztendlich dabei die Existenz zu sichern. Das erfolgt am besten in kleinen Schritten, wie beim Agile Learning Loop.

Für mich verstärkt sich:  Wir müssen lernen, Lernende zu sein!

Und in meiner Rolle als Agile Coach folge ich dabei jeden Tag meiner Bestimmung: Menschen am Weg ins digitale Zeitalter zu begleiten, in ihrem Tempo, besser zu werden. Schritt für Schritt.