3 Gründe, wieso wir Virtuelle Experiences brauchen

Das Riepl'sche Gesetz (aus "Das Nachrichtenwesen des Altertums", W. Riepl, 1913) besagt, dass kein gesellschaftlich-etabliertes Medium zum Gedanken- und Informationsaustausch durch ein Neues verdrängt werden kann. So hat die Tageszeitung keine Bücher verdrängt. Die Tageszeitung wurde nicht vom Hörfunk verdrängt. Der Hörfunk wurde nicht vom Kino oder dem Fernsehen obsolet gemacht. Schließlich sind Faxe im deutschsprachigen Raum auch noch Gang und Gäbe und E-Mails sind trotz Slack, WhatsApp & Co. noch ein etabliertes Medium zum Austausch im Privaten und Geschäftlichen.

Wie allerdings bringt uns diese Hypothese des Nürnberger Chefredakteurs Wolfgang Riepl (1864 - 1938) weiter, wenn wir die Welt der virtuellen Kollaboration im Jahre 2020 (und 2021) verstehen wollen?

COVID-19 hat nahezu alle Branchen dazu gebracht betriebsinterne sowie externe Geschäftsprozesse stärker zu digitalisieren. Somit waren von einem auf den anderen Moment KünstlerInnen, UnternehmensberaterInnen oder MitarbeiterInnen in Innovationsabteilungen gezwungen sich vom physischen in den virtuellen Raum zu bewegen. Für sehr viele war es eine produktive Horizonterweiterung und für manche ein unangenehmer Umbruch.

Nun steht uns die Impfung gegen COVID-19 im Jahr 2021 (und damit der Sieg gegen den Virus) bevor. Da muss man sich die Frage stellen: Was bleibt vom 2020er Digitalierungspush in der Arbeitswelt?

Virtuelle-Expereinces-und-Meetings

Unser Zoom-Intro während der Experience 2030

Drei Gründe, wieso virtuelle Experiences als Ergänzung bleiben müssen

Es gibt drei Gründe, wieso virtuelle Meetings und Veranstaltungen auch im Jahr 2021 bleiben werden:

1) Virtuelle Experiences vs. Klimawandel

Während (und sowieso "nach") COVID-19 dürfen wir nicht vergessen, dass wir uns im Modus des Klimanotstandes befinden. Denn laut den aktuellsten Zahlen der United Nations und des World Econmic Forums befinden wir uns auf dem Weg in Richtung einer Erwärmung um 3 Grad bis ins Jahr 2030. Somit sind wir meilenweit vom 1,5-Grad-Ziel entfernt. Durch weniger Corona-bedingte Reise- und Industrieaktivitäten konnten die Emissionen 2020 zwar um 7 % gesenkt werden. Dementgegen könnte ein ökonomischer Rebound-Effekt uns diesen Vorsprung 2021 zunichte machen.

Hier kommt die Virtualisierung von Events und Meetings ins Spiel. Das deutsche Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit hat berechnet, dass der CO2 Fußabdruck von Meetings, Konferenzen und Events um den Faktor 20 gesenkt wird, wenn diese virtuell stattfinden. So würde sonst alleine die Anreise zu einer europäischen Konferenz mit 60 TeilnehmerInnen 10 Tonnen CO2 verursachen. So konnte das Institut selbst bei einer eigenen Veranstaltung den prognostizierten, Event-verursachten CO2-Ausstoss von 1.000 Tonnen auf 50 Tonnen CO2 verringern.

Virtuelles Arbeiten hilft uns somit (etwas) dabei, unseren Planeten zu retten.

2) Virtuelle Experiences als Zeitsparer und Effizienzpusher

Wir alle haben es dieses Jahr gemerkt: durch das weggefallene Pendeln oder die Einsparung von Wegzeiten zum Kunden bleibt uns mehr Zeit für das Wesentliche. So bleiben uns mehr Ressourcen, die wir in Produktives oder in die Laufrunde am Abend (die sich nun doch ausgeht) stecken können. Dies belegt auch eine Umfrage von Studierenden der FH Krems.

Natürlich spielt hier der Rebound Effekt eine Rolle. Denn mit gesteigerter Effizienz wird die gewonnene Zeit in noch offene Tasks gesteckt. Entsprechende Rituale (wie zum Beispiel ein kleiner Spaziergang) vor oder nach einem Meeting können hier Abhilfe schaffen. Mehr über das Thema Mindful Working im Kontext der virtuellen Arbeit erfahren Sie in diesem Blogbeitrag von Barbara Fekete.

3) Durch virtuelle Experiences wird die Welt noch kleiner

Während vor wenigen Monaten renommierte Vortragende noch um die Welt jetten mussten, können diese nun morgens eine Keynote bei einem argentinischen Event halten und vor dem Mittagessen noch bei einer indonesischen Universität im Rahmen eines Impulsvortrags die Studierenden unterrichten. Eltern können in diesem Jahr an der virtuellen Weihnachtsfeier teilnehmen, während dies in den letzten Jahren aufgrund des Nachwuchses eher schwierig war. Mit virtuellen Experiences sparen wir uns somit nicht nur (zeitliche und monetäre) Ressourcen. Die Welt ist durch den Digitalisierungsschub 2020 trotz Reiseeinschränkungen kleiner geworden.

Doch wie wird aus einem Frontalvortrag eine Experience?

Wir alle kennen das inzwischen: virtuellen Meetings und Veranstaltungen fehlt oft das gewisse Etwas: Interaktivität, der persönliche Fokus und der informelle Austausch bei einer Tasse Kaffee oder einem Glas Wein zwischendurch. Das Problem liegt hier allerdings nicht bei den TeilnehmerInnen. Denn auch Virtuelles kann mit den richtigen Tools und Inhalten einen nachhaltigen Impact haben. Hier ein paar Beispiele:

  • Virtuelle Didaktik: Frontalvorträge mit Bildschirmübertragung langweilen die teilnehmenden TeilnehmerInnen oder ArbeitskollegInnen schnell. Die kreative Kombination von Vidocall-Tools und virtuellen Whiteboards (z. B. Miro oder Mural) kann hier Abhilfe schaffen. In diesem Artikel von Stefan Schwaha lesen sie, welche Vorteile diese Hybrid-Variante der virtuellen Meetings bringt.

#Experience2030 - Sie waren heute nicht dabei? Kein Problem, hier das Video zum Nachschauen. 😉 Eine ausführliche...

Posted by ambuzzador on Friday, December 4, 2020
  • Das Office im Virtuellen: Weil sich der Großteil von uns derzeit nicht in unserem Office befindet, haben wir uns bei ambuzzador für unsere täglichen und wöchentlichen Rituale ein zweites, virtuelles Office geschaffen. Durch passende Videocall-Hintergründe, Bilder unserer (echten/physischen) Whiteboards für Miro oder digitale Pausenräume stärken wir den Zusammenhalt und den Spaß in der täglichen virtuellen Zusammenarbeit auch während COVID-19.
ambuzzador_virtuelle_expereinces_miro_whiteboard.png

Täuschend echt: Unser Office-Whiteboard in Miro während unserer Experience 2030

  • Das Event-Packerl für die virtuelle Veranstaltung: Wie lassen sich Meetings und Veranstaltungen, bei denen mehr Sinne als Hören und Sehen gefragt sind, ins Virtuelle holen? Zum Beispiel bei Kochkursen, Weihnachtsfeiern oder in der Produktentwicklung im Lebensmittelsektor? Ganz einfach: man bringt den Teilnehmenden das Benötigte in die eigenen vier Wände. So hat z. B. der Chemiekonzern BASF in Deutschland auf dem Betriebsgelände ein eigenes Fernsehstudio eingerichtet, in welchem die Köche und Köchinnen der Betriebskantine virtuelle Weinverkostungen und Kochkurse für die 35.000 MitarbeiterInnen anbieten. Die entsprechenden Zutaten und Weine werden vorab an die TeilnehmerInnen versandt. Unternehmen wie GetYourGuide oder das österreichische Startup Vinoteria haben diese Art des virtuellen Events bereits plattformisiert.

Was uns das Riepl'sche Gesetz für das Post-COVID-19 Zeitalter voraussagt

Wenn wir uns an Riepls Hypothese erinnern, können wir optimistisch sein, dass ferner in Zukunft virtuelle Meetings mit persönlichen Treffen koexistieren werden.

Allerdings mit den Vorteilen, dass wir internationaler kollaborieren können, der CO2-Ausstoß aufgrund von Business-Reisen weiter sinkt und die Inklusion von Remote-MitarbeiterInnen weiter steigt. Doch wir alle müssen dafür sorgen, dass wir keine langweilige Zoom Call-Monologe als produktives Meeting labeln, sondern nachhaltige virtuelle Experiences schaffen, um Akzeptanz von digitaler Zusammenarbeit auch in der breiten Masse zu steigern.

Sie wollen Ihre Projekte virtuell voran bringen oder digitale Meetings und Events auf ein neues Level heben? Dann kontaktieren Sie uns jetzt: