Pay with a Tweet

Thursday, June 17th, 2010

Klassische Werbung ist tot, sagen die einen. Die anderen wehren sich gegen diese Behauptung. Dennoch lässt sich nicht abstreiten, dass immer ungewöhnlichere Mittel und Wege gefunden werden, Werbung an den Mann (oder an die Frau) zu bringen. Sei es das rote Klippan-Sofa von IKEA in der U-Bahn-Station oder das frisch gewaschene Hemd im Kühlregal. Zusehends beliebter wird auch Werbung via Social Media. Nicht nur auf facebook, auch auf twitter spielt Werbung eine große Rolle. Mundpropaganda – um es mit dem passenden Schlagwort zu versehen. Eine neue Form der Werbung, an der die User selbst auch noch ein Stück von der Torte abbekommen, ist das Social Payment-Service Pay with a Tweet.

chartPay with a Tweet geht von dem Grundgedanken aus, dass der Wert von Menschen, die über ein Produkt sprechen viel höher ist als das Geld, das man für das Produkt bekommen würde. An dieser Stelle setzt Pay with a Tweet an und lässt Twitterati mit dem Wert ihres sozialen Netzwerks bezahlen. Der Effekt ist klar – Follower eines Users werden auf dessen Tweet aufmerksam, lesen ihn & somit die Produktwerbung und klicken bestenfalls auf den Link. Sind infolge selbst davon begeistert und teilen es ihrerseits mit ihren Followern. Wie das in der Praxis aussieht? Das zeigen uns die Macher von Pay with a Tweet anhand eines ersten Beispieles. Der Dienst selbst ist nämlich noch nicht gelauncht, in Kürze soll es jedoch soweit sein. Zurück zum “Testbeispiel”. User, die das Buch “Oh My God What Happened and What Should I Do?” lesen möchten, können mit nur einem einzigen Tweet bezahlen und so das eBook downloaden. Nach einer kurzen Authentifizierung auf twitter ist man mit der Downloadseite verbunden und nur einen Tweet vom eBook entfernt, welcher lautet: “This book helps you to move in the digital era of awesomeness. Download it for free!” Der entsprechende Link darf dabei natürlich nicht fehlen.

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Eine neue Form simpler und dennoch viraler Werbung scheint sich hier anzubahnen. Inwieweit diese von twitter-Usern akzeptiert wird, wird sich natürlich noch zeigen. Neu ist jedoch auf alle Fälle, dass dieses Bezahlsystem erstmals den Social Media-Wert eines Users aufrollt. Und für Marketingleute und Co. einen neuen Markt erschließt. Obwohl der Dienst noch nicht gestartet ist, ist für die Macher jedenfalls schon klar, wer aller von diesem Service profitieren kann. So findet sich auf die Frage “Who should use ‘Pay with a Tweet’?” folgende Antwort:

  • DJs
  • Musiker
  • Journalisten
  • Autoren
  • Marken
  • Kreative
  • Geschäftsleute & Wissenschaftler
  • Service Provider
  • Regisseure & Unterhaltunsgfirmen

Was bleibt? Gespannt den Launch von Pay with a Tweet und die tatsächlichen Ausmaße auf twitter abzuwarten. Ebenso wie die “Gegenleistung” – also jene Produkte, die man für einen Tweet erhält. Zugegeben, für das eine oder andere Produkt, würde ich schon einen Tweet opfern ;-)

PS – Würde man das Buch auf amazon kaufen, würde man übrigens € 14,90 dafür bezahlen.

Quelle:
springwise.com

König Fußball regiert die Medienlandschaft

Wednesday, May 26th, 2010

Sie ist im Anrollen – nein – sie ist schon lange da! Die Rede ist von der Werbekampagnenflut hinsichtlich der Fußball Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika. 16 Tage zählt der Countdown bis zum offiziellen Ankick der ersten Weltmeisterschaft in einem afrikanischen Staat. Und wieder einmal scheint die Medienlandschaft im Vorfeld nur ein Thema zu kennen. Willkommen in der Werbewelt von König Fußball.

Fußball und Werbekampagnen sind bereits so stark miteinander verwoben, dass die klassische TV Werbungen im Vorfeld eines Fußballgroßereignisses zum Programm gehören. Sie heizen die Stimmung an, bauen den Spannungsbogen, Tage, Wochen und Monate vor dem Ereignis auf und tragen zur Einstimmung auf ein Großevent statt. Im Fall der Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika wurden die ersten Werbekampagnen schon 2008 im Zuge des Confederations Cups veröffentlicht. So richtig spannend wird es aber nun, knapp 2 Wochen vor offiziellem Beginn. Offizielle Sponsoren wie Coca Cola haben einen gewissen Druck, müssen Sie sich gegen Konkurrenten durchsetzen, die natürlich auch nicht schlafen. Wichtigstes Instrument aller Kampagnen sind Fußballer oder starker Fußballbezug. So zum Beispiel bei Pepsi’s Bodypainting-Kampagne. Farben sind in den Fußballstadien ein Kernelement der Identifikation der Fans mit der sympathisierten Mannschaft. Der Fußballkontinent Afrika und seine Fußballvolk ist für das prächtige Farbenspiel in den Stadien bereits vor dieser WM bekannt gewesen. Pepsi launchte nun einer Bodypainting-Kampagne, in dem auch zahlreiche Stars vorkommen.

Für einen “roten Faden” im WM-Marketing Mix von Pepsi sorgt das Engagement von Akon, der die Pepsi-Hymne “Oh Africa” performt. Diese inszenierte Hymne (dies ist keine offizielle WM Hymne) zieht sich durch alle Pepsi Werbungen und sorgt dafür, dass der Konkurrent Coca Cola bereits mächtig Aufholbedarf hat.

An dieser Stelle hört man dann oftmals ein genervtes Aufbäumen der Fußballrandgruppe Frau. Das Frauen jedoch sehr wohl zur Zielgruppe der WM und Werbetreibenden gehören, beweist Jillz, Getränkehersteller in den Niederlanden, das sich gegen das Verbot ausspricht, wonach Spieler ihr Trikot (beim Torjubel bspw.) nicht ausziehen dürfen.

Nach dem Motto “Jillz loves football” liebt Jillz auch Frauen und versucht mit diesem Spot auch die “oft vergessene Zielgruppe” zu erreichen. Ob es den Niederländern allerdings gelingen wird, die Fußballregelwelt zu revolutionieren und das “Trikotverbot” umzustoßen, bleibt abzuwarten. Jedoch haben sie ihren Beitrag geleistet um im Vorfeld der WM auch in der Frauenwelt Fußballstimmung zu erzeugen.

Ein mittelgroßes Erdbeben ist durch die Medienlandschaft gegangen, als Nike mit seinem Spot “write the future” im Rahmen des Champions League-Finales vergangenen Sonntag eine Bombe losgelassen hat. Kernaussage der Kampagne: Jedes Tackling, jede Ballberührung, jeder Schuss kann bei einem solchen Event wie der Weltmeisterschaft Geschichten, Legenden und Helden hervorbringen. Der Sport lebt von der Faszination des Moments. Jeder kann Geschichte schreiben:

Dies ist aber nur der Beginn einer riesigen Fußballkampagne. Nike läd alle Fans und Fußballer ein, sich mit Videos, wie sie Geschichte schreiben (wollen), vorzustellen und womöglich in der Nike Academy gescoutet zu werden. In einem Atemzug mit Nike und Coca Cola muss aber auch Heineken genannt werden, das mittlerweile wahrscheinlich Top of Mind unter den Sponsoren großer Fußballevents ist. Heineken möchte mit einer interessant angelegten Werbekampagne das Fanverhalten verändern. Traditionell werden in Südafrika unter den Fans ja so genannte Vuvuzelas, trompetenähnliche Instrumente zur Verbreitung von Stimmung in den Stadien, verwendet. Dies hat sich Heineken als Vorbild genommen um nun ein Gadget für den europäischen Fußballanhänger entworfen, das Pletterpet:

Auf diese Werbung sollen die Reaktionen der übrigen Fußballnationen um WM-Teilnehmer Niederlande folgen. Die (etwas dürre) deutsche Antwort sieht demnach so aus. Im Zuge dieser Kampagne soll in weiterer Folge ein nicht existierender Kampf zwischen den Nationen um die besten Fangadget geschaffen werden, in der Hoffnung, ein zusätzliches Incentive für den Heineken- und Fußballfan zu schaffen.

Wenn man den Fernseher also einschaltet, scheint es, als ob sich wirklich jede zweite Werbung nur mehr mit Fußball oder der WM zu drehen scheint. Fußball ist heutzutage kurz vor der Weltmeisterschaft in Südafrika also quasi omnipräsent. Wir verbeugen uns daher vor König Fußball und genießen, was noch auf uns zu kommen wird.

Quellen:
football-marketing
Adverblog
finanzen.net
adverblog
viralblog

Ariel: Frische gehört nun mal eben ins Kühlregal

Wednesday, May 5th, 2010

Stellen wir uns einmal folgendes Szenario vor: man hetzt durch den Supermarkt, um den wöchentlichen Großeinkauf zu erledigen, packt da mal ein paar Äpfel, dort mal eine Packung Milch in den Einkaufswagen und – huch, was ist das? Plötzlich findet sich anstelle des Joghurts ein Hemd im Kühlregal!?

Waschmittelwerbungen sind meist ziemlich langweilig und verfolgen alle das gleiche Schema: Kinder spielen im Garten, beschmutzen – wie es sich für Kinder nun mal eben gehört – ordentlich die Kleidung, die Mutter ist der Verzweiflung nahe und völlig überraschend (oder eben auch nicht) schleicht sich eine Packung Waschmittel ins Bild, um den Flecken im wahrsten Sinne des Wortes an die Wäsche zu gehen. Mal ehrlich – könnten Sie da aus dem Gedächtnis raus noch unterscheiden, ob es sich bei diesen Werbespots um Ariel, Persil oder doch Henkel handelt? Eben. Ich auch nicht.

Nochmal zurück zu unserer Supermarkttour, die wir uns eingangs ins Gedächtnis gerufen haben. Ein Hemd im Kühlregal? Diese Vorstellung mag vielleicht ein klein wenig unrealistisch wirken, ist sie jedoch nicht. In Dubai, wo man sich über die Effektivität von Waschmittel-Spots scheinbar ebenso Gedanken gemacht hat wie wir eben gerade, sind die Hemden im Kühlregal Realität: Frische ist jener Punkt, den wir an gerade eben gewaschener Wäsche so gerne mögen. Ariel, ohne Zweifel einer der bekanntesten Waschmittelhersteller, hat es im besonders heißen Dubai mit der Frische ziemlich genau genommen und Kleidungsstücke in Frischhalte-Verpackungen neben gekühltem und frischem Obst ins Kühlregal gepackt. Und das Etikett verriet, na was wohl: Wäsche wird durch Ariel eben so frisch, dass sie auch ins Kühlregal gehört: “The fresh scent of just-washed now lasts up to 5 days”. Logisch, oder?

Waschmittelwerbung kann es eben doch schaffen, alles andere als langweilig zu sein. Gelungene Idee von Ariel, mit garantiert großer Wirkung! I like ;-)

Ariel

Bild- und Textquellen:
marketing-gui.de

Decide the story: Red Bull

Wednesday, March 3rd, 2010

160 Länder. 23 Jahre. Das ist die Bilanz der klassischen Red Bull-Werbungen, die wohl jeder von uns kennt – Red Bull verleiht eben Flügel und ein Happy End in nur 15-20 Sekunden. Doch damit ist jetzt Schluss. In den Niederladen kehrt Red Bull seiner Werbeagentur den Rücken zu und ruft seine Fans auf, die nächste Kampagne (mit) zu bestimmen. (more…)

Die Sahnestückchen aus dem Werbejahr 2009

Thursday, December 24th, 2009

Auch in der Werbewelt neigt sich das Jahr dem Ende zu. Vor dem deutschen Fernsehen haben wir, wie jedes Jahr, viel gelacht, den Kopf geschüttelt und uns von Emotionen treiben lassen. Die Werbepause, von vielen gehasst doch von den meisten angeschaut.

Was Unternehmen und deren Kreativagenturen dieses Jahr geleistet haben war wieder sensationell, klar nicht alles, aber vieles. Hier meine persönlichen TOP 3 der Werbespotts 2009.

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