Mobile-User verstehen lernen

Wednesday, November 16th, 2011

Das Mobile Web wird immer mehr zum Mainstream. Es sei daher Zeit, sich an die neuen Umstände anzupassen, mahnt ein Google-Feature.

Das Mobile Web schafft neue Realitäten. Es sei daher Zeit, sich an die neuen Umstände anzupassen, mahnt ein Google-Feature.

Wenn es ein Unternehmen gibt, das über das Onlineverhalten von Menschen Bescheid weiß, dann ist es Google. Als größter Werbeanbieter (AdSense und AdWords) und Betreiber der größten und zweitgrößten Suchmaschine (Google.com und YouTube) verfügt Google über jene Daten, die die ganze Welt neugierig macht.

Daher macht es nur Sinn, dass der Web-Gigant vor geraumer Zeit „Think with Google“ startete. Auf der Website stellt Google aktuelle Trends vor und gewährt in zahlreichen Features aufschlussreiche Einblicke in das Online-Verhalten von Usern. Einer dieser Trends ist das Mobile Web.

Mobile Web am Vormarsch

Das Mobile Web hat das Leben im Zuge des Smartphone-Booms fundamental gewandelt. Die digitale Realität fristet kein abgetrenntes Dasein von der physischen Welt mehr, sondern ist mit ihr fortwährend verbunden. Für immer mehr Menschen sind die Segnungen des Internets zu einem omnipräsenten Teil ihres Alltags geworden.

„Allerdings haben 79 Prozent aller großen Online-Werber keine Website, die für Smartphones optimiert ist“, warnt Google. „Das macht es für mobile User sehr schwer, schnell und einfach das zu finden, wonach sie auch wirklich suchen.“

Es sei daher Zeit zu handeln, meint man bei Google, denn:

  • 85 Prozent aller Mobiltelefone werden im kommenden Jahr internetfähig sein
  • Mobile Suche hat sich im vergangenen Jahr vervielfacht
  • Eine von drei mobilen Suchen hat einen lokalen Bezug
  • 30 Prozent aller Restaurant-Suchen kommen von mobilen Geräten

Neues Online-Verhalten

Mobile-Web-User sind also nicht einfach nur Menschen, die per Smartphone ins Internet gehen. Das Mobile Web schafft seine eigene digitale Realität, mit speziellen Gewohnheiten und Bedürfnissen. Google empfiehlt daher, Webseiten für Smartphones speziell an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Relevanter Content und einfache Bedienung sollten dabei mehr im Mittelpunkt stehen als je zuvor.

Das Mobile Web sei jedoch kein Trend, betont Google. „Mobile ist eine neue Ära. Und es ist nicht zu spät, früh dran zu sein.“

Quellen:
http://www.thinkwithgoogle.com
http://www.youtube.com/GoogleMobileAds (Screenshot)

Web-Doku: On the Brink

Friday, November 4th, 2011

Wir befinden uns am Absprung in die vernetzte Gesellschaft – und das wird vieles ändern. Diese These vertritt die soeben erschienene Web-Doku „On the Brink“.

Die Webdoku "On the Brink of a Networked Society" beleuchtet die Folgen der vernetzten Gesellschaft.

57 Prozent kommunizieren mehr online als offline, 48 Prozent der 18-34-jährigen checken in der Früh als erstes, was sich auf Facebook getan hat, und eines von sechs verheirateten Paaren haben sich im Web kennengelernt. Diese beeindruckenden Zahlen sind jedoch erst der Anfang. Wir befinden uns gerade am Absprung in die vernetzte Gesellschaft und es ist abzusehen, dass kein Stein am anderen bleiben wird. Das ist die These der soeben erschienen Web-Doku „On the Brink“.

On the Brink of a Networked Society

Die 21-minütige Web-Doku von Ericsson beleuchtet die Veränderungen der vergangenen zehn Jahre und wagt mit zahlreichen Experten einen Blick in die Zukunft. „Es gab keinen Zeitpunkt in der Geschichte, in der es einen so raschen Wandel gegeben hat“, erläutert der Internet-Philosoph David Weinberger. Es handle sich um eine Zeit, die es dem Menschen ermöglicht, mehr so zu sein, wie er wirklich ist. Damit sei die optimistischste Sicht gleichzeitig auch die pessimistischste, mahnt Weinberger.

Positiver sieht das der Unternehmer Ola Ahlvarsson: „Zum ersten Mal überhaupt sind die Dinge miteinander intelligent vernetzt und mächtig. Wir sehen gerade erst den Anfang der vernetzten Gesellschaft“. Denn, so Ahlvarsson in „On the Brink“: „Wir sind die letzte Generation, die in einer dummen Gesellschaft aufgewachsen ist, in der die Dinge einfältig und uninteressant waren.“ Ähnlich optimistisch äußert sich auch Wired-UK-Chefredakteur David Rowan, indem er beispielsweise an Online-Bildungseinrichtungen wie die Kahn-Academy oder die TED-Konferenzen erinnert: „Jeder hat Zugang zu diesem fantastischen Bereich des Wissens.“

Vernetztes Business

„On the Brink“ spricht dabei natürlich auch die ökonomischen Aspekte an, die die vernetzte Gesellschaft mit sich bringt. So seien Bauern nicht mehr auf Zwischenhändler angewiesen, meint David Rowan, erstmals könnten sie nun die Weltmarktpreise ihrer Früchte selbst in Echtzeit mitverfolgen: „Plötzlich kann jeder den Endverbraucher mittels Mobiltelefon erreichen. Es gibt fantastische Wege, mit denen traditionelle Strukturen umgangen werden können“.

Abgesehen von den Umwälzungen im klassischen Handel seien ganz neue Geschäftsfelder entstanden, wie die Stockholmer Wirtschafts-Professorin Robin Teigland in der Web-Doku anhand virtueller Güter ausführt: „Ich sehe virtuelle Güter nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zu unserem täglichen Leben. Wenn Sie sich den Aufstieg von virtuellen Gütern ansehen, die Menge an Geld, die in virtuelle Güter investiert wird – vor wenigen Jahren gab es dafür nicht einmal ein Markt!“

Was wird die Zukunft also bringen? Wir wissen es nicht, meint David Weinberger. Das einzige, das sicher zu sein scheint, ist der Wandel, wenn man der Argumentation der Web-Doku folgt. Denn, so Ola Ahlvarsson: „In den nächsten 10 Jahren wird sich mehr verändern als in den vergangenen 50 Jahren.“

Die Thesen über die vernetzte Gesellschaft muss man nicht teilen. Sehenswert ist „On the Brink“ jedoch allemal.

Quelle:
http://www.youtube.com/ericssonmultimedia (inklusive Screenshot)

Social Super Bowl

Saturday, February 5th, 2011

Der Super Bowl ist nicht nur der alljährliche Höhepunkt des American Football, sondern auch ein Megaspektakel in Sachen Werbung. Doch längst geht es nicht nur um das bloße Erheischen der begehrten TV-Werbeplätze, sondern um ganzheitliche Kommunikations-Strategien. Das Ergebnis: Eine Vielzahl spannender Social-Media-Kampagnen.

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Auch wenn American Football nie so recht auf anderen Kontinenten Fuß fassen konnte – den Begriff „Super Bowl“ hat selbst in hiesigen Breiten so gut wie jeder zumindest schon einmal gehört. Kein Wunder, ist der alljährliche Höhepunkt der National Football League (NFL) doch tatsächlich ein wahrer Megaevent, was sich regelmäßig in Rekordeinschaltquoten niederschlägt. Entsprechend begehrt ist der Super Bowl naturgemäß auch als Werbeplatz. Über die Preise von 30-Sekunden-Spots beim TV-Sender Fox werden Zahlen von durchschnittlich drei Millionen Dollar und mehr kolportiert.

Doch längst geht es beim Super Bowl nicht mehr einfach nur um TV-Blöcke und Werbebanner. Anno 2011 sind holistische Kommunikationsstrategien gefragt, bei denen Social Media eine zentrale Rolle spielt. So sorgte Audi dieses Jahr bereits im Vorfeld für Aufmerksamkeit, weil der Automobilhersteller ankündigte, am Ende seines Super-Bowl-Spots den Twitter-Hashtag „#ProgressIs“ einzublenden. Der Plan: Indem Zusehern, die in ihren Tweets den Hashtag sowie die URL audi.us/ProgressIs verwenden, der Gewinn einer Testfahrt mit dem Audi A8 in Aussicht gestellt wird, sollen Unterhaltungen darüber zu entfacht werden, was „fortschrittlicher Luxus“ bedeutet.

Audi steht mit seiner Social-Media-Verknüpfung zum Super Bowl freilich nicht alleine da. So hatte eine Kampagne von Mercedes namens „Tweet Race“ die Anreise zum Austragungsort Dallas zum Thema. VW gelang es wiederum bereits im Vorfeld Millionen Zuseher für seine Super-Bowl-Spots zu lukrieren, indem sie bereits vorab auf YouTube gestellt wurden. Besonders dieser hier („The Force“) erfreut sich größter Beliebtheit:

Ganz neue Wege haben für den Super Bowl XLV die Lokalisierer von Foursquare beschritten – indem sie beschlossen, den „Super Bowl Sunday“ erstmals in der Geschichte „eincheckbar“ zu machen. Der Clou: User mit freigeschaltenen Badges bekommen einen Code, für den sie bei NFLShop.com einen 20-prozentigen Rabatt bekommen. Ein Testballon – vorläufig. Denn die Konkurrenz schläft nicht: Dem erst 2008 gestarteten Rabattanbieter Groupon, der es seinen Usern ermöglicht sich für Billigangebote zusammenzuschließen, gelang es in letzter Sekunde sogar, selbst noch einen Werbeplatz in der heißbegehrten Super-Bowl-Sendezeit zu ergattern.

Doch auch für die Analyse des Marketingtreibens rund um den Super Bowl ist Social Media mittlerweile ein wertvolles Tool. Das auf Marketing-Technik und -Forschung spezialisierte Unternehmen Alterian hat in einer Studie untersucht, welche Marken in Zusammenhang mit dem Super Bowl im social Web am häufigsten genannt wurden. Als klarer Gewinner darf sich Pepsi Cola fühlen: Der Getränkekonzern, der im vergangenen Jahr eine Auszeit von dem Megaspektakel nahm, hat im Zeitraum Dezember bis Februar gemeinsam mit der (ebenfalls zu Pepsi gehörenden) Chipsmarke Doritos den bei weitem größten positiven Buzz abbekommen.

Quellen:
http://de.finance.yahoo.com
http://mashable.com
http://www.3news.co.nz
http://techcrunch.com
http://www.wuv.de
http://mashable.com
http://www.youtube.com/volkswagen (Screenshot)

„Influencers“ – Wie Trends und Kreativität ansteckend werden

Friday, November 12th, 2010

Was bedeutet Einfluss? Was macht Menschen einflussreich, was verbindet Einfluss mit Trends und wie breiten sich diese Trends aus? Diesen Fragen geht die sehenswerte Kurz-Doku „Influencers“ nach, die seit kurzem online ist.

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„Ich glaube, ein Influencer hat ein bestimmtes Selbstvertrauen, das wahrscheinlich nicht viele haben. Sie wissen, dass das, was sie tun, das richtige ist, weil sie sich dabei wohlfühlen.“ Mit diesen Worten beginnt „Influencers“, eine knapp 14-minütige Web-Doku von R+I Creative. Ein kurzer Abriss der einflussreichen New Yorker Kreativszene soll zur Antwort auf die Frage beitragen, wie Trends und Kreativität ansteckend werden.

Warum gerade New York? Weil der Schmelztiegel schlicht und einfach die erste Wahl ist, um zu illustrieren, wie sich Trends ausbreiten. Schließlich ist der Big Apple die „kosmopolitischste Stadt der Welt, die die zahlreichen Kulturen und Talente des gesamten Globus‘ am besten in sich vereint“. Freilich sei Einfluss aber nichts New-York-Spezifisches, so die Filmemacher.

Naturgemäß reichen 14 Minuten nicht aus, um Einfluss in all seinen Erscheinungsformen erschöpfend darzustellen. Doch das will „Influencers“ auch gar nicht. Vielmehr versucht der Film an den Erfahrungen von Insidern und Pionieren der Kreativindustrie teilzuhaben. Keine ausgefeilten empirischen Analysen haben hier das Sagen, sondern die smarten New Yorker Do-it-Yourself-Hipster selbst – oder zumindest jene, die sich intensiv mit ihnen auseinandersetzen.

In dieser Do-it-Yourself-Tradition sehen die Macher auch ihren Film. „‚Influencers‘“, so heißt es in den Begleitmaterialen zur Kurz-Doku, „gehört zu der neuen Kurzfilm-Generation; Webdocs, die den Doku-Stil mit einem Online-Erlebnis kombinieren“. Tatsächlich kann sich der Webauftritt von „Influencers“ sehen lassen: Neben einer optisch äußerst gelungenen Website, auf der unter dem Menüpunkt „In-depht Series“ bald noch weitere Kurzvideos zur thematischen Vertiefung erscheinen werden, verfügt die Web-Doku nicht nur über eine Facebook-Seite, sondern sogar über einen eigenen Twitter-Account – mit einer beachtlichen Zahl an Fans und Followers.

Ob zu Recht oder zu Unrecht – darüber muss sich jeder wohl seine eigene Meinung bilden:

INFLUENCERS FULL VERSION from R+I creative on Vimeo.

Quelle:
http://influencersfilm.com

Die erfolgreichsten Virals 2010 – eine Zwischenbilanz

Friday, September 17th, 2010

Eine aktuelle Statistik über die bislang erfolgreichsten Virals des Jahres offenbart interessante Details: Nicht immer sind die meistgesehenen Videos auch die meistempfohlenen.

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Viel wird darüber geschrieben, vermutet und spekuliert, was Virals eigentlich „viral“ macht. Haben Fake-Kampagnen, bei denen jeder sich fragt, ob sie denn nun echt sind oder nicht, ausgedient? Liegt die Zukunft vielleicht bei besonders geschmackvollen Videos? Oder sollte man ohnehin mehr auf den Markentransfer achten, anstatt die Klickzahlen mit zweifelhaften Methoden in die Höhe zu treiben ? Über Fragen wie diese wird nun schon seit Jahren eifrig diskutiert.

Doch abseits theoretischer Überlegungen lohnt freilich immer auch ein Blick auf die nackten Zahlen – und die liefert nun eine aktuelle Statistik samt Infografik von Viral Adnetwork über den Zeitraum vom 20. März bis 26. Juli. Tatsächlich sind darin einige bemerkenswerte Details zu finden.

Auf Platz 1 der „most viewed viral videos“ liegt nicht etwa ein Viral der hochgelobten Old-Spice-Kampagne, sondern Shakira mit ihrem WM-Song „Waka Waka“. Mittlerweile wurde es laut YouTube unglaubliche 186 Millionen Mal angesehen. FIFAs WM Kick-off ist auch noch ein zweites Mal in der Liste vertreten, und zwar in Form der Black Eyed Peas mit „Boom Boom Pow“. Und noch einmal ist König Fußball in der Liste vertreten, und zwar mit dem Nike-Spot „Write the Future“ (Platz 2). Platz drei geht an den dadaistischen „Will it blend?“-Spot, bei dem ein iPad im Mixer landet. Im Mittelfeld (der Top-10-Videos) landen dann schließlich doch noch zwei Old-Spice-Virals: „Questions“ (Platz 5) und „Re: Everyone“ (Platz 9).

Doch „most viewed“ ist nicht gleichbedeutend mit „most shared“. Wie sich zeigt, wurden auf Facebook zehnmal so oft Videos mit anderen Usern geteilt wie auf Twitter. Als Grund sieht Viral Adnetwork, dass „geteilte“ Videos auf Facebook einfach länger im Aufmerksamkeitsfokus verweilen als in den sich stets erneuernden Twitter-Timelines. Zudem scheinen Facebook-User eher auf Mainstream abzufahren, während Twitter-User eher zu „geeky“ Content neigen.

So wurde Nikes „Write the Future“, das bei den „most shared viral videos“ auf Platz 1 liegt, auf Facebook öfter geteilt als die Virals auf der Plätzen 2-7 zusammen (an die 300.000-mal). Besonders deutlich zeigt sich der Unterschied zwischen Facebook- und Twitter-Usern an Shakiras „Waka Waka“: Während die gebürtige Kolumbianerin in dieser Kategorie immer noch auf Platz 5 liegt, ist sie hier auf Twitter gar nicht in den Top 10 vertreten. Die Statistik offenbart aber auch, dass Shakiras Auftritt zwar extrem gerne angesehen wird, aber nicht besonders viral ist.

Somit bestätigen die Dateien von Viral Adnetwork einmal mehr den höheren Nachrichtencharakter von Twitter: Facebook-User teilen eher Inhalte, die ihnen selber gefallen. Twitter-User nehmen tendenziell eher eine Gatekeeperfunktion wahr – sie twittern Videos, von denen sie denken, dass sie auch anderen gefallen könnten, Videos mit dem gewissen Sensationsmehrwert. Insofern würden aufmerksamkeitserregende Virals besser zum Newsfeed-Charakter von Twitter passen; da der meiste Traffic jedoch von Facebook ausgeht, ist das vielleicht nicht die beste Strategie.

Quelle:
http://www.viraladnetwork.net
http://www.youtube.com/Blendtec (Screenshot)