Ausgetwittert? Aber nicht doch!

Friday, March 5th, 2010

Seit Monaten geistern Meldungen durch die Medien, dass Twitter Nutzer verliert. Wie eine neue Untersuchung nun zeigt, wächst die Twittersphäre bloß langsam. Die Qualität der Accounts stieg jedoch an.

Es ist schon erstaunlich: Abgesänge auf Twitter scheinen bereits fast so alt wie der Microblogging-Dienst selbst zu sein. Bloß 40 Prozent aller registrierten Nutzer loggen sich noch ein, meldete das Marktforschungsinstitut Nielsen im April 2009. Im November wussten die Marktforscher sogar bereits von einem satten Verlust von Usern zu berichten: Die Nutzerzahl sei von September bis Oktober um satte 27,8 Prozent eingebrochen, hieß es damals.

„Je höher man fliegt, desto tiefer fällt man auch“, urteilte etwa Spiegel Online nicht ohne Schadenfreude. Eine Darstellung, die keineswegs auf ungeteilte Zustimmung stieß. Kern der Kritik: Die Untersuchungen, auf die sich die Medien beriefen, hatten nur die Zugriffe von twitter.com erfasst, dem Web-Interface des Kurznachrichtendienstes. Doch bloß etwas mehr als 20 Prozent der Twitter-Zugriffe werden über die Webseite getätigt, der Großteil entfällt auf Clients wie Tweetdeck und Seesmic.

Wie steht es also wirklich um Twitter? Ist der Web-Dienst tatsächlich bloß noch voller Geisteraccounts, für die sich niemand interessiert? Auf Fragen wie diese versucht nun ein Bericht von HubSpot Antwort zu geben. Die Ergebnisse sind durchaus ambivalent, aber keineswegs so düster, wie die Medienberichterstattung es vermuten lassen würde.

Wahr ist, dass die Nutzer-Zuwächse deutlich zurückgingen. Wohlgemerkt: Die Zuwächse, nicht die Zahl der Nutzer selbst. Seinen höchsten Zugewinn an Usern lukrierte Twitter mit 13 Prozent im März 2009. Danach ging es erstaunlich rasant wieder bergab. Im Oktober lag die Wachstumsrate bloß noch bei 3,5 Prozent. Was war da Mitte 2009 passiert?

Ende 2008/Anfang 2009 setzte der Twitter-Hype so richtig ein. Blogs- und Webseiten begannen sich mit „Follow us on Twitter“-Buttons zu schmücken, Prominente wie Ashton Kutcher und Journalisten wie Larry King wurden zu Twitter-Stars. Das ließ auch klassische Medien hellhörig werden. Eifrig berichteten sie über den neuen Web-2.0-Dienst, der sogar Wahlentscheidungen beeinflussen können soll. „Der einzige Hype, der jetzt vorbei ist, geht vom Hype-Erschaffer selbst aus“, urteilt eine Posterous-Bloggerin scharfsinnig, „Ashton Kutcher ist derjenige, der uninteressant(-er) geworden ist. Wegen ihm haben sich damals Millionen Teenies und Groupies, die nie einen anderen Nutzen auf Twitter gesehen haben, als ihrem Idol näher zu kommen, bei Twitter angemeldet. Nachdem diese aber nach dem hundertsten Versuch, mit Kutcher zu ‚chatten‘, keinen Erfolg verbuchen konnten, wurde es ihnen zu öde auf dieser Plattform und sie kehrten zu ihren ‚normalen‘ Freunden auf Facebook oder den VZ’s zurück.“ Ähnlich sieht das auch Social-Media-Soziologe Brian Solis: „Wer einmal bei Twitter angekommen ist, erhält wenig Hilfe und Anreize, die notwendig sind, um mehr als bloß einen Account zu eröffnen, sondern auch täglich oder wöchentlich damit zu kommunizieren.“

Tatsächlich scheint aber das Platzen der Twitter-Blase nicht mit dem Ende des Zwitscher-Netzwerks einherzugehen, sondern mit einer umso nachhaltigeren Konsolidierung. Wie aus dem HubSpot-Report hervorgeht, hatten im Januar 2010 53 Prozent aller Nutzerkonten eine Biografie in ihrem Profil. Im Juli 2009 lag dieser Wert noch bei 24 Prozent. Ähnliche Steigerungswerte konnten auch die Angaben „Location“ und „Web-Adresse“ verzeichnen.

Auch die Follower/Following-Zahlen gingen in diesem Zeitraum drastisch in die Höhe. So hatte sich die durchschnittliche Zahl an Followers circa vervierfacht (trotzdem haben nach wie vor 82 Prozent aller Twitter-User weniger als 100 Followers). Allerdings stieg auch die Zahl der durchschnittlichen Updates kontinuierlich an. Dies könnte wiederum auch durch eine wachsende Zahl an Accounts zu erklären sein, die bloß mit Feeds gespeist werden.

Doch es gibt noch andere spannende Ergebnisse: Am meisten wird um 22 Uhr getwittert, aber auch zwischen 15 und 17 Uhr sind Twitter-User ziemlich mitteilungsbedürftig. Weniger turbulent geht es hingegen zwischen 1 und 8 Uhr bzw. 18 und 20 Uhr zu. Unter den Wochentagen ist der Donnerstag der König der Twittersphäre – da wird am meisten gezwitschert. Heißt das, dass man wichtige Botschaften vor allem an Donnerstagen versenden sollte? Nicht unbedingt. Wie nämlich eine andere Untersuchung zeigte, wird donnerstags zwar am meisten gezwitschert, die meisten Retweets gibt’s jedoch am Freitag.

Wie wir also sehen, ist es ausgesprochen schwer, anhand einzelner Daten Gesamturteile über Twitter zu fällen. Zu groß ist der Interpretationsspielraum, zu komplex die Dynamik. Ein Ergebnis des HubSpot-Reports bedarf jedoch wohl keiner weiteren Erklärung: Die Verteilung der Anzahl an Zeichen – die erreicht nämlich genau bei 140 ihren allerhöchsten Wert. Die Ursache ist klar: Platzmangel.

Quellen:
http://blog.nielsen.com
http://www.emarketer.com
http://www.spiegel.de
http://www.bildblog.de
http://www.hubspot.com
http://anya-rutsche.posterous.com
http://www.briansolis.com
http://socialmedia.globalthoughtz.com

Yahoo! und twitter zwitschern gemeinsam

Wednesday, February 24th, 2010

Der Suchmaschinendienst Yahoo! will es sich offensichtlich nicht nehmen lassen, mit allen Mitteln den zweiten Platz unter den Suchmaschinen zu behaupten. Mittels twitter-Integration kommt nun die Kampfansage.

Im Zuge dieser Kooperation wird Yahoo! die Echtzeitumgebung von Twitter in das globale Netzwerk von Yahoo! mit mehr als 600 Millionen Nutzern integrieren. Yahoo! Search, -Mail, -Sports und weitere Dienste sollen künftig also mit Tweets gepflastert sein. Die Kooperation zielt auf Yahoos Vision ab, Mittelpunkt der Online-Aktivitäten der Nutzer zu sein und den Menschen auf der ganzen Welt persönlich relevante Informationen aus dem gesamten Web zur Verfügung zu stellen.

Die Partnerschaft soll laut Yahoo! auf drei grundlegenden Elementen basieren:

1. Nutzer weltweit haben über die verschiedenen Websites und Angebote von Yahoo! künftig direkten Zugang zu ihren Twitter-Feeds.
2. Der Twitter-Status lässt sich “kinderleicht” aktualisieren und neue Updates können direkt von Yahoo! aus getweeted werden.
3. In die Yahoo!-Suche und in Yahoo!-Angebote wie Nachrichten, Finanzen, Unterhaltung und Sport werden künftig öffentliche Twitter-Updates in Echtzeit einbezogen. Nutzer der Yahoo! Suche finden somit Twitter-Ergebnisse in Echtzeit.

    “Lassen Sie mich versuchen, die Tragweite dieser Integration in maximal 140 Zeichen zu beschreiben: Das ist der Schlüssel zum sozialen Online-Universum - Yahoo! liefert den Menschen die persönlich relevanteste Web-Erfahrung”, so Bryan Lamkin, Senior Vice President, Consumer Products Group von Yahoo!. “Wir vereinfachen damit das Leben der User, denn auf Yahoo! bringen wir die persönliche Welt der Menschen mit Infos aus ihren verschiedenen sozialen Netzwerken - und mit alle relevanten News aus der Welt - bequem zusammen.”

    Die Echtzeitintegration der Twitter-Suchergebnisse erfolgt ab sofort. Alle anderen Neuerungen werden im Laufe dieses Jahres eingeführt. Die Integration in die Suche ist seit heute in den USA live, die weiteren Länder folgen nach und nach noch in diesem Quartal.

    Yahoo! goes twitter

    Bild- und Textquellen:
    presseportal.de
    basicthinking.de

    We’re All Fans

    Friday, February 5th, 2010

    Die diesjährige Verleihung des Grammy Awards wurde von einer großen Social-Media-Kampagne begleitet. Das Ergebnis war nicht nur Lob von Bloggern und Fans, sondern auch deutlich gestiegene Einschaltquoten.

    Grammy

    Seit über 51 Jahren werden sie nun schon verliehen, die Grammy Awards. Seit 1958 wird der begehrte Preis, der als höchste Auszeichnung im Musikbusiness gilt, alljährlich verliehen. Die Liste der Preisträger ist dementsprechend lange und liest sich wie ein Who is Who der Musikwelt: Ray Charles, Billy Joel, die Bee Gees, Michael Jackson, U2 oder die White Stripes sind nur einige Namen, die sich auf ihr wiederfinden. Sogar Barack Obama erhielt 2008 einen Grammy für sein Hörbuch „The Audicity of Hope: Thoughts on Reclaiming The American Dream“; seine Außenministerin Hillary Clinton war 2003 mit ihrem Hörbuch „Living History“ immerhin für einen Grammy nominiert.

    Doch dieses Jahr war alles ein bisschen anders: Die Grammys setzten voll auf Interaktion. Alles begann mit einer Social-Media-Task-Force, die die Academy 2008 ins Leben gerufen hatte. Zu Beginn galt es erst einmal das Umfeld zu evaluieren, auf das sich die National Academy of Recording Arts and Sciences begab. Man wollte nicht einfach bloß wahllos irgendetwas mit Social Media machen, sondern man wollte es korrekt machen. Und das war nicht so einfach, wie Marketing-Chef Evan Greene schildert: Die Academy war immer darum bemüht, möglichst die Kontrolle über ihre Marke zu behalten und äußerst vorsichtig mit Äußerungen umzugehen. Dass mit der Entscheidung für soziale Medien auch ein Stück weit Kontrolle aufgegeben werden musste, war für die altehrwürdige Institution naturgemäß nicht leicht zu verdauen, so Greene. Es war ein Wagnis, das sich lohnen sollte.

    Im Zentrum der Kampagne stand die Seite „We’re All Fans“, die zur Gänze aus Real-Time-Content besteht, der direkt von Twitter, Facebook, YouTube und Flickr übernommen wird. Interessantes Element der Website ist unter anderem der „Fanbuzz Visualizer“:

    Besonders gelungen ist auch der Fernsehspot für „We’re All Fans“, die sich aus einem Mosaik von YouTube-Performances von echten Fans zusammensetzt – und für die muss es wohl ziemlich atemberaubend gewesen sein, ihr eigenes Video auf einem großen Fernsehsender wie CBS zu sehen. Alleine auf YouTube wurde sich der Spot zwei Millionen Mal angesehen:

    Wirklich interaktiv war aber der Grammy selbst: So konnte während der TV-Übertragung auf den Verlauf der Show direkt Einfluss genommen werden und die Zuseher mitstimmen, welcher Song bloß wenige Minuten später gespielt werden sollte. Zudem wurden sie auch auf Twitter auf dem Laufenden gehalten; Facebook- und YouTube-Accounts durften natürlich genauso wenig fehlen wie eine iPhone-App.

    Das Ergebnis der Bemühungen kann sich sehen lassen: Die Einschaltquoten der Preisverleihung lagen in diesem Jahr 35 Prozent über jenen des Vorjahres. Mit einem Schnitt von 25,8 Millionen Zusehern wurde die Übertragung damit zum meistgesehensten Grammy seit 2004.

    Quellen:
    http://mashable.com
    http://www.viralblog.com

    Local Trending Topics

    Wednesday, January 27th, 2010

    #nowplaying, #i_put_the, #tgif, #followfriday, #musicmonday und und und. Trending Topics bei Twitter gibt es viele, aber wissen wir eigentlich, was in unserem Umfeld gerade wirklich trendy ist?

    Regelmäßigen Twitterati sind die Trending Topics gewiss ein Begriff - sie zeigen uns an, welche Themen die Twitter-Welt derzeit beschäftigen. Die am häufigsten getwitterten Begriffe werden in einer Liste von 10 Begriffen gesammelt und erscheinen auf unserer Startseite. Nachteil: wir wissen nur, was eben in der gesamten Twitter-Welt passiert und da bekanntlich die meisten Nutzer von Twitter aus UK oder US kommen, haben wir hier auch meist die englischen bzw. amerikanischen Top-Themen. Schon lange verlangen Twitterati nach einer sprachen-orientierten Lösung, Twitter präsentiert uns nun den ersten Schritt dazu.

    Trending Topics

    Wie auf dem Screenshot ersichtlich, führt Twitter nun die Local Trending Topics ein, man kann nun also selektieren, aus welcher Region man die Top-Themen sehen will. Schön und gut, die Idee gefällt, doch reicht die Auswahl über USA, UK, Brasilien, Mexiko, Kanada und Irland nicht hinaus. Und selbst aus dieser Auswahl kann man dann lediglich noch nach 15 Staaten in den USA bzw. nach Hauptstädten der anderen Länder filtern.

    Aber immerhin, ein erster Schritt ist gemacht, der uns hoffen lässt, dass auch wir in Österreich bald wissen, was unsere Mitbevölkerung so beschäftigt. Und dann bitte, liebes Twitter, nicht Deutschland und österreich in einen Topf schmeißen!

    Quelle: Twitter

    standard.at: Twitter wird zum Hoffnungsträger der Jobsuchenden

    Tuesday, January 26th, 2010

    Wir freuen uns über die Erwähnung des twitter Channels von Monster.at zum Thema Social Recruiting Maßnahmen. Die Öffnung von Monster.at in Richtung Social Media zeigt, wie sich Business Modelle durch Social Media verändern bzw. neu definieren. Diese Veränderung bedeutet interne Change Prozesse, durch die wir unsere Kunden begleiten: von der Strategie (für Kommunikation aber auch Angebot), über die Policy bis hin zu konkreten Trainings und Redaktionsprozessen.

    Herzliche Gratulation an Monster Österreich :-)

    monster | Social Media Communication

    Saturday, January 23rd, 2010
    m_logo
    Customer: Monster Worldwide GmbH (Germany, Austria, Switzerland)
    Period of time: since 9/2009
    Type of project: Social Media Monitoring & Consulting



    the story

    In September 2009 Monster started its Social Media activities in Germany, Austria and Switzerland on facebook and twitter. The Social Media Faces (design) vary from season to season: during winter time, the twitter-channels present themeselves in a winterly outfit.

    ambuzzador consults Monster D/A/CH on the basis of its 4-step-model of Social Media Evolution on the way to becoming a social brand. A Social Media Audit concerning Recruiting was the start before ambuzzador guided Monster through the social media strategy process an the SetUp.

    Monster.de
    facebook.com/monsterDE
    twitter.com/monsterDE

    Monster.de Berufseinsteiger
    facebook.com/berufseinsteigerDE
    twitter.com/einsteigerDE

    Monster.at
    facebook.com/monsterAT
    twitter.com/monsterAT

    Monster.ch
    facebook.com/monsterCH
    twitter.com/monsterCH

    Screenshots

    Soziale Bauklötze

    Friday, January 22nd, 2010

    Der Baustein-Riese Lego will nun auch im Web zum kreativen Werken animieren. Auf Lego Click können Fans und Kreative ihre Ideen für neue Produktlinien präsentieren. Auch auf Facebook und Twitter sowie mit einer iPhone App wollen die Dänen punkten.

    Lego Click

    Am Anfang war Lego – und das gilt mittlerweile seit Generationen. Bereits seit Generationen halten sich die streng normierten dänischen Bauklötzchen beharrlich in den Kinderzimmern. 19 Milliarden Steinchen produziert Lego im Jahr, das sind durchschnittlich rund 36.000 pro Minute.

    Ein Grund für die lange Erfolgsgeschichte von Lego war, dass sich der Konzern niemals auf seinen Lorbeeren ausgeruht hat, sondern stets kreative Weiterentwicklungen forcierte. 1966 führte Lego seine Modelleisenbahn ein, 1974 erblickte das erste Lego-Männchen das Licht der Welt, bald danach kam Lego Technic. Es  folgten zahlreiche Themen-Sets, wie etwa die berühmte Ritterburg, und sogar Lego Computerspiele.

    Was läge da näher, als dass der Klötzchenhersteller anno 2010 auf Social Media setzt? Genau das macht Lego nun:

    Lego Click ist eine digitale Spielwiese, auf der sich Erfinder, Fans, Künstler und Kreative so richtig austoben können. Was sie dort machen können? Auf Lego Click können sie Ideen und Visionen über  neue Produkte präsentieren. Freilich ist das noch nicht alles.

    Mit Hilfe einer neuen iPhone-App namens LEGO Photo kann man sich Bilder im Bausteinchen-Stil darstellen lassen. Auch Twitter und Facebook hat Lego für sich entdeckt: @legoclick präsentiert Posts von und Medienberichte über Lego Click, auch einen eigenen Hashtag hat man sich zugelegt. Ausgewählte #legoclick-Tweets von beliebigen Twitter-Usern werden sogar auf der Webseite dargestellt.

    Lego Click

    Die Reaktionen auf Legos neues Projekt sind bislang durchwegs positiv. „Pretty cool“ findet etwa Mashable.com. Ein anderes Blog  hebt lobend hervor, dass Legos Onlinekonzept auch insofern stimmig ist, weil es mit dem Spielen von Bauklötzen durchaus vergleichbar ist. Auch Lego spielen weckt den Wunsch nach sozialer Anerkennung: „Schau mal, was ich gemacht habe“ – ein Effekt, von dem schließlich auch soziale Netzwerke zu einem Gutteil zehren.

    Ob Lego Click sich wirklich zum ganz großen Hit mausern wird, wird schließlich davon abhängen, ob Lego tatsächlich Ideen der Community in eine zukünftige Produktlinie einfließen lassen wird. Bis dahin gibt Lego seinen Fans schlicht und einfach das, was sie wünschen – Werkzeuge, um ihre Fantasie abzubilden. Dieses Konzept funktioniert immerhin schon seit Jahrzehnten.

    Quellen:
    http://threeminds.organic.com
    http://mashable.com
    http://www.legoclick.com

    Erst Blog, dann Twitter - Auktion, die Zweite!

    Wednesday, December 30th, 2009

    Er tut es schon wieder. Knapp ein Jahr nach dem Verkauf seines erfolgreichen Blogs folgt nun der zweite Streich von Robert Basic, einst Gründer von basicthinking.de. Dieses Mal unter dem Hammer: sein Twitter-Account @robgreen - mit anfangs mehr als 5.000 Followern.

    Ungewöhnlich mag es zum einen schon erscheinen, dass man seinen Twitter-Account verkauft, doch wahrlich neu ist diese Idee nicht unbedingt. Noch nicht allzu lange her ist beispielsweise die Übernahme des Accounts @BreakingNews mit 1,5 Millionen Follower durch Microsoft (gekauft von einem 19-jährigen Holländer).

    Etwas anders als das letzte Mal funktioniert dieses Mal die Abwicklung des Verkaufs. Setzte Basic bei dem Verkauf seines Blogs noch auf eine Versteigerung mittels eBay (knapp € 50.000) wurden geboten, so sind Interessenten dieses Mal dazu aufgerufen, Angebote per E-Mail abzugeben. Wird man im Laufe der Auktion überboten, erhält man eine E-Mail-Benachrichtigung, um das Angebot nochmals nach oben korrigieren zu können. Mit dem Endpreis soll nicht nur die eigene Haushaltskasse aufgebessert werden, der Käufer hat zudem die Möglichkeit, bei Zuschlag als Sponsor von BUZZriders aufzutreten - einer Plattform, die es sich zum Ziel macht mithilfe “moderner Online-Werkzeuge das Internet “lokalisieren” und zu den Menschen bringen.” Als Bedingung für den Verkauf legte Basic fest, dass der Twitter-Account nach Übernahme umbenannt werden muss. Ebenso wie nach dem Blog-Verkauf steht Basic auch eine zeitlang noch für technische und inhaltliche Fragen zur Verfügung.

    Twitter Account @robgreen

    Rund zwei Wochen lief das Auktionsfenster nun. Gestern, punkt 12 Uhr, war das Ende der Aktion anberaumt. Doch der finale Verkauf wurde nun erstmal gleich wieder um eine Woche verschoben. Es hätte zwar Anfragen hinsichtlich dem Verkaufs des Accounts @robgreen gegeben, doch “haben mich weder die preislichen Vorstellungen noch die Informationsmodelle (mit welchen Informationen der Kanal bestückt werden soll) angesprochen”, so Basic.

    Wie hoch die tatsächliche Verkaufssumme nun sein wird, bleibt abzuwarten. Ebenso wie die Frage, wieviele weitere Twitterati aus Protest aufhören, dem Account zu folgen. Kurz nach Bekanntwerden der Auktion fiel die Marke unter 4.770 Follower, derzeit steht sie bei 4.798. User protestieren, dass sie quasi “verkauft” werden, inwiefern es überhaupt Sinn macht, einen Twitter-Account zu verkaufen, der doch um eines persönlicher erscheinen mag als ein Blog, wird sich ebenfalls in der nächsten (??) Woche zeigen. Basic selbst zeigt sich trotz des sich hinauszögernden Verkaufs zufrieden: “Mehr Buzz hätte ich nicht haben können. Unter dem Strich war der Buzz mindestens genauso hoch wie damals zum verkauf des Basic Thinking Blogs. Ob ich nun den Account verkaufe oder nicht, spielt eine sekundäre Rolle.” Der Aufbau von Buzzriders hätte für ihn oberste Priorität. “Wenn Buzzriders bis 2014 seitens der deutschen Nutzerschaft als erste Anlaufstelle für “Lokales” wahrgenommen wird, habe ich mein Ziel erreicht.”

    Bild- und Textquellen:
    basicthinking. de
    buzzriders.com
    twitter.com
    fliptheflop.com

    wir erleben einen sozioökonomischen wandel

    Thursday, December 3rd, 2009

    Wortwechsel in der aktuellen The Gap Ausgabe

    Als Social Media Junkie schwanke ich in Sachen 24/7 online sowohl beruflich, als auch privat zwischen Begeisterung und Overflow. Genau diese zwei Aspekte will ich hier aufgreifen: der Mensch in der 24/7 online Welt und die neue, demokratische Öffentlichkeit die damit entsteht.
    Mit neuer Öffentlichkeit meine ich die Tatsache, dass jede(r) jederzeit für seine/ihre Themen und Anliegen andere Menschen mobilisieren kann. Bekannte Beispiele sind die Terroranschläge in Mumbai, die Wahlen im Iran oder auch die aktuelle Studierenden Bewegung #unibrennt, um nur einige zu nennen. Staatliche Fernsehsender entscheiden nicht mehr alleine was Thema ist, sondern die Betroffenen selbst berichten live, eben 24/7. Vorsichtig merke ich an, dass das auch mit viel Verantwortung verbunden ist, da mitunter einige wenige „Meinung machen“. Nichts desto trotz wünsche ich mir, dass wir mündiger und couragierter für unsere Anliegen eintreten, dank der neuen Medien.
    Diese neue Art der Kommunikation bringt eine Demokratisierung der Kommunikation mit sich: Politik, Ausbildung, Unternehmenskommunikation, aber auch –führung, Freundschaften, Geschäftsbeziehungen werden sich neu gestalten. Ohne Leichen im Keller, auf derselben Augenhöhe. Eine neue Qualität des Miteinander. Soweit so gut. Aber der Preis für diesen sozioökonomischen Wandel ist hoch!
    Da ist nämlich noch der einzelne Mensch, der das alles bewältigen muss. Menschen haben nicht MEHR Zeit für das „Online sein“ sondern es drängt sich einfach mitten rein in Job und Privatleben und bringt neben dem Kick des „Am Puls der Info zu sein“ und sich selbst zu präsentieren mit sich, dass für das Hier und das Jetzt, die Menschen in der persönlichen Umgebung zu wenig Aufmerksamkeit bleibt. Das beginnt bei mir persönlich am Weg in die Arbeit, wenn ich auf der Straße in twitter verstrickt die mir entgegen Kommenden fast niederrenne und endet bei Träumen, die mit #Tags versehen sind.
    Mein persönliches Resumée: das 24/7 Angebot nützen, aber eben nicht rund um die Uhr.

    meine lieblingsapplikation der woche: tweetcruit.com

    Sunday, November 29th, 2009

    Bei jobmagnet.com habe ich diese Woche die erste smarte twitter Applikation zum professionellen Recruiting entdeckt. tweetcruit bietet die Möglichkeit, einen Jobtweet mit den Anforderungen an den Job zu hinterlegen und im Laufe des Recruitingprozesses auch eine Verwaltung der Bewerber.

    Mein Urteil: sehr smart, aber in Österreich noch vollkommen unbekannt, drum bringt es zwar viele Klicks aber nur wenig Response (noch).