Google: Konflikt um „Search Plus Your World“

Friday, January 13th, 2012

Für die Entscheidung, Suchmaschinentreffer an Google+ auszurichten, erntet Google derzeit massive Kritik. Was sind die Folgen für das Social Web?

Für die Entscheidung, Suchmaschinentreffer an Google+ auszurichten, erntet Google derzeit massive Kritik.

Seit dem Beta-Release von Google+ wird über die Erfolgsaussichten des Google-Netzwerks eifrig spekuliert: Wird Google+ zu einem ernsthaften Konkurrenten von Facebook? Wird es gar zu einem Twitter-Killer oder ist Google+ einfach bloß ein zusätzliches Angebot unter vielen? Bislang schienen alle Anzeichen auf Letzteres hinzudeuten. Doch nun setzt Google verstärkt auf seinen Joker: Seinen Such-Algorithmus.

Google: Search Plus Your World

„Wir wandeln Google in eine Suchmaschine um, die nicht nur den Content versteht, sondern auch die Menschen und ihre Beziehungen“, verkündete Google vor wenigen Tagen in einem Blogpost. „Wir starteten diese Umwandlung mit Social Search und setzen heute einen weiteren Schritt in diese Richtung, indem wir drei neue Features einführen“:

  • Persönliche Ergebnisse: Ermöglichen die Suche nach Informationen, die nur für einen bestimmten User bestimmt sind, wie etwa Postings und Fotos auf Google+, die nur für einen bestimmten Nutzerkreis gedacht sind.
  • Profile in der Suche: Ermöglichen es, Personen zu finden, an denen man – aus welchen Gründen auch immer – interessiert ist. Werden sowohl in den Ergebnissen als auch via Auto-Vervollständigung angezeigt.
  • Menschen und Seiten: Erleichtern das Finden von Personen und Seiten auf Google+.

All das zusammen ergibt „Search Plus Your World“:

Kritik von Twitter

Bei der Konkurrenz stößt das naturgemäß auf wenig Gegenliebe. Besonders bei Twitter zeigt man sich über Googles neuen Weg entsetzt. Dies sei ein „schlechter Tag für das Internet“, so Twitter-Justitiar Alex Macgillivray in einem Tweet. Google sei damit nicht mehr der neutrale Helfer bei der Suche nach Informationen, der es einst war, so die Argumentation aus dem Hause Twitter. Denn oftmals ist es eben so, dass Neuigkeiten zuallererst auf Twitter zu finden seien.

Bei Google zeigt man sich über die Reaktion offiziell verwundert: Man hätte ja gerne auch weiterhin Ergebnisse aus Tweets angezeigt, doch da der Vertrag mit Twitter nicht verlängert wurde und Google keinen Zugriff auf die API habe, ginge das eben nicht mehr. „Auf den ersten Blick sieht dies wie ein Konflikt unter IT-Firmen um das soziale Web aus – aber dahinter steckt mehr“, kommentiert Johannes Kuhn im „Digitalblog“ auf Sueddeutsche.de.

Parteiische Suchmaschinentreffer?

Hinter dem Scharmützel steckt nichts Geringeres als die Frage, ob und wie sehr Google seine Dienste bevorzugen darf. Denn obwohl „Search Plus Your World“ sich bloß auf die Suche von eingeloggten Nutzern von Google+ auswirkt (oder besser gesagt auswirken sollte), „bin ich mir nicht sicher, ob sich die Angelegenheit sehr von Microsofts Verschränkung des Internet Explorers mit Windows unterscheidet“, gibt Techcrunch-Kolumnist MG Siegler zu bedenken. Nach langen juristischen Streitigkeiten hat sich Microsoft Ende 2009 schließlich dazu verpflichtet, den (europäischen) Anwendern die freie Wahl des Webbrowsers zu gewähren.

Danny Sullivan veranschaulicht die Problematik auf Searchengineland.com anhand der kalifornischen Sängerin und Songwriterin Katy Perry: „Mit nahezu 40 Millionen Fans hat Katy Perry einen der erfolgreichsten Facebook-Accounts überhaupt. So weit ich weiß ist sie aber nicht auf Google+. Daher wird sie nicht als Musikkünstlerin erwähnt (als die sie ziemlich relevant ist), solange sie nicht damit anfängt, Google+ zu verwenden.“

Bis der Konflikt geklärt ist, wird es wohl noch einige Zeit dauern. Wenn Googles umstrittene Strategie jedoch tatsächlich aufgehen sollte, könnte der Suchmaschinen-Riese sein Ziel längst erreicht haben: Die massive Aufwertung von Google+.

Quellen:
http://googleblog.blogspot.com
http://www.zdnet.de
http://www.sueddeutsche.de
http://parislemon.com
http://searchengineland.com
http://www.youtube.com/Google (Screenshot)

Twitter: Redesign, neue Funktionen und Brandpages

Friday, December 9th, 2011

Neue Optik, Tweets zum Einbetten und Brandpages: Mit einem Redesign wehrt sich Twitter gegen den Druck der Konkurrenz. Erste Kritiken fallen positiv aus.

Mit frischer Optik, neuen Funktionen und Brandpages wehrt sich Twitter gegen den Druck der Konkurrenz - und erntet dafür positive Kritiken.

Auch 2011 hat sich in der Social-Media-Welt wieder jede Menge getan: Neue Facebook-Features, der Start von Google+ und ein neuer Lack für YouTube. Doch um eine Fixgröße im Universum der Social Communities blieb es zuletzt verdächtig still: Twitter. Nur selten machte die Urmutter des Microbloggings in den vergangenen Monaten von sich Reden – bis jetzt. Mit einem mutigen Redesign und neuen Funktionen setzt der Zwitscherdienst nun zum Befreiungsschlag an.

Neues Design und Features

Mit der Integration von Echtzeit-Features haben Facebook und vor allem Google+ in diesem Jahr damit begonnen, sich die Vorzüge von Twitter zueigen zu machen. Mit seinem Redesign bewegt sich Twitter nun ebenfalls auf die anderen Social Communities zu. Mehr denn je erinnert das neue Interface an Facebook und Google+. Dazu trägt auch der neue „Discover“-Tab bei – vormals „Activity“ –, der den Usern verrät, wer wen folgt, favt und retweetet.

Einen besonderen Leckerbissen stellt die neue Möglichkeit dar, Tweets einzubetten. Musste man bislang umständlich Screenshot anfertigen, um Tweets in einen Blogpost einzufügen, können Tweets nun bequem eingebettet werden. User können den Tweet direkt aus dem Artikel heraus faven, retweeten, antworten oder dem entsprechenden Account folgen. Die Handhabung von Tweets wird dadurch nicht nur einfacher, sondern macht den Content auch dynamischer und viraler.

Twitter führt Brandpages ein

Heißersehnt, nun schon offenbar bald verfügbar: Twitter Brandpages. „Bei der Kommunikation mit Usern geht es nicht nur darum, was man sagt“, schreibt der Microblogging-Dienst in seinem „Advertising Blog“. „Es geht auch darum, wie man es sagt.“ Die Brandpages erschöpfen sich jedoch nicht nur aus einer aufpolierten Optik wie einem größeren Header-Bild oder automatisch aufgeklappten Bildern und Videos.

Unternehmen können damit auch die Botschaft bestimmen, die Nutzerinnen und Nutzer zu sehen bekommen, wenn sie erstmals die Profilseite besuchen. Wie? Mit einem Promoted Tweet. Der wichtigste Content steht somit immer an oberster Stelle und hält damit als Blickfang her. Derzeit sind die Brandpages jedoch noch wenigen Unternehmenspartnern vorbehalten, wie beispielsweise @McDonalds und @DisneyPixar.

Erste Kritiken positiv

Die ersten Kritiken fallen jedenfalls freundlich aus: Das neue Interface sei nicht einfach ein weiterer Schritt, so Mashable-Autorin Sarah Kessler, „es ist ein riesiger Sprung“. Bei Business Insider heißt es sogar: „Twitter hat auf Facebook und Google+ soeben eine Kanonenkugel abgefeuert“. Das wird vermutlich auch notwendig sein: Wie Facebook soeben angekündigt hat, können Facebook-Nutzer in Zukunft auch Nachrichten-Seiten abonnieren.

Quellen:
http://blog.twitter.com
https://dev.twitter.com
http://advertising.twitter.com
http://www.youtube.com/Twitter (Screenshot)

Ansichtssache Social Media

Friday, December 2nd, 2011

Eine aktuelle Eye-Tracking-Studie gewährt spannende Einsichten über das Blickverhalten auf Facebook, Twitter, Google+ & Co.

Eine aktuelle Eye-Tracking-Studie gewährt spannende Einsichten über das Blickverhalten auf Facebook, Twitter, Google+ & Co.

Wohin blicken die Menschen zuerst? Welche Botschaften nehmen sie wahr? Und welche nicht? Um Fragen wie diese zu beantworten, setzen Werber, Medien und Marktforscher seit langem auf Eye-Tracking. Die Geschichte des Eye-Trackings ist dabei älter, als man vielleicht vermuten mag. Schon im 19. Jahrhundert versuchte der Franzose Émile Javal herauszufinden, wohin die Augen beim Lesen wandern. Heute ist die automatische Blickerfassung ein gebräuchliches Mittel in der Medizin, der Psychologie, in den Neurowissenschaften und natürlich in der Marktforschung.

Mit Hilfe der Webcams von 30 Probanden hat nun Mashable gemeinsam mit EyeTrackShop Profilseiten auf den erfolgreichsten Social Networks auf den Zahn gefühlt. „Die Studie ist nicht perfekt“, räumt Mashable-Autorin Sarah Kessler ein, denn „30 ist eine kleine Sample-Größe“. Was auf einer Profilseite die Aufmerksamkeit auf sich zieht, hängt zudem vom jeweils angezeigten Content ab. Die Ergebnisse sind daher mit aller gebotenen Vorsicht zu genießen. Trotz alledem lassen sich daraus ein paar interessante grundsätzliche Beobachtungen ableiten.

Was Social-Media-User wirklich sehen

Auf Facebook ist der klare Gewinner das Profilfoto. Danach folgt die Mittelspalte, wobei der neueste Content wenig überraschend die meiste Aufmerksamkeit auf sich zieht – nach unten hin fällt das Interesse ab. Die Mittelspalte ist es auch, auf die sich die Blicke in der Regel als erstes richten. Danach schweift der Fokus in die linke Spalte ab, gefolgt von der rechten Spalte, wo die Anzeigen zu finden sind. Zu guter Letzt wandert das Augenmerk nach oben zur blauen Facebook-Leiste.

Auf Google+ weist das Eye-Tracking den Content tatsächlich auch als König aus. Der erste Blick fällt auf die Mitte, wo er stolze 5,9 Sekunden verbleibt. Zum Vergleich: Bei Facebook sind es lediglich 4,3 Sekunden. Im Gegensatz zu anderen Social Networks zieht das Profilfoto auf Google+ eher wenig Aufmerksamkeit auf sich – zumindest solange es sich um ein nichtssagendes Strandfoto handelt.

Bei Twitter fällt das Augenmerk vor allem auf die breite Hauptspalte. Bemerkenswert dabei ist, dass die Aufmerksamkeit nach unten hin schwächer abfällt als bei anderen Social-Media-Plattformen. Wie die Eye-Tracking-Studie außerdem zeigt, kann sich ein personalisiertes Wallpaper auf Twitter tatsächlich lohnen. Weist das Hintergrundbild links neben dem Interface gut lesbare Informationen aus, bleiben die Augen schon einmal etwas länger hängen.

Web-Kontakte werden registriert

Doch auch der Blick auf andere Plattformen lohnt sich: So zeigte sich beispielsweise, dass das Flickr-Logo mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht als so manches User-Foto. Bei LinkedIn geht die größte Anziehungskraft von der Berufsbezeichnung aus. Und die Eye-Tracking-Analyse von Klout brachte ans Tageslicht, dass der kleine Klout-Score auf der rechten Seite ein größerer Blickfang ist als der gigantisch große Klout-Score links oben.

Freilich, nicht alle Resultate der Eye-Tracking-Studie sind revolutionär. Dass in der Regel den Profilfotos sowie dem jeweils neuesten Content die größte Aufmerksamkeit zukommt, überrascht wohl niemanden. Ein Ergebnis lohnt es sich jedoch herauszustreichen: Menschen schauen sehr wohl darauf, wer wen kennt. So unscheinbar die kleinen Thumbnails mit den Web-Freunden auch sein mögen, so werden sie doch registriert – sei es auf Facebook, Google+, Twitter oder Klout.

Eine 24-teilige Bilderstrecke zu den Ergebnissen findet sich auf Mashable.

Quelle:
http://mashable.com (inkl. Screenshot)

Facebook und Twitter erhöhen die Kaufneigung

Friday, October 21st, 2011

Wer auf Facebook oder Twitter Fan einer Marke wird, gibt auch eher Geld dafür aus, so das Ergebnis einer Meinungsumfrage in den USA.

Wer auf Facebook oder Twitter Fan einer Marke wird, ist auch eher geneigt, das Produkt auch zu kaufen.

„Wenn ich einer Marke folge, bin ich eher geneigt, das Produkt auch zu kaufen“ – das sagt kein Social-Branding-Experte, sondern jeder zweite Facebook- und Twitter-User selbst. Laut einer US-Meinungsumfrage von Constant Contact in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Chadwick Martin Bailey stimmen diesem Satz 51 Prozent der Facebook-User und 50 Prozent der Twitter-User zu. Für die Untersuchung wurden knapp 1.500 US-User befragt. Wenig überraschend findet die meiste Interaktion mit Marken auf Facebook statt.

Facebook-Fans stehen zu ihren Marken

Das Wort „Interaktion“ soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass die meisten Facebook-Fans einer Marke zur Gruppe der Späher und Statisten gehören: 77 Prozent geben an, dass ihre Interaktion mit Marken hauptsächlich darin besteht, deren Newsfeed zu lesen. Allerdings sagen auch 56 Prozent der Befragten, dass sie eine Marke einem Freund eher empfehlen, nachdem sie Facebook-Fan der Marke geworden sind. Diese Aussage ist insofern bemerkenswert, da die große Mehrzahl aller Facebook-User weniger als zehn Marken liken.

Ein Brand-Fan zu werden scheint somit keine Frage der Beliebigkeit zu sein, sondern dürfte gute Gründe haben. Zu diesen Gründen gehören vor allem „Kunde des Unternehmens zu sein“ (sagen 58 Prozent), „Preisnachlässe und Werbeangebote zu bekommen“ (sagen 57 Prozent) und „anderen die Nähe zur Marke zu zeigen“ (sagen 41 Prozent). Über drei Viertel der Befragten haben übrigens noch niemals einer Marke ihr „Gefällt mir“ entzogen. Eine Marke zu liken ist zumindest gemäß dieser Umfrage ein erstaunlich langfristiges Unterfangen.

Passive Twitter-User

Nicht grundsätzlich anders fallen die Ergebnisse für Twitter aus. Allerdings läuft hier die Interaktion mit Marken noch ein wenig passiver ab. Von den 21 Prozent aller Twitter-User, die wissentlich einer Marke folgen, begnügen sich 84 Prozent mit dem Lesen von Tweets. Bloß 23 Prozent geben an, über die entsprechenden Marken auch Nachrichten zu verbreiten. Trotzdem haben laut eigenen Angaben drei Viertel aller Twitter-User noch nie eine Marke entfolgt. Zudem sagen 60 Prozent, Marken eher weiterzuempfehlen, wenn sie diesen auf Twitter folgen.

Interessantes Detail am Rande: Ein Drittel der Befragten gibt an, mehr mit Marken auf Twitter zu interagieren als noch im Jahr davor.

Quellen:
http://www.socialquickstarter.com (1)
http://www.socialquickstarter.com (2)
http://www.facebook.com (Screenshot)

Social Media Manager – ein Berufsporträt

Tuesday, September 6th, 2011

Social Media Manager ist ein Job mit Zukunft. Was man über Anforderungen, Arbeitsalltag und Karrieremöglichkeiten wissen sollte, durfte ich für das Karriereportal Monster näher erläutern. Der nachstehende Artikel wurde im Original auf monster.at veröffentlicht.
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