Twelpforce: Internes Crowdsourcing für Hilfesuchende

Friday, July 2nd, 2010

Der US-Elektrohandelsriese Best Buy hat in Cannes den Titanium Grand Prix für einen Twitter-Kanal gewonnen. Sein Name: Twelpforce. Seine Aufgabe: Fragen beantworten. Die Vorteile: Mannigfaltig.

twelpforce

Das Web ist aus dem Alltag heute kaum mehr wegzudenken. Es dient zur Unterhaltung, zur Kommunikation, zur Pflege von sozialen Kontakten. Doch allem voran gibt es noch einen viel elementareren Beweggrund, online zu gehen: Weil wir etwas wissen wollen – Informationen, die auf anderem Weg viel mühsamer einzuholen wären. Das belegen nicht nur zahlreiche Studien, sondern zeigt auch ein kleiner Blick auf die Google-Suggestions:

suggestions

Das Internet ist das Informationsmedium schlechthin – daher ist es nur logisch, dass guter Content das bietet, was Webuser suchen: Antworten auf ihre Fragen.

Mit diesem Gedanken startete der US-amerikanische Elektrohandelsriese Best Buy vor knapp einem Jahr ein Projekt, das nun in Cannes den Titanium Grand Prix gewonnen hat. „Twelpforce“ heißt das Service und gleichzeitig wahrscheinlich bestbetreuter Twitter-Kanal der Welt. Tausende Best-Buy-Mitarbeiter gehen mit Twelpforce freiwillig einer einzigen Mission nach: Der Beantwortung von Fragen.

Dabei ist Twelpforce nicht nur serviceorientiertes Marketing, das Early Adopters zu Best Buy lockt, sondern bringt auch unternehmensinterne Vorteile: Es verbessert den Kommunikationsfluss zwischen den Mitarbeitern, die sich an Twelpforce beteiligen, sowie deren unmittelbare Umgebung. Twelpforce dient somit auch als Netzwerk zwischen den Angestellten, die ähnliche Aufgaben und Probleme zu lösen haben – ein pausenloses Kompetenztraining für die Mitarbeiter. Zudem fungiert der fortlaufende Kundenkontakt als Informationsquelle. Damit können etwa auch Bannerwerbungen an die aktuellen Kundenbedürfnisse angepasst werden.

Ähnlich (twitter- und) kundenorientiert wie Twelpforce ist übrigens auch die etwas weniger ernst gemeinte Idee des US-Lebensmittelproduzenten Nabisco für seine Wheat Thins:

Es wäre zu schön, wenn das Schule machen würde!

Quellen:
http://www.canneslions.com
http://www.fastcompany.com
http://www.lebloge.com
http://twitter.com (Screenshot)
http://www.google.de (Screenshot)

Pay with a Tweet

Thursday, June 17th, 2010

Klassische Werbung ist tot, sagen die einen. Die anderen wehren sich gegen diese Behauptung. Dennoch lässt sich nicht abstreiten, dass immer ungewöhnlichere Mittel und Wege gefunden werden, Werbung an den Mann (oder an die Frau) zu bringen. Sei es das rote Klippan-Sofa von IKEA in der U-Bahn-Station oder das frisch gewaschene Hemd im Kühlregal. Zusehends beliebter wird auch Werbung via Social Media. Nicht nur auf facebook, auch auf twitter spielt Werbung eine große Rolle. Mundpropaganda - um es mit dem passenden Schlagwort zu versehen. Eine neue Form der Werbung, an der die User selbst auch noch ein Stück von der Torte abbekommen, ist das Social Payment-Service Pay with a Tweet.

chartPay with a Tweet geht von dem Grundgedanken aus, dass der Wert von Menschen, die über ein Produkt sprechen viel höher ist als das Geld, das man für das Produkt bekommen würde. An dieser Stelle setzt Pay with a Tweet an und lässt Twitterati mit dem Wert ihres sozialen Netzwerks bezahlen. Der Effekt ist klar - Follower eines Users werden auf dessen Tweet aufmerksam, lesen ihn & somit die Produktwerbung und klicken bestenfalls auf den Link. Sind infolge selbst davon begeistert und teilen es ihrerseits mit ihren Followern. Wie das in der Praxis aussieht? Das zeigen uns die Macher von Pay with a Tweet anhand eines ersten Beispieles. Der Dienst selbst ist nämlich noch nicht gelauncht, in Kürze soll es jedoch soweit sein. Zurück zum “Testbeispiel”. User, die das Buch “Oh My God What Happened and What Should I Do?” lesen möchten, können mit nur einem einzigen Tweet bezahlen und so das eBook downloaden. Nach einer kurzen Authentifizierung auf twitter ist man mit der Downloadseite verbunden und nur einen Tweet vom eBook entfernt, welcher lautet: “This book helps you to move in the digital era of awesomeness. Download it for free!” Der entsprechende Link darf dabei natürlich nicht fehlen.

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Eine neue Form simpler und dennoch viraler Werbung scheint sich hier anzubahnen. Inwieweit diese von twitter-Usern akzeptiert wird, wird sich natürlich noch zeigen. Neu ist jedoch auf alle Fälle, dass dieses Bezahlsystem erstmals den Social Media-Wert eines Users aufrollt. Und für Marketingleute und Co. einen neuen Markt erschließt. Obwohl der Dienst noch nicht gestartet ist, ist für die Macher jedenfalls schon klar, wer aller von diesem Service profitieren kann. So findet sich auf die Frage “Who should use ‘Pay with a Tweet’?” folgende Antwort:

  • DJs
  • Musiker
  • Journalisten
  • Autoren
  • Marken
  • Kreative
  • Geschäftsleute & Wissenschaftler
  • Service Provider
  • Regisseure & Unterhaltunsgfirmen

Was bleibt? Gespannt den Launch von Pay with a Tweet und die tatsächlichen Ausmaße auf twitter abzuwarten. Ebenso wie die “Gegenleistung” - also jene Produkte, die man für einen Tweet erhält. Zugegeben, für das eine oder andere Produkt, würde ich schon einen Tweet opfern ;-)

PS - Würde man das Buch auf amazon kaufen, würde man übrigens € 14,90 dafür bezahlen.

Quelle:
springwise.com

Coca Cola will seine Geheimformel preisgeben

Friday, June 4th, 2010

Seit seiner Erfindung ist das Rezept von Coca Cola ein Geheimnis. Im Rahmen der Kampagne „The Secret is Out There“ verspricht der Konzern nun seine Formel preiszugeben. Zahlreiche versteckte Hinweise sollen dabei behilflich sein.

The Secret Is Out There.

Über die Zutaten und Wirkung von Coca Cola ranken sich seit seiner Erfindung wilde Gerüchte. Allem voran die Vermutung, Coca Cola enthalte Kokain, will trotz aller Dementis nicht verstummen. Die Geheimhaltung des genauen Rezepts lässt die Spekulationen bis heute bunte Blüten treiben. So soll Cola etwa Zähne, Knochen und Fleisch auflösen können und auch sonst noch so manche Überraschung zutage fördern, wie ein Blick auf YouTube verrät.

Nun hat sich Coca Cola selbst daran gemacht, den Mythos der geheimnisumwitterten Formel zu pflegen, indem der Konzern das Unvorstellbare verspricht: Das Geheimnis soll gelüftet werden! Das kündigt zumindest die neue Kampagne „The Secret is Out There“ von W+K Portland an. Mit zahlreichen Hinweisen sollen Webuser auf die sagenumwobenen Zutaten neugierig gemacht werden:

Klickt man auf das runde Flaschensymbol, das während des Virals mehrmals in der Ecke rechts oben erscheint, gelangt man bereits auf zahlreiche Puzzlesteine des Rätsels. Da wäre etwa der Twitter-Account von Doc Pemperton, dem Erfinder von Coca Cola. Auch einen geheimen Dateiordner hält er im Web versteckt. Mit der Facebook-App „Ahh Giver“ lassen sich Videobotschaften an Freunde verschicken, die mit Glück einen Coke-Coupon enthalten. Als weitere Eastereggs warten eine Microsite namens „Smileizer“, weitere YouTube-Videos sowie ein angeblicher Live-Feed einer Webcam auf ihre Entdeckung. Ob sich hinter dieser Tresortür wohl die geheime Coca-Cola-Formel versteckt?

The Secret Is Out There.

Nicht nur online, sondern auch offline wird das Schlüsselloch-Logo vermarktet und dessen Entdeckung belohnt werden. „The Secret is Out There“, auch außerhalb des Internets. So sollen etwa an ausgewählten Orten limitierte Cola-Flaschen erscheinen.

Doch so bemüht die Kampagne auch erscheint, so unwahrscheinlich scheint es, dass Coca Cola seine Rezeptur tatsächlich lüften wird. Sollte sich aber am Ende nur alles als Bluff herausstellen, wäre das natürlich eine herbe Enttäuschung.

Quellen:
http://www.contagiousmagazine.com
http://www.thedenveregotist.com
http://www.youtube.com
http://www.coca-cola.com

Milgram lässt grüßen: Twitter und das Kleine-Welt-Phänomen

Friday, April 30th, 2010

Jeder kennt jeden über sechs Ecken. Die Erkenntnis des Psychologen Stanley Milgram ist heute längst Teil der Populärkultur. Ein kanadisches Startup hat nun Twitter auf das „Kleine-Welt-Phänomen“ überprüft. Das Ergebnis: Knapp 85 Prozent aller Twitter-User sind bloß 5 Ecken voneinander entfernt.

start

In den späten Sechzigern machte der Psychologe Stanley Milgram ein spannendes Experiment. Es ging um die Frage, über wie viele Ecken sich die Menschen einander kennen. Die Art, wie er diese Frage zu beantworten versuchte, war simpel – und hocheffizient. Milgram schickte an 160 Leuten, die in Omaha (Nebraska) wohnten, einen Brief. Der Inhalt: Die Empfänger mögen doch bitte so nett sein und dafür Sorge tragen, dass der Brief einen in Massachusetts arbeitenden Börsenmakler erreicht. Allerdings sollten sie das Kuvert nicht einfach direkt an dessen Adresse schicken, sondern an jemanden aus ihrem Bekanntenkreis, von dem sie vermuteten, dass er dem Börsenmakler näher war. Zudem wurden die Adressaten gebeten, den Brief mit dem eigenen Absender zu versehen. Damit stellte Milgram sicher, dass er die Anzahl an Stationen zurückverfolgen konnte.

Wie die Auswertung des Experiments ergab, erreichte die Mehrzahl der Briefe den Börsenmakler in fünf bis sechs Schritten. Die Erkenntnis, die seither hochoffiziell „Kleine-Welt-Phänomen“ genannt wird, konnte in zahlreichen Folgeuntersuchungen bestätigt werden: Die Mehrzahl der Menschen kennen einander durchschnittlich über rund sechs Ecken. Im Web wurde das Phänomen vor allem durch das „Oracle of Bacon“ berühmt: Jeder Schauspieler, der schon einmal in einem Fernseh- oder Kinofilm mitgewirkt hat, kann in durchschnittlich sogar nur drei Schritten mit Kevin Bacon in Verbindung gebracht werden. Auf www.oracleofbacon.org kann sich jeder selbst ein Bild machen: Selbst deutschsprachige Darsteller ohne internationale Erfahrung „kennen“ den Golden-Globe-Preisträger über erstaunlich wenige Ecken.

Das kanadische Startup Sysomos ist nun in einer Analyse der Frage nachgegangen, ob sich das Kleine-Welt-Phänomen auch auf Twitter übertragen lässt. Der Bericht offenbart einige interessante Zahlen über den Microblogging-Dienst. Insgesamt gibt es mehr als 5,2 Milliarden Twitter-Freundschaften (also gegenseitige und einseitige Beziehungen). Die durchschnittliche Freundschafts-Distanz beträgt 4,67 Schritte. Die am häufigsten vorkommende Freundschafts-Distanz beträgt somit fünf Schritte, die zweithäufigste vier. Besonders erstaunlich ist, dass Twitter-User nach durchschnittlich bloß 3,32 Schritten erwarten dürfen, einen ihrer eigenen Followers zu finden.

Doch auch die Sechs-Ecken-Formel erfährt eine neuerliche Bestätigung. Knapp 98 Prozent aller Twitter-User sind über sechs Ecken miteinander verbunden.

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Das Ergebnis ist nicht wirklich überraschend. Dank sozialer Onlinenetzwerke ist die Interkonnektivität zwischen Fremden generell gestiegen. Eine Schlüsselrolle spielen dabei nicht-reziproke Beziehungen, bei denen also – im Falle von Twitter – ein User dem anderen folgt, der andere aber nicht zurückverfolgt, wie es etwa bei Prominenten meistens der Fall ist. So ist es eher unwahrscheinlich, dass ein Schweizer einem bulgarischen User folgt, der in seiner Landessprache zwitschert. Viel wahrscheinlicher aber ist, dass der Schweizer einem Superstar wie William „Captain Kirk“ Shatner folgt und der bulgarische Twitter-User einen Follower hat, der das ebenfalls tut.

Dass es in sozialen Netzwerken Knotenpunkte sind, die die Anzahl an Schritten so erstaunlich gering hält, hatte bereits das Kettenbrief-Experiment Stanley Milgrams gezeigt. Rund die Hälfte aller Briefe, die an den in Massachusetts lebenden Börsenmakler adressiert waren, gingen durch die Hände dreier Männer mit besonders vielen Sozialkontakten.

Quellen:
http://sysomos.com
http://techcrunch.com
http://www.oracleofbacon.org
http://twitter.com

Produkte empfehlen für den guten Zweck

Wednesday, April 21st, 2010

Persönliche Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis sind weltweit die glaubwürdigste Art der Werbung überhaupt. Nicht erst seit dieser Erkenntnis von Nielsen legen Unternehmen großen Wert darauf, was über sie und insbesondere auch ihre Produkte gesprochen wird. Das gilt natürlich auch für Online-Medien und Social Media im speziellen: Laut einer Studie von Publicis geben 46% der Befragten an, dass sie ihren Freunden via facebook ein Produkt empfehlen würden oder zumindest darüber diskutieren. Immerhin 44% haben das auch bereits auf twitter getan.

Heutzutage ist das genaue “Hinhören” in der Off- und Online-Welt somit gleichermaßen von Bedeutung. Das Beobachten von Amazon-Rezensionen ist zumindest in einigen Branchen schon Standard. Der Nachteil für den Konsumenten ist allerdings, dass es zunehmend schwieriger wird, die Glaubwürdigkeit einzuschätzen - denn viele Unternehmen haben erkannt, wie sich die Produktbewertungen zu ihren Gunsten beeinflussen lassen und geben bezahlte Rezensionen in Auftrag.

Genau hier setzt Rec.fm an: Diese Plattform ermöglicht es, kurze Produktbewertungen abzugeben und via bekannter Social Networks an seine Freunde und Followers zu kommunizieren. Diese können über einen Link das Produkt direkt können und sogleich einen guten Zweck unterstützen. Das funktioniert erstaunlich einfach in nur drei bzw. vier Schritten: Man wählt zunächst ein Produkt aus, das man empfehlen möchte. Dabei wird auf die Amazon.com Datenbank zurückgegriffen, entsprechend groß ist also die Chance, dass hier auch Nischenprodukte gefunden werden können. Anschließend hat man - wie bei twitter - 140 Zeichen zur Verfügung, um zu erklären, weshalb man das Produkt empfiehlt. Anschließend loggt man sich via OAuth bzw. facebook Connect auf twitter oder facebook ein und postet eine automatisch generierte Nachricht, die auch einen verkürzten Link zur Produktempfehlung und somit zu Rec.fm beinhaltet. Entscheidet sich nun jemand aufgrund meiner Empfehlung das Produkt zu kaufen, geht ein gewisser Prozentsatz des Verkaufserlös an eine Hilfs- bzw. Charity-Organisation meiner (eingeschränkten) Wahl.  Ich habe das gleich getestet und das Album “Tourist History” von Two Door Cinema Club empfohlen:

Rec.fm - Tweet

Rec.fm - Produktempfehlung

Meiner Meinung nach wird durch diese Art der (Online-)Empfehlung deren Glaubwürdigkeit erhöht, weil dabei auf transparente Weise sichergestellt wird, dass nicht ich es bin, der durch eine positive Rezension profitiert, sondern eine wohltätige Organisation. In letzter Zeit wurde Bloggern nämlich vermehrt vorgeworfen, sogenannte Affiliate-Links in ihren (unabhängigen?) Beiträgen zu setzen und somit finanziell an allfälligen Verkaufserlösen mitzuschneiden. Wie man jedoch auch auf den ersten Blick sieht, ist Rec.fm (noch) eine rein amerikanische Plattform und die Auswahl an unterstütztungswürdigen Organisationen sehr bescheiden. Zudem müsste man hierzulande derzeit auch über den US-Store von Amazon einkaufen. Dennoch besitzt Rec.fm einige sehr interessante Ansatzpunkte und es würde mich nicht wundern, wenn diese oder ähnliche Plattformen auch in Europa um Produktempfehlungen der User rittern.

Quelle:
mashable.com

Das Vögelchen soll fliegen lernen

Friday, April 16th, 2010

Vier Jahre nach dem Launch will Twitter nun sein Geschäftsmodell gefunden haben. Mit „Promoted Tweets“ sollen Kunden kontextbasierte Werbung schalten können. Zunächst wird diese nur in der Suchfunktion erscheinen, in Zukunft sollen gesponserte Tweets jedoch in den Stream aller User einfließen.

Seit vier Jahren gibt es Twitter nun schon, der Erfolg war bislang beeindruckend: Mit twitternden Promis, Journalisten und Politikern bis hin zur „Twitter-Revolution“ im Iran wurde der Microblogging-Dienst rasch zu einem Liebling der Medien- und Werbeszene. Doch eine Frage blieb bislang unbeantwortet: Wie will Twitter Geld verdienen?

Die Antwort kam diese Woche: „Promoted Tweets“ heißt das Konzept, mit dem die Plattform zu Geld kommen möchte – man könnte es auch schlicht „Werbung“ nennen. Das Prinzip dabei ist altbekannt: Unternehmen können – so wie bei Google AdWords – einzelne Keywords buchen. Gibt man einen Begriff in die Twitter-Suchmaske ein, erscheint die entsprechende Werbung direkt im Stream – und zwar ganz oben, selbst wenn die bezahlten Tweets nicht mehr ganz taufrisch sind. Ansonsten sind es aber bis auf eine kleine Kennzeichnung ganz normale Tweets: „Promoted Tweets werden alle Funktionen eines regulären Tweets behalten, inklusive der Reply-, Retweet- und Favorite-Funktion“, heißt es dazu im offiziellen Twitter-Blog.

Promoted Tweet

Abgerechnet wird zunächst in 1.000-Klicks-Einheiten. Allerdings wird dies möglicherweise von einem Programm abgelöst werden, das Twitter „Resonance“ nennt. Das heißt, dass in Zukunft möglicherweise auch Faktoren wie die Anzahl an Retweets und Favs in den Preis eingerechnet werden. Für die Werbekunden wäre das auch deshalb interessant, weil damit auch die Qualität eines „Promoted Tweets“ zum Maßstab werden würde: Wird er etwa häufig retweetet, bleibt er länger dem Stream erhalten, bleibt er eher unbeachtet, wird er eher früher als später von einem anderen abgelöst.

Das könnte auch deswegen von Bedeutung sein, weil die Suchfunktion aller Voraussicht nach nicht die einzig umworbene Zone bleiben wird. Ebenfalls geplant ist nämlich Werbung direkt für den Stream eines jeden einzelnen Users. Dieser muss dann etwa Starbucks gar nicht folgen, um Starbucks-Werbung zu bekommen; allerdings soll sich diese von normalen Tweets optisch unterscheiden. Auch Clients wie Tweetdeck und das vor kurzem von Twitter gekaufte Tweetie soll die Werbung unterstützen.

Was Otto-Normaluser zunächst wahrscheinlich nicht besonders verlockend erscheinen mag, klingt aus dem Mund von Dick Costolo jedoch durchaus spannend – zumindest aus Sicht der Werbekunden: „Die Idee hinter Promoted Tweets ist, dass wir die Kommunikation zwischen den Unternehmen, die bereits Twitter verwenden, und deren Kunden verbessern“, erklärte der Twitter-CEO gegenüber der New York Times, die als erster die große Nachricht verkündete.

Allerdings bleibt noch die Frage, ob die Twitter-User bereit sein werden, die gesponserten Tweets auch anzuklicken. Das wird wohl vor allem von deren Qualität abhängen. „Wir können nur hoffen, dass Promoted Tweets ein Erfolg wird“, gibt man bei Mashable zu bedenken, „immerhin handelt es sich um jene Klicks, die über das Schicksal der Plattform entscheiden werden.“

Quellen:
http://blog.twitter.com
http://www.nytimes.com
http://mashable.com
http://www.culture-buzz.com

twitter: neuer Erfolgsgarant für Hollywood

Wednesday, April 7th, 2010

Dass twitter eine wahre Lawine ins Rollen bringen kann, ist bekanntlich nichts Neues. Man erinnert sich bspw. zurück an den Studentenprotest an der Universität Wien, der via twitter seinen Lauf der Dinge nahm und solidarische Bewegungen in mehreren Ländern auslöste. Nun gibt es erneut interessante Erkenntnisse über den Einfluss von  twitter, meinen zwei Wissenschaftler der Firma HP Labs. Diese haben ein Tracking-System, welches twitter-Einträge zu neuen Kinofilmen auswertet, und spezielle Algorithmen entwickelt, die den Erfolg von Kino-Blockbustern vorhersagen sollen.

twitter soll also das Einspielergebnis von Kinofilmen am - aus marketingtechnischer Perspektive sehr wichtigen - Startwochenende exakt prognostizieren. Laut eigenen Aussagen soll demnach mit einer 97-prozentigen Genauigkeit der Kassenerfolg vorausgesagt werden können.

twitterhollywoodDoch wie soll diese Vorhersage funktionieren? Die beiden Wissenschaftler verwenden die Rate an Nennungen eines Films auf twitter, um den Erfolg des ersten Wochenendes vorherzusagen, die Tonalität der Tweets - also ob positiv, negativ oder neutral - soll in weiterer Folge das zweite Wochenende beeinflussen und so Vorhersagen ermöglichen. Fast 3 Millionen Tweets über 24 Filme wurden in den letzten drei Monaten analysiert. Ein Beispiel: “Dear John” sollte laut den beiden Wissenschaftlern am ersten Wochenende $ 30,71 Millionen einspielen. Wie viel es tatsächlich war? $ 30,46 Millionen.  Für den Film “The Crazies” wurden $ 16,8 Millionen vorhergesagt, das tatsächliche Ergebnis waren $ 16,07 Millionen. Laut der Los Angeles Times wollen die beiden sich ihre Methode nun patentieren lassen.

Für Hollywood könnte sich hier ein zuverlässiges Analyse- und Marketingtool auftun. Telefon- und Onlineumfragen haben sich in der Vergangenheit immerhin als bedingt aussagekräftig erwiesen. twitter als Erfolgsgarant für Kinofilme ist ein neuer Weg, aber kein unrealistischer. Wie es auf basicthinking.de richtig heißt: die Story des Films kann zwar nicht mehr abgewandelt werden, wenn die Filmindustrie davon Wind bekommt, wie sich ein Filmstart entwickeln wird, aber dennoch tun sich hier noch weitere Möglichkeiten auf, einen Film mehr oder weniger zu pushen. Und auch für andere Branchen kann die genaue Analyse von Trends auf twitter gewiss noch so manche Vorteile mit sich bringen.

Bild- und Textquellen:
Los Angeles Times
basicthinking.de

Demi Moore & Ashton Kutcher’s Social Media Kampagne gegen Kindersklaverei

Monday, March 29th, 2010

Mit gemeinsam mehr als 7,3 Millionen Twitter-Followers sind Demi Moore und Ashton Kutcher schon seit längerer Zeit das Top-Hollywood-Paar im Social Web. Nun nutzen sie ihre Bekanntheit für einen guten Zweck, der ihnen ein sehr persönliches Anliegen zu sein scheint: Den Kampf gegen das etablierte “Restavec”-System Haitis im Zuge des Wiederaufbaus des Landes.

Ende Januar gründeten Demi und Ashton die DNA Foundation mit dem Ziel, Kindersklaverei weltweit zu bekämpfen. In einem Interview mit Mashable erklärt das Paar, wie es Aufmerksamkeit auf dieses äußerst sensible Thema lenken möchte und wie durch die Mithilfe eines jeden Einzelnen konkret der Kindersklaverei unter dem Deckmantel des “Restavec”-Systems in Haiti entgegengewirkt werden kann. Als Restavecs (vom französischen “rester avec”, übersetzt “bei jemandem bleiben”) werden Kinder in Haiti bezeichnet, die von ihren armen Familien vom Land zu wohlhabenderen Familien geschickt werden, um dort im Haushalt mitzuhelfen und im Gegenzug die Chance auf ein besseres Leben durch eine anständige Unterkunft und Schulbildung zu bekommen. Häufig werden diese Kinder aber misshandelt und ausgebeutet, eine Schule sehen nur die wenigsten von innen.

Übermorgen Mittwoch wird auf einer UN-Konferenz über Hilfszahlungen und Spendengelder in Höhe von 11 Milliarden Dollar debattiert, die von der haitischen Regierung angefordert wurden. Da diese Summe einen 2,8 Milliarden Dollar großen Wiederaufbau-Fonds der US-Regierung beinhaltet, werden auch zahlreiche Kongressabgeordnete auf dieser Konferenz erwartet.

Was das nun mit Social Media zu tun hat? Demi und Ashton sehen den Wiederaufbau Haitis als Chance, nicht nur die Gebäude durch strengere Bauvorschriften erdbebensicherer zu machen, sondern auch gesellschaftlichen Einfluss zu nehmen und das “Restavec”-System mit aller Kraft zu unterbinden. Dazu ist es allerdings notwendig, zunächst die eigene (US-)Bevölkerung aufzuklären und die Kongressabgeordneten auf diesen Umstand hin aufzuklären: Der Großteil der Amerikaner ist nämlich der Auffassung, dass die Sklaverei abgeschafft wurde und heute kein Thema mehr sei. In Haiti ist sie es mehr denn je und hat mit der Bezeichnung “Restavec” nur einen neuen Tarnmantel bekommen.

Demi und Ashton fordern daher über die Facebook-Fanpage, den Twitter-Account und der Website der DNA Foundation die User dazu auf, sich beispielsweise via @-Reply an zahlreiche Kongressmänner, die auf der UN-Konferenz erwartet werden, als auch an Barack Obama zu wenden und sie so auf dieses Thema aufmerksam zu machen. Eine Liste der Abgeordneten und Senatoren findet sich beispielsweise auf Mashable. Bleibt zu hoffen, dass diese Kampagne ähnlichen Impact erreicht wie #iranelection oder #blamedrewscancer, so auch der Wunsch von Ashton.

Quelle:
Mashable.com

Aufholjagd

Friday, March 26th, 2010

Bislang bot die Formel 1 ihren Fans im Netz wenig Spannendes. Doch nun hat auch der millionenschwere Rennzirkus das social Web für sich entdeckt. Erste spannende Beispiele gibt es bereits.

Die Formel 1 ist der Inbegriff für Hochtechnologie, Innovation, Werbung und rasende Geschwindigkeiten. Alles andere als rasend schnell waren die Formel-1-Teams jedoch bei der Erschließung von Social Media. So findet etwa Brett Volker, Marken-Chef von Virgin Racing, dass die Formel 1 in der effektiven Gewinnung von Fans hinter andere Sportarten zurückgefallen ist. Manche Webseiten der Teams sind statisch und wirken mehr wie bunte Schaufenster; die Qualität des gebotenen Contents variiert.

Virgin versucht nun, im Web neue Fans anzuwerben. So gibt es etwa auf der Homepage des noch jungen Teams eine Rubrik  namens „get involved“, wo die Fans unter anderem aufgerufen wurden, bei der Namensgebung der neuen Autos mitzuwirken. Per E-Mail und Twitter trudelten trausende Vorschläge ein, „von Songtitel bis hin zu Wortspielen und viel dazwischen“. Nun will man den Fahrern die Chance geben sich alle Namen durchzusehen. Dem Gewinner winkt signiertes Merchandising sowie natürlich die Genugtuung, den eigenkreierten Namen eine Saison lang auf den Rennstrecken herumkurven zu sehen. Natürlich verfügt Virgin neben einem Twitter-Account auch über eine Facebook-Seite. In seinem YouTube-Kanal präsentiert der Rennstall exklusiven Content über das Team und die Fahrer:

Immerhin sind mittlerweile fast alle Teams auf Facebook und Twitter vertreten. Am meisten Twitter-Followers zählt derzeit Mercedes (derzeit 32.413). Angesichts der Millionen, die Konzerne in den Formel-1-Sport buttern, sehen die Zahlen allerdings noch etwas mager aus:

followers

Auf der Rennstrecke muss er meist zurückstecken, auf Twitter hingegen ist er ein As: Regelmäßig meldet sich Rubens Barichello auf Twitter, plaudert dort mit Fans und kann damit knapp 353.000 User begeistern – und das, obwohl er nicht in Englisch, sondern in seiner Muttersprache Portugiesisch zwitschert. Damit liegt Barichello weit vor Weltmeister Jenson Button (71.243 Followers) oder gar Nick Heidfeld (2.280 Followers). Generell gilt wohl: Je früher das Social-Media-Engagement, je persönlicher und engagierter der Content, desto größer auch die Zahl der Fans.

Allerdings scheinen die Formel-1-Teams das Potenzial des Webs nun erkannt zu haben. So bekommen Besucher von www.williamsf1.com in hochprofessionell gestalteten Videos die Rennstrecken von Christian Danner erklärt, es gibt Interviews mit den Fahrern, ein Team-Blog und sogar einen eigenen Podcast. Blogs und Videos gibt es auch bei Red Bull Racing , wo man sich außerdem noch als „Member“ registrieren lassen kann. Ein besonderes Schmankerl bietet McLaren: Das Team überträgt an Rennwochenenden live die Telemetrie-Daten ihrer Autos (worüber sich wohl auch die Konkurrenz besonders freuen dürfte).

Fazit: Lange Zeit scheint die Formel 1 geschlafen zu haben. Doch sich dem social Web weiter zu verstellen, scheint anno 2010 nun auch für das Millionenbusiness nicht mehr möglich zu sein. Fans dürfen gespannt sein, was dem Rennzirkus noch alles einfallen wird!

Quellen:
http://www.viralblog.com
http://www.telegraph.co.uk
http://www.virginracing.com
http://mclaren.com
http://twitter.com

Süchtig nach Social Media?

Monday, March 22nd, 2010

Einer Studie von Retrevo zufolge, loggt sich jeder zweite der 400 Millionen Facebook-User zumindest täglich auf der Social Network Plattform ein, um Statusmeldungen zu lesen oder seine Freunde auf dem Laufenden zu halten. Da mir diese Zahl auch aus einer älteren Quelle schon bekannt vor kam, war das nicht weiter überraschend für mich. Interessant ist jedoch, in welchen Situationen sich die User von Facebook, Twitter & Co. durch neue Nachrichten und Meldungen ablenken lassen – immerhin 40 Prozent haben nämlich generell kein Problem damit, von Social Media bei ihren Tätigkeiten unterbrochen zu werden. Ab welcher Nutzungsintensität man tatsächlich von einer Sucht sprechen kann, wird durch diese Studie (1.000 Teilnehmer) zwar nicht beantwortet. Jedoch erscheint es äußert bedenklich, wenn bereits jeder Dritte während dem Essen auf sein Smartphone oder den Computer starrt und gar jeder zehnte der unter 25-Jährigen selbst das Liebesspiel unterbricht, um Social-Media-Updates zu checken.

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Nicht besser wird es, wenn man sich die Antworten auf die Frage ansieht, ob die Teilnehmer der Studie Statusupdates lesen oder schreiben sobald sie ins Bett gegangen sind. 48 Prozent tun dies während der Nacht oder sobald sie am nächsten Morgen aufwachen. Auch hier ist die jüngere Generation unter 25 Jahren eher dazu geneigt, sich der Welt rund um die Uhr mitzuteilen, als die älteren User. Nicht umsonst wird diese auch als „Always On“-Generation bezeichnet.

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Interessant ist auch, dass Social-Media-Updates für 16 Prozent der User die Morgenzeitung oder das gerade in den USA ansonst recht beliebte Frühstücksfernsehen ersetzt. Bei den iPhone-Nutzern beträgt der Anteil jener, die sich auf diese Weise ihre morgendlichen „Nachrichten“ verschaffen, sogar 23 Prozent. Was die Social Media Nutzung allgemein betrifft, sind laut der Studie Besitzer eines iPhones noch öfter auf Facebook und Twitter aktiv, als Nicht-Smartphone-User – ein Trend, der wohl nur wenige überrascht.

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Jene User mit einem großen Suchtgefährdungspotenzial sind außerdem wohl diejenigen, die es maximal ein paar Stunden aushalten ohne auf Facebook nach neuen Statusmeldungen Ausschau zu halten. Unter den befragten Teilnehmern der Studie sind dies immerhin 11% der über 25-Jährigen und 18% der jüngeren User. Auch wenn die Bereitschaft, sich durch Social Media jederzeit unterbrechen zu lassen und rund um die Uhr online zu sein, tendenziell weiter steigt, so gibt es noch immer einen großen Teil der User, die auch mehrere Tage „ohne können“.

Wie häufig und in welchen Situationen nutzen Sie Social Media? Sehen Sie sich gar selbst als „süchtig“ an?

Quellen/Grafiken:
retrevo.com