Social Super Bowl

Saturday, February 5th, 2011

Der Super Bowl ist nicht nur der alljährliche Höhepunkt des American Football, sondern auch ein Megaspektakel in Sachen Werbung. Doch längst geht es nicht nur um das bloße Erheischen der begehrten TV-Werbeplätze, sondern um ganzheitliche Kommunikations-Strategien. Das Ergebnis: Eine Vielzahl spannender Social-Media-Kampagnen.

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Auch wenn American Football nie so recht auf anderen Kontinenten Fuß fassen konnte – den Begriff „Super Bowl“ hat selbst in hiesigen Breiten so gut wie jeder zumindest schon einmal gehört. Kein Wunder, ist der alljährliche Höhepunkt der National Football League (NFL) doch tatsächlich ein wahrer Megaevent, was sich regelmäßig in Rekordeinschaltquoten niederschlägt. Entsprechend begehrt ist der Super Bowl naturgemäß auch als Werbeplatz. Über die Preise von 30-Sekunden-Spots beim TV-Sender Fox werden Zahlen von durchschnittlich drei Millionen Dollar und mehr kolportiert.

Doch längst geht es beim Super Bowl nicht mehr einfach nur um TV-Blöcke und Werbebanner. Anno 2011 sind holistische Kommunikationsstrategien gefragt, bei denen Social Media eine zentrale Rolle spielt. So sorgte Audi dieses Jahr bereits im Vorfeld für Aufmerksamkeit, weil der Automobilhersteller ankündigte, am Ende seines Super-Bowl-Spots den Twitter-Hashtag „#ProgressIs“ einzublenden. Der Plan: Indem Zusehern, die in ihren Tweets den Hashtag sowie die URL audi.us/ProgressIs verwenden, der Gewinn einer Testfahrt mit dem Audi A8 in Aussicht gestellt wird, sollen Unterhaltungen darüber zu entfacht werden, was „fortschrittlicher Luxus“ bedeutet.

Audi steht mit seiner Social-Media-Verknüpfung zum Super Bowl freilich nicht alleine da. So hatte eine Kampagne von Mercedes namens „Tweet Race“ die Anreise zum Austragungsort Dallas zum Thema. VW gelang es wiederum bereits im Vorfeld Millionen Zuseher für seine Super-Bowl-Spots zu lukrieren, indem sie bereits vorab auf YouTube gestellt wurden. Besonders dieser hier („The Force“) erfreut sich größter Beliebtheit:

Ganz neue Wege haben für den Super Bowl XLV die Lokalisierer von Foursquare beschritten – indem sie beschlossen, den „Super Bowl Sunday“ erstmals in der Geschichte „eincheckbar“ zu machen. Der Clou: User mit freigeschaltenen Badges bekommen einen Code, für den sie bei NFLShop.com einen 20-prozentigen Rabatt bekommen. Ein Testballon – vorläufig. Denn die Konkurrenz schläft nicht: Dem erst 2008 gestarteten Rabattanbieter Groupon, der es seinen Usern ermöglicht sich für Billigangebote zusammenzuschließen, gelang es in letzter Sekunde sogar, selbst noch einen Werbeplatz in der heißbegehrten Super-Bowl-Sendezeit zu ergattern.

Doch auch für die Analyse des Marketingtreibens rund um den Super Bowl ist Social Media mittlerweile ein wertvolles Tool. Das auf Marketing-Technik und -Forschung spezialisierte Unternehmen Alterian hat in einer Studie untersucht, welche Marken in Zusammenhang mit dem Super Bowl im social Web am häufigsten genannt wurden. Als klarer Gewinner darf sich Pepsi Cola fühlen: Der Getränkekonzern, der im vergangenen Jahr eine Auszeit von dem Megaspektakel nahm, hat im Zeitraum Dezember bis Februar gemeinsam mit der (ebenfalls zu Pepsi gehörenden) Chipsmarke Doritos den bei weitem größten positiven Buzz abbekommen.

Quellen:
http://de.finance.yahoo.com
http://mashable.com
http://www.3news.co.nz
http://techcrunch.com
http://www.wuv.de
http://mashable.com
http://www.youtube.com/volkswagen (Screenshot)

Budweiser überlässt nichts dem Zufall, sondern Facebook

Sunday, February 7th, 2010

It’s Super Bowl time! Super Bowl XLIV steht vor der Tür und Budweiser im Mittelpunkt. Alkohol, speziell Bier und Sport vertragen sich genauso gut wie virales Marketing und Facebook. Daher hat Budweiser einfach die Facebook User bestimmen lassen, welche Werbung sie während dem Finale sehen wollen.

Das Super Bowl Pausenprogramm ist für Werbende so etwas wie der Gipfel des Olymps. Zahlreiche überteure Werbesendungen und –shows wurden bereits eigens für diesen einen Event gestaltet. In keiner Relation steht der Aufwand, der hinter diesen Werbungen steht zu der Tatsache, dass sie genau einmal gezeigt wird. – Nämlich während dem Spiel und dann (zumindest im TV) nicht mehr. Der Grund: Die Live Übertragung des Super Bowl Finales begeistert so viele Menschen und zieht so viele Zuseher an, wie kein anderes Medien Spektakel. Es rechnet sich also. Budweiser hat heuer das Glück, 5 Minuten Werbezeit für sich zu beanspruchen. Damit steht der erste Gewinner des Super Bowl XLIV (New Orleans Saints gegen die Indianapolis Colts im Sun Life Stadium in Miami Gardens) fest: Budweiser. Da man hierbei bei der Werbe-Wahl keinen Fehler machen will, lässt man einfach die Zuseher entscheiden und hat dabei noch so einige Hintergedanken…

Drei Werbesendungen wurden den „Facebookern“ präsentiert (Making Down Payment, Fences, Getting Attention, siehe unten) und seit letztem Freitag konnte gewählt werden. Die Werbung mit den meisten Stimmen wird heute Abend während dem Superbowl Finale weltweit ausgestrahlt werden. Mitmachen kann oder besser konnte jeder, der Fan der Gruppe „Budweiser“ wurde. Das, sowie die Entscheidung für welche Werbung man als User abgestimmt hat, scheint dann auf der eigenen Pinnwand auf, sodass alle Freunde sehen, dass man erstens Fan von Budweiser ist und dass man sich für eine Werbung entschieden hat. Schon sind neue User angesprochen und neue Voter aquiriert. Achtung: Virale Lawinengefahr, höchste Warnstufe!

Da Budweiser aber natürlich nicht auf die Stimmen der User angewiesen ist, man hätte sich ja selber für eine der drei Commercials entscheiden können, steht eine ganz andere Absicht hinter dieser Aktion. Budweiser operiert online sehr stark mit Angeboten und Lockwerbung. Ist man einmal Fan der Gruppe, so ist es Budweiser via Facebook möglich, ständig News und Angebote and die Pinnwände der Nutzer – und davon gibt es ja mittlerweile mehrere tausend – zu posten. Man hat somit ein billiges Werbemedium gefunden und einen einfachen Weg, Kunden zu erreichen und mit ihnen (nicht nur einseitig) zu kommunizieren und sogar zu interagieren.

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Dieser Hintergedanke ist den meisten Usern wahrscheinlich auch klar, wird aber toleriert/akzeptiert oder sogar begrüßt. Je nach Grad der Identifikation mit Budweiser und dessen Produkten. Auch die übrigen Super Bowl Werbenden stehen Budweiser keinen Schritt nach und gehen denselben Weg. Pepsi, Coca Cola und Doritos zum Beispiel buzzen heute (Abend) stärker denn je.

Und während das Pausenspektakel und die Werbungen während dem Super Bowl Finale an Bedeutung nicht mehr gewinnen könnten (siehe Fanhouse, die Werbungen sind heute nicht mehr wegzudenken), erkennen viele, dass eigentliche Sport-Desinteressierte sich den Super Bowl „einfach so“ oder eben wegen der spektakulären Werbeschaltungen und der Pausenshow ansehen. Der schöne (und friedliche) Schluss daraus lautet demnach: Sport und Werbung stehen in einem totalen Symbioseverhältnis und vereinen für die Dauer des Super Bowls Menschen aller Interessensgruppen.

Quelle Text und Bild:
Mashable