Facebook: Nährboden für Innovationen

Friday, January 27th, 2012

Killen Social Communities die Meinungsvielfalt? Nein, sagt eine Studie des Facebook Data Teams. Zu verdanken ist das der Stärke von schwachen Bindungen.

Schafft Facebook bloß Echokammern für Gleichgesinnte? Nein, sagt eine neue Studie. Grund: Schwache Beziehungen erhalten die Informationsdiversität.

Seit Social Networks für immer mehr Menschen zum Alltag gehören, steigt auch das Interesse an der Netzwerkforschung. Wie funktionieren soziale Netzwerke – online wie offline? Welche Auswirkungen haben sie auf uns, unsere Einstellungen, unsere Gesellschaft und Wirtschaft? Fragen wie diese gewinnen mit dem Siegeszug von Social Communities zunehmend an Bedeutung.

Im Zuge dieser Debatte lassen sich zwei sehr unterschiedliche Standpunkte herausdestillieren. Manche meinen, die bessere Vernetzung führe zu mehr Offenheit, wodurch sich Innovationen und neue Ideen leichter und schneller verbreiten können. Andere befürchten hingegen, dass Facebook und Co. vielmehr „Echokammern“ schaffen würden, in denen sich jeweils bloß Menschen versammeln, die einander ohnehin sehr ähnlich sind. Statt zur Verbreitung von Innovationen führe das zu mehr Konformität, kollektivem Schulterklopfen oder gar einer Radikalisierung innerhalb der einzelnen Cluster.

Diese Befürchtungen werden von einer Studie, die das Facebook Data Team in seinem Blog präsentiert hat, nun zerstreut. Doch alles von Anfang an.

Homophilie und starke Glieder

Gleich und Gleich gesellt sich gern – diese Binsenweisheit gilt für jeden von uns. Wie sozialpsychologische Untersuchungen schon lange belegen, ist Ähnlichkeit einer der wichtigsten Faktoren, ob wir jemanden sympathisch finden oder nicht. Menschen mit ähnlichen Meinungen, Vorlieben oder Charaktereigenschaften sind uns generell sympathischer. Kein Wunder also, dass in Social Communities rasch Cluster aus Menschen mit ähnlichen Einstellungen, ähnlichen Jobs und ähnlichen Vorlieben entstehen.

„Zu den robustesten Befunden in sozialen Netzwerken zählt die Homophilie, also die Tendenz, dass sich Individuen mit ähnlicher Charakteristik miteinander verbinden“, so Studienautor Eytan Bakshy vom Facebook Data Team. Es ist die Homophilie, die starke Beziehungen ausmacht.

Dies zeigt sich auch in der Studie von Bakshy und Kollegen: Je enger die Beziehung zu einem Facebook-Freund ist, desto größer ist auch die Bereitschaft, einen Post im Newsfeed zu teilen. Für sich genommen spricht das stark für die These, dass Social Communities tatsächlich bloß Echokammern von Schulterklopfern wären, in denen Innovationen bloß kaum zirkulieren können. Doch es gibt auch noch einen anderen Einflussfaktor – und der ist sogar mächtiger.

Die Stärke der schwachen Beziehungen

1973 veröffentlichte der Soziologe Mark Granovetter eine erstaunliche Entdeckung: Wenn es Menschen gelingt, über Beziehungen zu einem neuen Job zu kommen, passiert dies meistens nicht über enge Freunde, sondern durch schwache Beziehungen im erweiterten Bekanntenkreis. Granovetter nannte dieses Phänomen „The Strength of Weak Ties“, also die „Stärke von schwachen Beziehungen“. Demnach sind es die schwachen Bindungen, die den Informationsfluss aus unterschiedlichen Gruppen von Menschen erleichtern. Zum einen, weil unter den schwachen Beziehungen mehr Diversität vorherrscht. Zum anderen, weil es naturgemäß einfach mehr davon gibt.

Das Facebook Data Team veranschaulicht dies mit einem simplen Rechenbeispiel: Angenommen, ein Facebook-User hat 10 enge Freunde und 100 Bekannte. Da er am Content seiner engen Freunde mehr interessiert ist, teilt er jeden zweiten Post eines engen Kontakts. Von seinen Facebook-Bekannten teilt er bloß 15 Prozent ihres Contents. Das Ergebnis ist eindeutig: Mit 15 geteilten Posts (100*0.15) teilt er wesentlich mehr Content von schwachen Beziehungen als von engen Freunden (10*0.50 = 5).

Dieses Phänomen zeigte sich auch im Praxistest der Facebook-Studie: Über schwache Bindungen verbreiten sich neue Informationen (wie etwa einen spannenden Link), die andere Menschen sonst nicht sehen würden. Das ist durchaus verständlich: Content, von dem man annimmt, dass ihn die meisten Freunde bereits kennen, braucht man auch nicht mehr zu teilen.

„Zusammengefasst haben schwache Beziehungen das größte Potenzial, Freunde neuen Informationen auszusetzen, die sie sonst nicht entdeckt hätten“, resümiert Eytan Bakshy. Die Informationsdiversität ist in Social Communities dadurch höher als vielfach angenommen.

Schwache Beziehungen haben das größte Potenzial, Freunde neuen Informationen auszusetzen.

Fazit: Diversität trotz Homophilie

Sind Social Communities nun bloß Echokammern des Schulterklopfens oder der Nährboden, der neuen Ideen, Moden und Innovationen zum Durchbruch verhilft? Nun, fairerweise haben beide Standpunkte ihre Berechtigung. Zwar zieht sich das Phänomen der Homophilie tatsächlich wie ein roter Faden durch Social Networks. Allerdings schaffen es – dank der Stärke von schwachen Beziehungen – weit mehr neue Informationen in die Newsfeeds der User, als man intuitiv annehmen würde. Insgesamt sehen und verbreiten wir mehr Informationen von schwachen als von starken Bindungen.

Somit demonstriert die Untersuchung, so Eytan Bakshy, „dass Social Networks ein mächtiges Medium sein können, neue Ideen zu teilen, neue Produkte hervorzuheben und laufende Events zu diskutieren.“ Vorausgesetzt natürlich, der Content stimmt.

Quellen:
http://www.scribd.com
https://www.facebook.com (inklusive Screenshots)

Ansichtssache Social Media

Friday, December 2nd, 2011

Eine aktuelle Eye-Tracking-Studie gewährt spannende Einsichten über das Blickverhalten auf Facebook, Twitter, Google+ & Co.

Eine aktuelle Eye-Tracking-Studie gewährt spannende Einsichten über das Blickverhalten auf Facebook, Twitter, Google+ & Co.

Wohin blicken die Menschen zuerst? Welche Botschaften nehmen sie wahr? Und welche nicht? Um Fragen wie diese zu beantworten, setzen Werber, Medien und Marktforscher seit langem auf Eye-Tracking. Die Geschichte des Eye-Trackings ist dabei älter, als man vielleicht vermuten mag. Schon im 19. Jahrhundert versuchte der Franzose Émile Javal herauszufinden, wohin die Augen beim Lesen wandern. Heute ist die automatische Blickerfassung ein gebräuchliches Mittel in der Medizin, der Psychologie, in den Neurowissenschaften und natürlich in der Marktforschung.

Mit Hilfe der Webcams von 30 Probanden hat nun Mashable gemeinsam mit EyeTrackShop Profilseiten auf den erfolgreichsten Social Networks auf den Zahn gefühlt. „Die Studie ist nicht perfekt“, räumt Mashable-Autorin Sarah Kessler ein, denn „30 ist eine kleine Sample-Größe“. Was auf einer Profilseite die Aufmerksamkeit auf sich zieht, hängt zudem vom jeweils angezeigten Content ab. Die Ergebnisse sind daher mit aller gebotenen Vorsicht zu genießen. Trotz alledem lassen sich daraus ein paar interessante grundsätzliche Beobachtungen ableiten.

Was Social-Media-User wirklich sehen

Auf Facebook ist der klare Gewinner das Profilfoto. Danach folgt die Mittelspalte, wobei der neueste Content wenig überraschend die meiste Aufmerksamkeit auf sich zieht – nach unten hin fällt das Interesse ab. Die Mittelspalte ist es auch, auf die sich die Blicke in der Regel als erstes richten. Danach schweift der Fokus in die linke Spalte ab, gefolgt von der rechten Spalte, wo die Anzeigen zu finden sind. Zu guter Letzt wandert das Augenmerk nach oben zur blauen Facebook-Leiste.

Auf Google+ weist das Eye-Tracking den Content tatsächlich auch als König aus. Der erste Blick fällt auf die Mitte, wo er stolze 5,9 Sekunden verbleibt. Zum Vergleich: Bei Facebook sind es lediglich 4,3 Sekunden. Im Gegensatz zu anderen Social Networks zieht das Profilfoto auf Google+ eher wenig Aufmerksamkeit auf sich – zumindest solange es sich um ein nichtssagendes Strandfoto handelt.

Bei Twitter fällt das Augenmerk vor allem auf die breite Hauptspalte. Bemerkenswert dabei ist, dass die Aufmerksamkeit nach unten hin schwächer abfällt als bei anderen Social-Media-Plattformen. Wie die Eye-Tracking-Studie außerdem zeigt, kann sich ein personalisiertes Wallpaper auf Twitter tatsächlich lohnen. Weist das Hintergrundbild links neben dem Interface gut lesbare Informationen aus, bleiben die Augen schon einmal etwas länger hängen.

Web-Kontakte werden registriert

Doch auch der Blick auf andere Plattformen lohnt sich: So zeigte sich beispielsweise, dass das Flickr-Logo mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht als so manches User-Foto. Bei LinkedIn geht die größte Anziehungskraft von der Berufsbezeichnung aus. Und die Eye-Tracking-Analyse von Klout brachte ans Tageslicht, dass der kleine Klout-Score auf der rechten Seite ein größerer Blickfang ist als der gigantisch große Klout-Score links oben.

Freilich, nicht alle Resultate der Eye-Tracking-Studie sind revolutionär. Dass in der Regel den Profilfotos sowie dem jeweils neuesten Content die größte Aufmerksamkeit zukommt, überrascht wohl niemanden. Ein Ergebnis lohnt es sich jedoch herauszustreichen: Menschen schauen sehr wohl darauf, wer wen kennt. So unscheinbar die kleinen Thumbnails mit den Web-Freunden auch sein mögen, so werden sie doch registriert – sei es auf Facebook, Google+, Twitter oder Klout.

Eine 24-teilige Bilderstrecke zu den Ergebnissen findet sich auf Mashable.

Quelle:
http://mashable.com (inkl. Screenshot)

Studie: Kaufentscheidungen finden im Web statt

Friday, November 11th, 2011

54 Prozent vertrauen Kommentaren von Freunden, so das Ergebnis einer globalen TNS-Studie. Kaufentscheidungen werden zusehends online getroffen.

54 Prozent vertrauen Kommentaren von Freunden, so das Ergebnis einer globalen Studie von TNS.

Was denkt die Offline-Welt über die Online Welt? Sind Web-Kommentare von Fremden vertrauenswürdig? Und wo werden Kaufentscheidungen getroffen? Fragen wie diesen geht die neueste Ausgabe der Digital-Life-Studie des Marktforschungsunternehmens TNS nach.

Herausragendstes Merkmal der Untersuchung ist ihr Umfang: Für die TNS Digital-Life-Studie wurden weltweit über 72.000 Konsumenten aus 60 Ländern befragt. Das zentrales Ergebnis lautet: Social Branding ist wichtiger als je zuvor. Online-Empfehlungen haben einen Einfluss auf den gesamten Beschaffungsprozess, angefangen von der Awareness über die Auswahl bis hin zum Einkauf.

54 Prozent trauen Kommentaren von Freunden

Weltweit sagen 54 Prozent, dass sie Web-Kommentare über Brands vertrauenswürdig finden, wenn diese von Freunden stammen. Kommentaren von Fremden trauen immerhin 41 Prozent der Befragten über den Weg. Deutlich skeptischer ist man in Europa – ganz besonders in Österreich. Hier vertrauen bloß 39 Prozent Kommentaren von Freunden und 27 Prozent Kommentaren von Fremden. Zum Vergleich: In Saudi Arabien halten über drei Viertel der Befragen Kommentare über Brands für vertrauenswürdig.

Marken-Offenheit kulturabhängig

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Offenheit gegenüber Brands. Während sich die Konsumenten in entwickelten Märkten – und hier ganz besonders in Europa – gegenüber Marken in sozialen Netzwerken eher skeptisch zeigen, zeigen sich die Befragten in rasch wachsenden Märkten Brands gegenüber deutlich offener. Ein interessantes Detail am Rande offenbart der Geschlechtervergleich: Ein einheitlicher Trend lässt sich hierbei nämlich kaum ausmachen. In manchen Ländern sind Frauen ein wenig offener für Marken, in anderen hingegen Männer.

Kaufentscheidungen finden im Web statt

Die weit verbreitete Skepsis am alten Kontinent kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, welch enorme Rolle das Web bei der Kaufentscheidung bereits spielt. „Gleichgültig, an welchem Punkt des Kaufentscheidungs-Prozesses die Menschen sind, finden wir mehr Berührungspunkte online als offline“, so TNS.

Das gilt auch für Österreich: Egal, ob es um eine Reise oder um einen Autokauf geht, um Hygiene-Artikel oder um einen neuen Laptop – es wird nicht nur primär online recherchiert, sondern auch online die Kaufentscheidung getroffen. Bemerkenswert daran ist auch, dass consumer-generated Sources oftmals einen höheren Einfluss auf die Kaufentscheidung haben als markengenerierte Quellen. Wenn es also hart auf hart geht, scheint auch good old Europe seine Skepsis rasch über Bord zu werfen.

Eine interaktive Grafik zu den genauen Ergebnissen der Untersuchung gibt es unter http://tnsdigitallife.com.

Quellen:
http://tnsdigitallife.com
http://www.youtube.com/TNSGlobal (Screenshot)

Studie “motivorientierte Ansprache auf Facebook” auf der buzzattack11

Friday, October 28th, 2011

Gemeinsam mit ambuzzador und der Austrian Airlines hat comrecon° eine Studie zum Thema “motivorientierte Ansprache auf Facebook” durchgeführt. Die Studie soll zeigen wie die Menschen hinter den Facebook Profilen ticken, wie man sie am Besten ansprechen kann und welche Rituale man beachten sollte. Im Endeffekt soll die Studie zeigen, ob und wie man sich als Unternehmen einen uniquen Auftritt auf Facebook schaffen kann.

Facebook gibt den Rahmen vor

Wenn man Facebook nutzt, erwartet man sich neue, spannende, unterhaltsame und vernetzte Inhalte. Unternehmen versuchen jetzt zunehmend sich in diesen Rahmen zu fügen, was dazu führt, dass alle eine ähnliches Auftreten bekommen. Die Werte des Unternehmens passen sich in Hinblick auf Social Media an Facebook an.

Social Media Studie klärt: Wer sind diese Facebooker?

Die Facebook User sind ebenso heterogen wie im wirklichen Leben. Es gibt verschiedene Arten von Nutzern, die uns Charlotte Hager, Geschäftsführerin von comrecon° in der Präsentation näher erklärt und anhand von Beispielen vorstellt. Am Ende erfahren wir auch, wie wir diese einzelnen Typen gezielt ansprechen können.

Facebook und Twitter erhöhen die Kaufneigung

Friday, October 21st, 2011

Wer auf Facebook oder Twitter Fan einer Marke wird, gibt auch eher Geld dafür aus, so das Ergebnis einer Meinungsumfrage in den USA.

Wer auf Facebook oder Twitter Fan einer Marke wird, ist auch eher geneigt, das Produkt auch zu kaufen.

„Wenn ich einer Marke folge, bin ich eher geneigt, das Produkt auch zu kaufen“ – das sagt kein Social-Branding-Experte, sondern jeder zweite Facebook- und Twitter-User selbst. Laut einer US-Meinungsumfrage von Constant Contact in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Chadwick Martin Bailey stimmen diesem Satz 51 Prozent der Facebook-User und 50 Prozent der Twitter-User zu. Für die Untersuchung wurden knapp 1.500 US-User befragt. Wenig überraschend findet die meiste Interaktion mit Marken auf Facebook statt.

Facebook-Fans stehen zu ihren Marken

Das Wort „Interaktion“ soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass die meisten Facebook-Fans einer Marke zur Gruppe der Späher und Statisten gehören: 77 Prozent geben an, dass ihre Interaktion mit Marken hauptsächlich darin besteht, deren Newsfeed zu lesen. Allerdings sagen auch 56 Prozent der Befragten, dass sie eine Marke einem Freund eher empfehlen, nachdem sie Facebook-Fan der Marke geworden sind. Diese Aussage ist insofern bemerkenswert, da die große Mehrzahl aller Facebook-User weniger als zehn Marken liken.

Ein Brand-Fan zu werden scheint somit keine Frage der Beliebigkeit zu sein, sondern dürfte gute Gründe haben. Zu diesen Gründen gehören vor allem „Kunde des Unternehmens zu sein“ (sagen 58 Prozent), „Preisnachlässe und Werbeangebote zu bekommen“ (sagen 57 Prozent) und „anderen die Nähe zur Marke zu zeigen“ (sagen 41 Prozent). Über drei Viertel der Befragten haben übrigens noch niemals einer Marke ihr „Gefällt mir“ entzogen. Eine Marke zu liken ist zumindest gemäß dieser Umfrage ein erstaunlich langfristiges Unterfangen.

Passive Twitter-User

Nicht grundsätzlich anders fallen die Ergebnisse für Twitter aus. Allerdings läuft hier die Interaktion mit Marken noch ein wenig passiver ab. Von den 21 Prozent aller Twitter-User, die wissentlich einer Marke folgen, begnügen sich 84 Prozent mit dem Lesen von Tweets. Bloß 23 Prozent geben an, über die entsprechenden Marken auch Nachrichten zu verbreiten. Trotzdem haben laut eigenen Angaben drei Viertel aller Twitter-User noch nie eine Marke entfolgt. Zudem sagen 60 Prozent, Marken eher weiterzuempfehlen, wenn sie diesen auf Twitter folgen.

Interessantes Detail am Rande: Ein Drittel der Befragten gibt an, mehr mit Marken auf Twitter zu interagieren als noch im Jahr davor.

Quellen:
http://www.socialquickstarter.com (1)
http://www.socialquickstarter.com (2)
http://www.facebook.com (Screenshot)