Die Psychologie des Social Commerce

Friday, December 16th, 2011

Begriffe wie Social Shopping und Social Commerce sind in aller Munde. Doch was steckt eigentlich hinter dem „Social“? Eine Infografik klärt auf.

Die Psychologie von Social Branding, Social Commerce, Social Shopping & Co.

Social Media, Social Branding, Social Shopping, Social Commerce – fast könnte man meinen, die Liste der Begriffe, die sich mit einem simplen „Social“ ausstatten lassen, wäre ziemlich beliebig und nahezu unendlich lang. Doch zu Recht? Ja! Dahinter stehen nämlich grundlegende Mechanismen, denen Sozialpsychologen bereits seit vielen Jahrzehnten auf der Spur sind. TabJuice.com hat die wichtigsten sozialpsychologischen Effekte zu einer knackigen Infografik zusammengefasst.

Soziale Bewährtheit und Knappheit

Um Gäste hereinzulocken, griffen Wiener Kaffeehäuser im 19. Jahrhundert zu einem simplen Trick: Sie qualmten die Bude voll. Für Passanten und Ausgehwillige entstand dadurch der Eindruck, dass es sich um ein belebtes Lokal handeln würde, in dem viel los sei. Nach Maßstäben des modernen Nichtraucherschutzes natürlich eine nahezu boshafte Maßnahme; aus psychologischer Sicht jedoch äußerst clever: Menschen orientieren sich an dem, was andere tun. Und genau das macht auch den Erfolg von Social Commerce aus: 81 Prozent aller Konsumenten fragen in sozialen Netzwerken ihre Freunde um Rat, bevor sie Produkte bestellen.

Eng damit verknüpft ist auch das Prinzip der Knappheit: Ist ein Produkt oder eine Dienstleistung nur begrenzt verfügbar, kann das eigentlich nur bedeuten, dass es heißbegehrt sein muss. Im Rahmen eines Experiments in den 70er Jahren stuften Versuchsteilnehmer den Geschmack von Schokokeksen besser ein, wenn sie das Backwerk aus einem Gefäß mit nur zwei Keksen nahmen statt aus einem Gefäß mit zehn Schokokeksen. Alleine die Knappheit hatte den Keksen einen besseren Geschmack verliehen! Somit ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sich 77 Prozent der Konsumenten über exklusive Angebote freuen, die sie direkt via Facebook einlösen können.

Sympathie und Autorität

Besonders hoch ist natürlich das Vertrauen zu Menschen, die man mag. Doch wen mag man? Ganz einfach: Menschen, die einem ähnlich sind – eine Tatsache, die sich in der Doppeldeutigkeit des englischen „Like“ sehr schön widerspiegelt. Und siehe da: Die Hälfte aller Shopper haben schon einmal eine Bestellung auf Basis einer Empfehlung ihrer Social-Media-Freunde getätigt, so TabJuice.

Neben Freunden vertrauen wir natürlich auch Autoritäten, also Menschen, denen eine gewisse Kompetenz zugebilligt wird. „Halte dich an einen Experten“, empfahl bereits der römische Dichter Vergil. Ein Ratschlag, von dem eifrig Gebrauch gemacht wird: 77 Prozent nutzen Online-Reviews.

Konsistenz und Social Branding

Ein „Wendehals“, der sich wie ein „Fähnchen im Wind dreht“ – so sieht sich wohl niemand gerne. Daher macht es nur Sinn, wenn Menschen mit vergangenen Entscheidungen konsistent sein wollen. Das zeigt sich auch in der Markenloyalität: 62 Prozent aller Online-Shopper bleiben ihrer Marke treu. Social Branding zahlt sich also aus – denn besonders schlagend wird die Macht der Konsistenz dann, wenn sich ein Mensch öffentlich zu einer Marke (oder wozu auch immer) bekannt hat. Unzählige Studien zeigen: Wer eine Meinung einmal öffentlich geäußert hat, ist viel weniger bereit, sie zu revidieren.

Social Branding, Social Shopping und Social Commerce sind also keine holen Begriffe, sondern finden in der mittlerweile üppigen Geschichte der sozialpsychologischen Forschung ihre Bestätigung.

Social Commerce Psychology of Shoppers

Quellen:
http://www.tabjuice.com
http://socialcommercetoday.com
Worchel, S. / Lee, J. / Adewole, A. (1975): Effects of supply and demand on ratings of object value. Journal of Personality 24. 375-384

Social Shopping mit Herz

Thursday, December 1st, 2011

Wenn es nach dem weltweit größten Social Network geht, so hätte 2011 ganz im Zeichen des „F-Commerce“ bzw. Social Commerce stehen soll. Auch wenn Facebook mit seinen Daily Deals Angeboten in den USA bereits im Sommer zurückgerudert ist, so ist Couponing definitiv eines der Trend-Themen 2011 gewesen. Doch sind kurzfristige Rabattschlachten auf Groupon & Co. bereits der Weisheit letzter Schluss? Geht es auch ohne derartige Schweinebauchaktionen?

Global = böse, lokal = gut?

Im Location-Based Marketing stellt man sich aktuell die Frage, wie man als global auftretendes Unternehmen sinnvoll in relevante “lokale” Gespräche der Konsumenten kommt und auf positive Weise (an)greifbar wird, quasi ein Gesicht bekommt. So lautete auch eine der spannenden Fragestellungen im Vortrag von Matthew Cashmore bei der November-Veranstaltung der Marketing Natives. Die umgekehrte Frage ist jedoch gleichsam spannend und führt auch zum Thema dieses Blog-Eintrags: Wie schaffe ich es als Kleinunternehmen, womöglich regional verwurzelt, mit der Hilfe von Social Media international wahrgenommen zu werden und positiven Buzz über meine Produkte oder Dienstleistungen zu erzielen?

Street Heart Shop bei DaWanda

Bereits vor einigen Wochen bin ich auf Facebook über Street Heart gestolpert, ein kleines Label aus Berlin, das – wie der Name andeutet – Drucke von bekannten Street Artists auf Leinwand, aber auch Stofftaschen oder Kalender in ihrem Online-Shop anbietet. Dieser Online-Shop liegt wiederum auf der Plattform DaWanda, die mir bislang nur im Zusammenhang mit einer Abmahnwelle einer Outdoor-Bekleidungsmarke gegenüber Hobby-Designern im Gedächtnis war. DaWanda selbst versteht sich als Online-Marktplatz für ausgefallene Geschenke, Unikate und dabei vor allem handgemachte Produkte und “Besonderes mit Herz”. Zusätzlich findet man bei DaWanda auch viele DIY-Anleitungen und Bastelwettbewerbe, die ebenso auf Facebook gepostet werden, wie Shop-Features.

Social Shopping Integration für mehr Buzz

Die Produkte von Street Heart passen also perfekt in das Konzept von DaWanda und so bin ich nicht nur von den angebotenen Leinwanddrucken begeistert, sondern gleichermaßen auch von der praktischen Social Shopping Integration des DaWanda-Shops auf der Street Heart Facebook Page: Hier finde ich in einer Galerie übersichtlich nach Kategorien sortierte Produkte, kann mir diese im Detail ansehen, über diverse Social Plug-Ins mit meinen Freunden teilen bzw. weiterempfehlen, auf meinen Amazon Wunschzettel setzen und einiges mehr. Nachdem ich mich schließlich für einen Leinwanddruck von XooooX und ein Windlicht im Banksy Style entschieden und diese in den virtuellen Warenkorb gelegt hatte, wurde ich zur Kasse auf die DaWanda Website weitergeleitet. Dort konnte ich mich mit meinem Facebook Account einloggen, wodurch gewisse Daten wie Name oder E-Mail-Adresse bereits vorausgefüllt werden konnten und ich diese nicht erneut eingeben musste. Sehr praktisch, wie ich finde. Die weitere Bestellung verläuft angenehm unkompliziert und recht unspektakulär. Was mich jedoch bei meiner ersten DaWanda-Bestellung positiv überrascht hat, war die einfache Kommunikation mit dem Verkäufer. DaWanda stellt dazu eine Art Kommentar-Funktion zur Verfügung, bei der direkt auf der Bestellseite weitere Details zwischen dem Shop und dem Käufer abgeklärt werden können, z.B. zum Versand bzw. zu genauen Produktspezifikationen. Über einen neuen Kommentar wird man dabei automatisch per E-Mail benachrichtigt. Nach ein paar wenigen Nachrichten und ca. eine Woche später brachte der Paketdienst die bestellte Ware. Besonders gefreut habe ich über die DaWanda “Danke”-Karte mit persönlicher, handgeschriebener Nachricht von Sabine von Street Heart, die mir viel Freude mit ihren Produkten wünschte. Auch damit hatte ich nicht unbedingt gerechnet und wurde somit geWOW’ed, wie Ramon sagen würde.

Zugegeben ein persönliches Einzelerlebnis, das keine allgemeingültige Antwort auf die Eingangs erwähnte Fragestellung liefert. Es soll jedoch zeigen, wie ein gewöhnlicher Online-Shop Einkauf mit relativ einfachen Mitteln “social” wird: Durch die Implementierung von umfassenden Sharing-Features und der durchaus sinnvoll eingesetzten Facebook Connect Schnittstelle, sowie der Platzierung des Angebots im Umfeld interessanter Contents von anderen Shop-Anbietern. Was bleibt ist ein Erlebnis, von dem man gerne auch seinen Freunden erzählt und – dank E-Mail-Reminder – auch anderen potentiellen Käufern durch die entsprechenden Shop-Bewertungen. So schafft es auch ein kleiner, lokaler Anbieter eines speziellen Nischenprodukts, über die eigenen Stadt- und Ländergrenzen hinaus bekannt zu werden.

Quellen:
streetheart-berlin.de/
dawanda.com
allfacebook.de
focus.de

Innovative Sales-Strategien mit Social Commerce

Wednesday, August 31st, 2011

Social Media erfreuen sich ungebrochener Beliebtheit – sowohl bei Unternehmen als auch bei Usern. Nichts liegt da näher, als innovative Sales-Strategien für Facebook, Twitter und Co. zu entwickeln und mit Social Commerce zu punkten.

Bereits jetzt ist der indirekte Effekt von Social Media auf Sales messbar*: So geben rund 67% der Kunden nach Empfehlungen von Freunden mehr in Online-Shops aus. Immerhin 56% Prozent klicken sich nach einem Posting bis zum Online-Shop durch. Und auch wenn die Erfahrung der User mit tatsächlichen Käufen in Social Communities noch gering ist, ermöglicht das richtige Social Shopping Erlebnis die Annäherung an den Kunden.

 

Exklusivität und Social Graph als Erfolgsfaktoren für Social Commerce

Die Kunst liegt darin, durch so genannte „Fan only“, „Fan first“ oder „Group buy“ Kampagnen einen echten Mehrwert gegenüber dem traditionellen Shopping-Erlebnis zu schaffen. Exklusivität, also Produkte die Fans zuerst in Social Media oder nur in Social Media erhalten, sorgen für Begehrlichkeit bei den Usern. Durch den gezielten Einsatz der richtigen Features entsteht neben dem BUZZ Effekt auch ein positives Kauferlebnis, was Kunden wiederum zu tatsächlichen Fans bzw. Brand Advocats macht.

In Hinblick auf Facebook selbst stehen derzeit unterschiedliche Modelle zur Nutzung bereit:

  • Facebook-Stores: Produkte kaufen, ohne Facebook dafür zu verlassen
  • Facebook Credits: Virtuelle Währung für – vorrangig – Spiele und Applikationen. Achtung: 30% des Umsatzes gehen an Facebook.
  • Facebook Open Graph: BUZZ Effekt durch Social Plugins zum Sharen, Empfehlen und Connecten.
  • Facebook Check-In Deals: Goodies zum Promoten der Facebook Places
  • Facebook In-Store Retail: Integration von Facebook im Store, um Usern Social Shopping zu ermöglichen.

Erst in den vergangenen Tagen verkündete Facebook, das Daily Deals Programm nach viermonatiger Testphase wieder einzustellen. Keine Sorge: die Check-In Deals sind davon nicht betroffen, jedoch darf man sich hier wohl auf einige Änderungen einstellen.

 

Best Practices

Social Commerce ist auf dem Vormarsch, immer mehr Brands lassen durch innovative Kampagnen von sich hören. So bspw. Levi’s mit dem Friends Store: Mittels Facebook-Connect sehen User auf einen Blick, welche Jeans die eigenen Facebook-Freunde liken. Zudem werden im Store anstehende Geburtstage der Freunde dargestellt – so klappt’s auch gleich mit dem richtigen Geburtstagsgeschenk.

Und auch Starbucks engagiert sich – die Starbucks Card auf der Facebook Page ermöglicht es, die Kundenkarte direkt auf Facebook aufzuladen bzw. das aktuelle Guthaben zu kontrollieren. Zusätzlich können Geschenkkarten für Freunde aufgeladen werden.

Ein ebenso schönes Beispiel bot Ketchup-Hersteller Heinz im Frühjahr 2011: rund 2 Wochen bevor die neue Sorte Ketchup in die Läden kam, wurden die ersten 3.000 Flaschen exklusiv an die Facebook Fans verkauft. Heinz erzielte damit nicht nur jede Menge BUZZ Effekt, sondern auch gleich 14.000 neue Fans in nur einer Woche.

 

Interesse? Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit Ihnen ein echtes Social Shopping Erlebnis für Ihre Kunden zu entwickeln. Wenden Sie sich bitte an IhreN AnsprechpartnerIn oder schreiben Sie uns an mitteninsherz@ambuzzador.com für eine Terminvereinbarung.

 

* Quelle: facebookbiz

 

 

Social Shopping in der „YouTique“

Friday, October 1st, 2010

Das britische Modelabel French Connection ist bekannt für sein freches Image. Nun macht es mit dem ersten „Webshop“ auf YouTube auf sich aufmerksam. Die Reaktionen fallen durchwegs positiv aus.

youtique

„Sehen wir der Wahrheit ins Gesicht, Shopping und Video sind nicht die glamouröseste Paarung in der Geschichte der menschlichen Zivilisation“, schreibt die Londoner Agentur Poke in ihrem Blog. Die meisten werden da wohl zustimmen: Teleshopping-Kanäle machen es wahrlich nicht leicht, dieser Kombination großen Respekt abzugewinnen. Eher scheinen sie Comedians eine noch größere Fülle an Material zu bieten als den obligatorischen Ramschsammlern. „Sicher, wurden wir nicht alle mal Opfer eines trunkenen Shopping-Kanal-Einkaufsflashs“, so Poke London, „aber was macht man, wenn man auf diese Art ein Produkt verkaufen muss, ohne die steigende Exklusivität seiner Marke zu beschädigen?“

Eine solche Marke ist French Connection. 1971 wurde der britische Modekonzern gegründet, heute ist er in vielen Teilen der Welt vertreten. Besondere Aufmerksamkeit kam French Connection in Großbritannien vor einigen Jahren zu, als der Konzern seine Werbungen und Waren mit „fcuk“ („French Connection United Kingdom“) zu branden begann. Kritiker wollen darin eine Ähnlichkeit zu einem unflätigen Wort erkennen. Die Folgen: Die Anzahl der Beschwerden bei der britischen Advertising Standards Authority (ASA) schossen in die Höhe, die Umsätze des Unternehmens natürlich genauso. French Connection ließ diese Entwicklung freilich nicht kalt und beliefert den Markt seither mit T-Shirt-Sprüchen wie „too busy to fcuk“ oder „no fcukin‘ worries“.

Doch nun sorgt der Konzern mit etwas ganz anderem für Aufsehen: Mit dem ersten „Webshop“ auf YouTube. Auf der von Poke London kreierten „YouTique“ werden nicht nur zahlreiche Ausstellungsstücke präsentiert, sondern auch (beinahe) direkt verkauft. Neben der Präsentation von Kleidern, Jacken und Röcken gibt die Stylistin Louise Roe auch wertvolle Tipps, wie man auf einer Hochzeit glänzt oder am Arbeitsplatz Eindruck schindet.

„Tolle Idee“, urteilt etwa das Viralblog, „etwas, das man eher von Marken wie Adidas, Nike oder Diesel erwarten würde.“ Das Adverblog lobt „YouTique“ als „einfache und intelligente Idee“, wie man mit Online-Content direkt den Absatz steigern könne. Und für das Ogilvy-Entertainment-Blog „Tweed“ handelt es sich „trotz des effekthaschenden Namens“ um ein „schönes Beispiel eines aufkeimenden Wechsels in der Art, wie Marken sich zu verhalten haben, um den Konsumenten einen Mehrwert bieten zu können.“

Vermutlich haut der YouTube-Schaufensterkanal noch niemanden so richtig um. Trotzdem könnte „YouTique“ der Anfang von etwas Größerem sein – und so neue Maßstäbe setzen.

Quellen:
http://www.pokelondon.com
http://news.bbc.co.uk
http://www.viralblog.com
http://www.adverblog.com
http://ogilvyentertainmentblog.com
http://www.youtube.com/frenchconnection (Screenshot)

Crowd Shopping auf facebook!

Thursday, July 29th, 2010

crowdshoppingGemeinsam shoppen und weniger bezahlen – die neue Applikation von Sports Experts „Crowd Shopping“ macht‘s möglich. Jede Woche wird ein attraktives Produkt für Mann & Frau angeboten. Auf dieses Highlightprodukt der Woche können sich die User einen Rabatt von bis zu -40% sichern.

Das Prinzip ist einfach: Gründe eine Crowd für das Produkt deiner Wahl und lade alle deine Freunde ein. Für jeden Freund in der Crowd gibt es -1% Rabatt auf das Produkt. Der Rabattvorteil kommt natürlich nicht nur dem Gründer der Crowd zugute, sondern allen Freunden die sich in der Crowd eingefunden haben. Bevor es montags dann heißt „neue Woche, neues Produkt“ gibt’s natürlich noch den Rabattgutschein der vergangenen Woche per Mail.

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Bereits seit 26. Juli wird auf facebook fleißig Crowd-geshoppt und Prozente gesammelt. Fünf Wochen lang wartet jeden Montag ein neues Produkt – natürlich jeweils in der Damen- und Herrenversion ;-) Man darf also gespannt sein, welche Produkte uns in den nächsten Wochen erwarten …

Wir finden: Crowd Shopping buzzt! Das Thema Social Shopping findet nun endlich auch bei heimischen Unternehmen Einzug.