Befürworter und Fans von Augmented Reality Applikationen, wie dem vielzitierten Vorzeigebeispiel Wikitude, dürfen sich schon bald über eine neue Software-Anwendung freuen, die Personen anhand ihrer Gesichtszüge identifiziert und ihre Social Network Profile anzeigt. Die schwedische Firma The Astonishing Tribe (TAT) stellte den Prototyp des Augmented Identity Konzepts vor, der gleich mehrere heiß diskutierte Technologien miteinander kombiniert: Cloud Computing, Augmented Reality und eine Gesichtserkennungssoftware werden mit Daten aus Social Networks verknüpft und direkt in der Applikation angezeigt.

Um die “Recognizr”-App in Zukunft nutzen zu können, ist lediglich ein aktuelles Android-Smartphone mit einer 5-Megapixel-Kamera nötig und schon erfährt man auf Knopfdruck den Namen oder die E-Mail-Adresse der Person am Tisch gegenüber. Das klingt, zugegeben, im ersten Moment stark nach Überwachung und ruft die Verfechter der Privatsphäre auf den Plan. Allerdings können diese einigermaßen beruhigt sein, denn bei der Software-Firma hat man sich von Anfang an auch Gedanken über die Auswirkungen von Augmented Identity gemacht. Es ist den Entwicklern bewusst, dass ihre Software auch für missliebige Zwecke eingesetzt werden könnte. Daher werden - obwohl technisch möglich - beispielsweise nicht die Facebook-Profilfotos für die Gesichtserkennung herangezogen, sondern die Nutzer können bei Verwendung der “Recognizr”-App ein eigenes Profil anlegen und ein Bild von sich hochladen und somit explizit zustimmen, dass sie über die Software “entdeckt” werden können. In der Folge können optional auch die eigenen Social Network Accounts freigegeben werden.
Herzstück von Recognizr ist die Gesichterkennungssoftware, die ebenfalls von einer schwedischen Firma (Polar Rose) stammt. Diese erstellt aus den Gesichtszügen einer Person und einem ein 3D-Modell eine Signatur, die an einen Server übermittelt wird und mit den Einträgen in einer Datenbank abgleicht. Bei einem Treffer erhält man kurze Zeit später die von der Person freigegeben Social Network Daten. Dank Cloud Computing und der dezentralen Rechenkraft funktioniert dies in der Praxis auch erstaunlich rasch. Bereits vorigen Sommer stellte TAT das Konzept erstmals in einem YouTube-Vidoe vor, auf dem diesjährigen Mobile World Congress in Barcelona gab es eine viel beachtete Live-Demonstration der aktuellen Weiterentwicklungen. Momentan ist TAT noch auf der Suche nach weiteren Kooperationspartner um ein fertiges Produkt anbieten zu können.
Wir denken, dass Augmented Identity Applikationen gute Zukunftschancen haben werden und hoffen, dass sich auch andere Anbieter in diesem Feld engagieren, die sich ebenso Gedanken um Datenschutz und die Privatsphäre der Nutzer machen und auf deren Eigenverantwortung setzen. Denn nur wenn man selbst die Kontrolle über seine Daten behält, kann man solche Dienste sinnvoll und einigermaßen sicher implementieren.
Quelle:
heise.de






















