War man zu Beginn der Jahrtausendwende noch schockiert, dass Geiz nun geil ist, so muss man sich nun abermals fragen warum es gut ist, wenn man dumm ist. Zumindest wenn es nach Diesel geht, ist das der Fall.
Aus Dummheit eine Tugend machen zu wollen ist jedoch überaus riskant. Unternehmenspositionierungen müssen klar und unmissverständlich sein. Diese ist es, aber ob es das ist was Diesel kommunzieren will, ist fraglich. Diesel hat sich mit Smartness und Witz versucht, scheitert hierbei allerdings kläglich. Doch nun zur Kampagne.
Die Aussage ist die gleiche wie die von Nike. „Just do it“! Die cleveren Menschen haben zwar Hirn, doch die dummen Menschen den Kick. Sie überlegen nicht, sie machen drauf los, sie wägen nicht lang und breit Vorteile ab, sie experimentieren. (Potenzielle) Kunden sollen was Dummens/Kreatives anstellen, davon ein Video machen und das ganze Diesel zukommen lassen. Das eigens für diese Kampagne eingerichtete „Be Stupid: Recruitment“ evaluiert diese Videos dann. Die Sieger scheinen in der Kampagne, im Katalog und im Video auf.
Einfach gehalten heißt das: Diesel macht sich das Leben leicht und überlegt sich nicht einmal, wie sie selbst die Kampagne visuell untermalen könnten. Crowdsourcing de facto. Mit der billigen Aufmachung, dass dumme Menschen einfach kreativer sind, schießt Diesel meilenweit am Ziel vorbei. Die Kernaussage sollte viel eher in Richtung „den Kreativen gehört die Welt“ gehen, kommt aber absolut nicht so an.
Die Kampagne ist gerade erst angelaufen und wird die nächsten Monate anhalten. Man darf gespannt sein, welche Zahlen das Controlling im Endeffekt ausspucken wird. Schließlich fällt es schwer zu glauben, dass Kunden sich gerne mit „Dummheit“ (und nichts anderes kommuniziert Diesel in diesem Fall) identifizieren und Produkte kaufen, die eben dafür stehen. Für viele wird es wohl eher heißen: Smart sein und zur Konkurrenz gehen. Und dann steht Diesel wirklich dumm da.
Quelle Bild/Text:
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