Der location-based Meta-Service

Friday, March 12th, 2010

Location-based Services sind der letzte Schrei des Web 2.0. Dass darüber kein Zweifel mehr besteht, lässt sich nicht nur am Hype von Foursquare ablesen, sondern auch daran, dass immer mehr Unternehmen sich nun daran machen, das noch junge Terrain für sich zu gewinnen.

vicarious.ly

Prominentester Neueinsteiger wird wahrscheinlich Facebook sein, wie das New-York-Times-Blog „Bits“ berichtet. Darauf hinweisen soll bereits die Änderung der Nutzungsbedingungen im vergangenen November, wonach ortsbezogene Informationen wie andere Nutzerinfos behandelt werden dürfen. Die offizielle Bekanntmachung könnte auf Facebooks jährlicher Entwicklerkonferenz f8 im April erfolgen, so die New York Times. Angesichts von weltweit 100 Millionen Menschen, die Facebook am Handy nutzen, könnten mit diesem Schritt location-based Services zur echten Killerapplikation werden, zumal nun auch Twitter seine LBS-Bestrebungen offensiv vorantreibt.

Zwar ist das Geolocation-Feature von Twitter bereits seit November online, allerdings gab es bisher noch keinen Hinweis darauf, dass sich dies auf das Web-Interface auf twitter.com auswirken könnte. Doch dies scheint sich nun zu ändern: Wie Techcrunch berichtet (und mit zwei Screenshots untermauert), werden in Zukunft vermutlich Tweets, die Standortinformationen beinhalten, mit einem kleinen Icon gekennzeichnet werden. Nach einem Klick darauf erscheint ein kleines Google-Maps-Fenster mit dem Standort, von wo aus der Tweet versendet worden war. Das Feature war bereits kurze Zeit online; offiziell vorgestellt wird es jedoch vermutlich erst auf dem Musik-, Film- und Interaktive-Medien-Festival SXSW, das heute in Austin (Texas) beginnt.

Foursquare, Gowalla, Google Buzz, Facebook, Twitter – wer soll angesichts dieses Eintopfs an location-based Services noch den Überblick behalten? Eine Frage, auf die SimpleGeo eine clevere Antwort gefunden hat. Vicarious.ly ist ein location-based Stream in Echtzeit, der die Geolocation-Informationen von BlockChalk, Brightkite, Bump Technologies, Flickr, Fwix, Foursquare, Gowalla und Twitter auf zusammenfasst. Momentan beschränkt sich der Wirkungskreis des Dienstes allerdings noch auf das SXSW-Festival in Austin. Wem das im ersten Moment an die Satire-Plattform PleaseRobMe.com erinnert, kann jedoch aufatmen: Vicarious.ly stellt auf der Karte nicht die Usernamen dar, sondern lediglich den Service, den die angezeigten Nutzer verwenden. Im Stream scheinen daher lediglich neutrale Informationen wie „Someone just checked in at Hotel San Jose“ oder „Someone just checked in at Iron Works BBQ“ auf. Wer darauf klickt, wird automatisch auf die entsprechende Seite von Foursquare weitergeleitet.

foursquare

Es wird also spannend mit den standortbezogenen Diensten – alles deutet darauf hin, dass 2010 das Jahr ihres großen Durchbruchs wird.

Quellen:
http://techcrunch.com
http://bits.blogs.nytimes.com

http://vicarious.ly
http://foursquare.com

Bin außer Haus - bitte raub’ mich aus!

Monday, February 22nd, 2010

“Bitte raub mich aus”, so interpretieren die Betreiber der Plattform PleaseRobMe.com den aus ihrer Sicht besorgniserregenden Trend hinter Foursquare, Google Buzz & Co: Die User dieser Location-Sharing Services teilen einander öffentlich mit, meist auch via twitter und facebook, wo sie sich gerade befinden. Dies lässt in den meisten Fällen den mitunter gefährlichen Rückschluss zu, wo man sich in diesem Moment nämlich nicht aufhält: zu Hause!

Wir selbst haben Foursquare erst vor wenigen Wochen so richtig intensiv zu nutzen begonnen und auch über die neuesten Entwicklungen berichtet bzw. versprochen, euch hier auf dem Laufenden zu halten. Nun, das tun wir hiermit und beleuchten eine kritische Sichtweise: Forthehack, eine “Ideenfabrik” und Betreiber von PleaseRobMe.com, will mit dieser Plattform die Kehrseite der Social Media Medaille zeigen und vor den Gefahren des zunehmend sorglosen Umgangs mit persönlichen Informationen im Web warnen.

PleaseRobMe.com

Einerseits installieren wir Zeitschaltuhren, lassen das Licht eingeschalten und bitten unsere Nachbarn den Briefkasten zu leeren wenn wir auf Urlaub fahren. Auf der anderen Seite - nämlich der vor dem Bildschirm oder Handy-Display - erzählen wir jedem, dass wir nicht zu Hause sind. In Übersee bereits zusätzlich stark im Kommen: Auf Foursquare, Gowalla & Co. werden nicht nur POIs, wie Bars, Shopping-Meilen oder Kinos eingetragen, sondern zunehmend auch Privat-Adressen - in diesem Fall wird nicht mal der Name des potentiellen Raubopfers benötigt, um seine Adresse via Online-Telefonbuch oder Personensuchmaschinen wie 123people.com zu eruieren.

Ziel dieser Plattform, die im wesentlichen aus einer einfachen, adaptierten Twitter Search nach Foursquare Check-Ins besteht, ist es nicht, diese Services grundsätzlich schlecht zu reden - diejenige, die Foursquare häufig nutzen, sollen jedoch darüber nachdenken, wie sie damit umgehen und sich den möglichen Konsequenzen bewusst werden.

Quellen:
PleaseRobMe.com
mashable.com

facebook besiegt VZ-Trio, Foursquare dagegen Gowalla

Wednesday, February 17th, 2010

Wie ein aktueller bericht auf meedia.de zeigt, kann facebook seinen Siegeszug in Deutschland ungebremst fortsetzen: im Jänner verzeichnete die Social Community mehr User als alle drei VZ-Netzwerke zusammen. Ein Trend, der für Österreich wohl genauso seine Gültigkeit findet.

Und auch zu den beiden Location based-Communities Foursquare und Gowalla gibt es neue Entwicklungen: Foursquare kam im vergangenen Monat auf 63.000 Unique Visitors, Gowalla hingegen nur auf 29.000. Lagen die beiden “Hype-Plattformen” im Dezember noch relativ gleich auf, zieht Foursquare nun klar davon. Und auch hier gilt - gleiches Phänomen gilt vermutlich auch für Österreich, meine twitter-Timeline jedenfalls ist Zeuge davon ;-)

Foursquare erweitert Geschäftsmodell

Monday, February 15th, 2010

Location-based Services, kurz LBS, wie Foursquare oder Gowalla entwickeln sich derzeit zu heißen Playern unter den Social Networks. Der Grund? Das Potential für neue Vermarktungsstrategien rund um ortsbasiertes Targeting der User bzw. Zielgruppe ist enorm. Allein, man wusste bis vor kurzem noch nicht so recht, wie so etwas im Detail funktionieren könnte - weder auf Seiten großer Brands, noch bei Marketing-Agenturen. Sogar Foursquare selbst hatte anfangs noch eine andere Vorstellung von seinem zukünftigen Geschäftsmodell. Wie bei vielen Web Start-Ups stand auch bei Foursquare zu Beginn der Aufbau einer möglichst großen User-Basis im Fokus (laut TechCrunch momentan über 300.000 User). Damals gab es auch nur Kooperationen auf lokaler Ebene, wo beispielsweise die User Bonus-Punkte und Gutscheine pro Check-In sammeln konnten und der “Mayor” einer Location gratis Drinks spendiert bekam (wir berichteten).

Free Drinks for 4squ-Mayor, photo by Amit Gupta

Nun aber vermeldet man bei Foursquare von Tag zu Tag neue Geschäftsbeziehungen und Marketing-Deals mit großen Medienunternehmen, wie beispielsweise mit Warner Brothers für den aktuellen Kinofilm “Valentine’s Day”. Dabei wird Foursquare-Usern, die in entsprechenden Locations in New York, Los Angeles, San Francisco, Chicago oder Boston einchecken, einer von 50 “romatischen Tipps” als Empfehlung für diesen Ort angezeigt.

Valentine's Day Promo

Eine etwas offensichtlichere Partnerschaft ging Foursquare mit dem Restaurant-Guide Zagat ein. Neben Lokal- und Speisekartenempfehlungen sind übrigens auch wöchentliche Interviews mit den “Mayors” der Restaurants geplant, die ihre persönlichen Eindrücke in Videobotschaften schildern sollen.

In der aktuellsten Kooperation geht es um die New Yorker Fashion Week, die noch bis 18. Februar läuft. Hierbei hat sich Foursquare mit dem Magazin Lucky (aus dem bekannten Verlagshaus Condé Nast) zusammen getan, um Besuchern, Party-Gästen und Designern Empfehlungen rund um die zahlreichen Events zu bieten - ausgewählt und geschrieben von den Lucky-Redakteuren. Aber auch über die Fashion Week hinaus erwarten Foursquare-User weitere Tipps und ein eigener “Lucky”-Badge bei Check-Ins in einem von über 700 Boutiquen.

Wann man jedoch auch in Europa verstärkt in den Genuss dieser Medienkooperationen kommt, bleibt abzuwarten. Wir gehen allerdings davon aus, dass dies nicht mehr all zu lange dauern wird und beobachten auch weiterhin die Entwicklungen rund um Foursquare & Co.

Photo by Amit Gupta

Quelle:
techcrunch.com