Kanada-Tourismus: Tweets als interaktive Außenwerbung

Friday, July 16th, 2010

Mit riesigen Touch-Screens hebt in den USA diesen Sommer der kanadische Tourismusverband die Vorzüge Kanadas hervor. Der Content dafür stammt jedoch nicht von der Canadian Tourism Commission selbst, sondern von authentischen Kanada-Touristen.

start

„Der gewöhnliche Mensch hat keine eigene Meinung. Er ist auch nicht daran interessiert, sich durch Lernen und Nachdenken eine eigene zu bilden, sondern findet lieber die seines Nachbarn heraus, um sie sklavisch zu übernehmen.“ Kaum ein Zitat wie dieses von Mark Twain umschreibt jene Tatsache so pointiert, die zunehmend besser und besser erforscht ist: Dass sich Menschen innerhalb von sozialen Netzwerken viel stärker beeinflussen, als ihnen bewusst ist . Doch was tun, wenn der Nachbar auf Urlaub ist?

Für diesen Fall hat sich die Agentur DDB Kanada im Auftrag des kanadischen Tourismusverbands CTC etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Um Kanada seinem Nachbarland USA als Urlaubsreiseziel schmackhaft zu machen, wurden in New York, Los Angeles und Chicago riesige interaktive Touch-Screens eingerichtet. Darauf zu sehen sind Tweets und Fotos mit Kanadabezug, die sich Passanten individuell ansehen können.

Dass die Kampagne eigentlich bloß eine Vermittlerrolle einnimmt, könnte man durchaus als genial bezeichnen: Potenzielle Kanada-Touristen interagieren mit dem beeindruckenden Touch-Screen, der wiederum Real-Time-Statements von tatsächlichen Kanadatouristen zeigt – eine Authentizität, die von keinem Werbevideo jemals erreicht werden könnte. Teil der Social-Media-Strategie ist auch der Twitter-Account @keep_exploring , der Gewinnspiele veranstaltet, Urlaubsvideos verbreitet und eine gute Reise wünscht.

keep_exploring

Die Reaktionen auf die Kampagne sind durchwegs positiv. So lobt etwa die Social Times den Einsatz von Social Media und „cooler, aufregender Technik“, die sogar die Blicke der „beschäftigsten Menschen“ auf ihren täglichen Wegen auf sich zieht. „Meiner Meinung nach ist das eine sehr gewitzte und interaktive Art von echtem, inspirierendem Storytelling“, findet auch das Viralblog. Und www.logolook.de fragt: „Wer sind wohl die besten Botschafter für das eigene Land? Klar, zum einen die eigenen Einwohner, aber wie sieht es mit den Urlaubern aus? Sind sie es nicht auch, die die ganzen wunderschönen Fotos, Dokumentationen usw machen?“

Mark Twain hätte da wohl nur beipflichten können.

Quellen:
http://www.socialtimes.com
http://www.viralblog.com
http://www.logolook.de
http://www.youtube.com (Screenshot)
http://twitter.com (Screenshot)

Google goes offroad

Monday, February 22nd, 2010

Zu den olympischen Winterspielen in Vancouver hat Google nun das erste Mal „Offroad“-Aufnahmen á la Google Street gemacht. Das ruft gleichermaßen Fans und Kritiker hervor…

Mit Google Street bzw. Google Earth kam so etwas wie ein Umbruch in der Web 2.0 Geschichte. Ist es doch nun tatsächlich möglich, in großen Teilen der Welt bis in die letzten Straßenwinkel vorzuschreiten. Man kann in Wien sitzen und sich das Hotel in New York von der Straße aus ansehen, welches man in zwei Wochen besucht. Man kann in London surfen und sich dabei die Sehenswürdigkeiten von China originalgetreu von allen Seiten ansehen. Nun gibt es auch Aufnahmen von abseits der Straßen. Zumindest von den Standorten der olympischen Winterspiele in Vancouver, Kanada. Wird irgendwann einmal die ganze Welt erschlossen sein?

Noch gibt es ja viele weiße Flecken auf der Google Karte. Vancouver ist jedoch schon gut „erkundet“. Dieses Video zeigt beeindruckend, wie man sich nun auf die Pisten und Arenen Vancouvers beschreiten kann, so zum Beispiel der Gipfel des Whistler Mountain. Diese Ehre wird nun nicht mehr nur Olympiateilnehmern gewährt.

Doch dieser Fortschritt ruft auch ebenso Kritiker hervor. Die Vorteile einer starren Landkarte auf Google Maps sind ja noch hinreichend erklärt. Aber der Trend der hinter den Google Aktivitäten steckt, bereitet vielen Menschen Kopfzerbrechen. Schon bald wird aus dieser Landkarte möglicherweise eine flexible und der Standort einzelner Personen kann vielleicht erfasst werden. Schon heute ist es möglich, dass man elektronisch erfasst wird und der genaue Standort ausgemacht wird. Massiver Eintritt in die Privatsphäre? Diese Tools beruhen auf Freiwilligkeit, doch auf Gefahren wird hinreichend hingewiesen (wir berichteten). Diese Debatte nimmt nun auch zunehmend politischen Fahrtwind auf (so zum Beispiel in Deutschland).

Wir hingegen sind über diese Entwicklung hocherfreut und zeigen dem starren Landkartensystem von Google Maps vorerst einmal zwei ganz dicke Daumen nach oben. Nicht uninteressiert verfolgen wir jedoch diese (“gefährliche”?) Entwicklung…Und aus Erfahrung weiß man, dass man in Sachen Entwicklung bei Google nicht lange warten muss.

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