Das Mädchen von nebenan

Monday, January 25th, 2010

Sexy Dessous bringen wohl jeden Mann ins Schwitzen, regen sie doch die Fantasie an und lassen die Frau, die sie trägt, oft in einem ganz anderen Licht erscheinen. Schade nur, dass sie in der Regel hinter verschlossenen Schlafzimmertüren präsentiert werden. Nicht so bei der Guerilla Marketing Aktion der französischen Dessous-Marke Aubade, die sich selbst als „geheimen, raffinierten Verbündeten ewiger Weiblichkeit“ bezeichnet.

10 Tage lang erweckte Aubade die Fantasie vom „Mädchen von nebenan“ zum Leben. Ein unbekanntes Pariser Mädchen posierte am Fenster eines Hauses in der Rue Montorgueil und gewährte den Passanten dank eines transparenten Vorhangs private Einblicke. Die Zuseher, die draußen auf der Straße stehen blieben und wohl für einige Staus sorgten, sahen also einer weiblichen Silhouette dabei zu, wie sie durch das Appartement tanzte, sich die Haare föhnte und Champagner trank. Am zehnten Tag wurde schließlich das Geheimnis gelüftet und das Model (Marie Flore) zog den Vorhang zur Seite. Dabei präsentierte sie sich in einer Aubade Dessous-Kollektion und schloss den Vorhang unmittelbar darauf von der anderen Seite, auf dem nun der Hinweis auf die neu gelaunchte Website frenchartofloving.com zu sehen war.

Das Mädchen von nebenan enthüllt das Geheimnis

Ohne Zweifel zeigt diese Kampagne besonders eines: „Sex sells“ gilt zwar immer noch, aber gerade in einer Branche wo sich Unternehmen durch eine plumpe Umsetzung dieser Marketing-Weisheit kaum von der Konkurrenz differenzieren können, schaffen charmante Aktionen, wie jene von Aubade, eine willkommen Abwechslung aus Sicht der Konsumentinnen – und wohl auch der Passanten im Video. Ihre augenscheinliche Verwunderung wirkt weniger voyeuristisch im „klassischen Sinn“ als eher wie kindliche Neugier.

Übrigens: Die Rue Montorgueil war dabei nicht das erste Mal Schauplatz einer aufreizenden Promotion-Aktion. Im vergangenen Sommer spazierten die Mitglieder der französischen Girl-Band „Make The Girl Dance“ im Video zu „Baby, Baby, Baby“ die Straße nackt entlang.

Quelle:
adflash.eu
culture-buzz.com

Günstige vs. billige Werbung

Monday, December 28th, 2009

‘Aus der Not eine Tugend machen’ steht in der Werbewelt in Hinblick auf Finanzen an der Tagesordnung. Im knallharten Werbegeschäft kommt man als so genannter ‘kleiner Fisch’ nur durch, wenn man unterdurchschnittlich billig und gleichzeitig überdurchschnittlich gut ist.

Mit diesen beiden Eigenschaften würde McCann Erickson seine Werbekampagne wahrscheinlich beschreiben. Er nahm einen Auftrag für das israelische Unternehmen Opticana, mit einem Werbebudget von über 500€, an und machte bereits hier das erste Mal auf sich aufmerksam. Die Durchführung der Kampagne erfolgte via so genanntem URL hijacking: das ist das Erstellen von Internetdomains, die bekannten Internetadressen ähneln, jedoch typografische Unterschiede zur Originalseite aufweisen. So sollen User beispielsweise durch Vertipper auf diese Fake-Sites gelangen und somit direkt Opticana-Werbevollbeschallung erhalten. McCann argumentiert damit, dass User mit Sehschwäche sich leicht einmal vertippen und um dem Abhilfe zu schaffen, würde man auf die Optikerseite geleitet werden .

Die Idee hinter der grundsätzlich schön selbst hochgelobten Kampagne ist jedoch keine ganz neue. So genanntes Typosquatting wird sogar ziemlich oft fabriziert, jedoch -wie erwähnt- nicht so schön ins Rampenlicht gestellt. Bereits über 80.000 Domains sollen eben solche Fake-Sites sein, wobei jeder dieser Seiten bezieht sich auf die 2.000 bekanntesten Internetseiten. Wikipedia und die Seite des Weißen Hauses sind nur einige von jenen. Rechtlich gesehen ist so genanntes Typosquatting ein Graubereich. Ist die Ähnlichkeit zu der Originalseite signifikant, so kann sich das ‘Original’ wehren.

Rein ökonomisch gesehen, ist McCann’s Kampagne ja schön selbst beworben, was mit ein Grund für den Erfolg dieser Kampagne ist. Jedoch ist diese “neue” Werbeform im Hinblick auf Zielgruppenevaluierung zu hinterfragen. Die Internetseiten die McCann verwendet, haben eigentlich relativ wenig mit den Kernthemen Optiker oder gar Sehschwäche zu tun. User, die also wenn überhaupt dann nur zufällig zur Zielgruppe eines Optikers gehören, werden hier also gegen ihren Willen auf eine andere Seite als die beabsichtigte verleitet, anstatt die Fehlermeldung zu erhalten, dass die eingegebene Adresse nicht mit der Zieladresse übereinstimmt.

Solang es gesetzliche Lücken für Typosquatting gibt, wird es auch weiterhin Werbesquatting geben. Eine zugegebenermaßen lästige Werbemaßnahme, die angesichts der Tatsache, dass das Internet von unnötig empfundenen Pop-Ups und Reklame bereits überzugehen droht, ruhig weiterhin unbekannt bleiben hätte können. Wahre Innovation sieht demnach anders aus. Doch der Preiskampf in der Werbebranche führt eben unweigerlich zu Guerilla-Marketing Aktionen solchen Ausmaßes. Das heißt also, dass im Werbegeschäft nur jene durchkommen, die überdurchschnittlich gut, unterdurchschnittlich günstig, aber nicht billig, sind..

Gefunden auf:
Werbeblogger