+1 soll Google-Suche “sozialer” machen

Friday, April 1st, 2011

Im Kampf gegen Facebook versucht man in Mountain View nun zum Gegenschlag auszuholen: „+1“ heißt die soeben präsentierte Google-Version des „Like“-Buttons. Die Google-Suche soll damit endlich sozialer werden.

plusone1

Wer noch einen Beweis benötigt hat, dass Google die wachsende Konkurrenz von Facebook alles andere als auf die leichte Schulter nimmt, der hat ihn allerspätestens jetzt bekommen. „+1“ heißt das neue Feature, das der Suchmaschinen-Riese nun vorgestellt hat – oder wie es von zahlreichen Medien liebevoll genannt wird: Googles „Like“-Button. Doch worum handelt es sich genau?

Im Grunde ist Google +1 („die digitale Kurzschrift für ‚das ist ziemlich cool‘“) nichts anderes als ein kleiner Button, der zukünftig am Rande jedes einzelnen Resultats der Google-Suche erscheinen wird. Wem ein Suchergebnis besonders überzeugt, klickt „+1“ – damit landet der „gepluseinste“ Suchtreffer nicht nur in einer persönlichen Merkliste, sondern wird auch an die Web-Freunde weitergegeben. Beim Googeln erhält man dadurch nicht nur die normalen Treffer der Google-Algorithmen, sondern beizeiten auch Empfehlungen der Online-Kontakte. Dies funktioniert übrigens nicht nur mit Suchtreffern, sondern auch mit Google Ads.

Freilich stellt sich an dieser Stelle die Frage, wer diese „Web-Freunde“ eigentlich sind. Nun, um klassische Freunde handelt es sich hierbei sicherlich nicht. Es handelt sich nicht einmal um Freunde im Facebook’schen Sinn, sondern um alle Personen, mit denen ein User über diverse Google-Tools wie Gmail, Google Reader, Google Talk oder Google Buzz im Entferntesten in Verbindung steht. Später sollen auch Kontakte aus Diensten wie Twitter folgen. Interessanterweise braucht man nicht Google Buzz zu nutzen, um +1 verwenden zu können: Zur Überraschung vieler wurde das neue Tool in Google Profiles implementiert. Google Profiles sind eine Art Online-Visitenkarten, die bei ihrem jüngsten Redesign optisch vorsichtig an Facebook angelehnt wurden. Private Google-Profile sind seit kurzem zwar nicht mehr möglich, allerdings ist für die Eröffnung eines Kontos nicht mehr notwendig als die Angabe eines vollständigen Namens.

„Unser Ziel bei Google ist es, dass Sie die relevantesten Ergebnisse so schnell wie möglich bekommen“, erläutert der Konzern den Sinn hinter +1 in seinem Blog. „Aber Relevanz definiert sich über Beziehungen genauso wie über Worte auf Webseiten.“ Daher soll +1 dazu führen, dass „Sie die richtigen Empfehlungen (da sie von Menschen kommen, die Ihnen wichtig sind) zur richtigen Zeit (wenn Sie nach Informationen über das betreffende Thema suchen) und im richtigen Format (Ihren Suchergebnissen)“ bekommen. Dabei soll es allerdings nicht bleiben: Auch an einem „+1“-Knopf zum Einbetten in Webseiten wird gearbeitet.

Zwar wird +1 wie die meisten neuen Dienste erst schrittweise eingeführt; Neugierige können mit Hilfe von Google Labs allerdings schon einmal hineinschnuppern.

Textquellen:
http://www.googlewatchblog.de
http://googleblog.blogspot.com
http://www.big-screen.de
Bildquelle:
http://googleblog.blogspot.com (Screenshot)

Google Games

Wednesday, July 14th, 2010

Wenn zwei große Unternehmen eine Sache verfolgen, dann endet dies meist in einem spektakulären Projekt. So verfolgen Google und Zynga nun eine gemeinsame Sache und rufen die Google Games in die Welt.

Die Welt ist eine Google. Dieser Ausspruch bewahrheitet sich, wenn man die Dimensionen des mächtigsten Suchmaschinengiganten kennt. In den Weiten des Internets ist bereits fast überall ein bisschen “Google” vorhanden. Google Earth, Google Mail sowie der Internetbrowser Chrome können zweifelsohne zu den erfolgreichsten Projekten gezählt werden. Hingegen hat sich die Anzahl der Flops des Großunternehmens in den letzten Jahren massiv erhöht. So zum Beispiel konnten sich die Google Wave, Google Buzz und Google Me trotz verheißungsvollem Start nicht wirklich durchsetzen. Nichtsdestotrotz versucht Google weiterhin in neue Märkte einzudringen. Und nun steht der Spielemarkt am Plan.

Mit Google Lively wurde 2008 ja bereits ein Versuch gestartet, in die Spielewelt einzutauchen, allerdings wenig erfolgreich. Die Antwort auf Second Life bot Echtzeitspiel mit Avataren an und wurde wegen aus mangelndem Zuspruch wenig später wieder offline gestellt.

Es wird also Zeit mit einem Spezialisten auf seinem Gebiet gemeinsame Sache zu machen. Zynga ist der aktuell erfolgreichste Spieleentwickler rund um bekannte Facebook Games wie “Farmville” oder “Mafia Wars” (hier nachzulesen). Google hat bereits einen dreistelligen Millionenbetrag in die Hand genommen um den Coup “Social Onlinespieleportal” zu verwirklichen. Diese Partnerschaft wird eine langfristige werden und der Spiele Hub sollte bereits dieses Jahr online gehen.

google-games3

Auch wenn derzeit noch nicht viel mehr Informationen durchsickern, kann davon ausgegangen werden, dass es der Coup des Jahres im Online Bereich sein wird. Google könnte es durch die Kooperation mit Zynga nun endlich möglich werden, einen erfolgreichen hauseigenen Social Media Bereich zu schaffen, der in ernst zu nehmender Konkurrenzposition zu bisherigen Media steht.

Gefunden auf:
techcrunch.com
Futurezone
zdnet
ripten.com
mashable.com
viralblog.com

Facebook überholt nun auch Google

Wednesday, March 17th, 2010

Momentan überschlagen sich die Ereignisse rund um Mark Zuckerberg’s Soziales Netzwerk beinahe täglich. Wie wir erst vergangenen Montag berichteten, zog Facebook in Deutschland an der Konkurrenz vorbei und verzeichnete im Februar mehr Besucher als die beliebten nationalen Social Networks, wie wer-kennt-wen.de und den VZ-Netzwerken. Nun der nächste Erfolg für Facebook: Erstmals konnte das Social Network den Suchmaschinengiganten Google in den USA bei den Zugriffen der User überholen, so eine Analyse von Hitwise. Dieses Kunststück hatte Facebook zwar auch schon vereinzelt an Tagen wie dem 24. Dezember und dem 1. Januar geschafft, noch nie aber über die Zeitdauer einer gesamten Woche. Google’s Marktanteil beläuft sich somit auf 7,03 Prozent des gesamten US-Internetverkehrs, jener von Facebook auf 7,07 Prozent. Sieht nach einem knappen Rennen aus? Nicht ganz, betrachtet man die folgende Grafik, die die Zugriffszahlen der beiden Kontrahenten über die letzten 12 Monate veranschaulicht. Demnach konnte sich Google im Vergleich zum Vorjahr um gerade einmal 9 Prozent steigern, Facebook die Anzahl der Zugriffe aber im selben Zeitraum beinahe verdreifachen (+185 Prozent).

Facebook überholt Google in den USA

Dabei kann man Google keineswegs vorwerfen, sich dem gobalen Boom der Social Networks zu verschließen – jedoch zeigt sich, dass sich der Suchmaschinenriese im Bereich Social Media mit eigenen Aktivitäten schwer tut. Der Hype um Google Wave und der groß angekündigten Revolution der Kommunikationsweise im Internet, war nur von kurzer Dauer. Auch Google Buzz kann derzeit mit der Popularität von Twitter und Foursquare nicht mithalten, obwohl Google hier versucht, die Features beider Services zu kombinieren – und man sich dazu als Google-User nicht einmal registrieren muss. Die große Stärke von Facebook im Vergleich zu Google sind zudem die gewonnenen Daten, die von Usern generiert werden – in Zukunft wohl eine noch größere “Währung”, als die Zugriffszahlen und die Verweilsdauer der Nutzer.

Facebook hingegen expandiert munter weiter und gibt sich mit Nutzerzahlen von über 400 Millionen noch längst nicht zufrieden. In Kürze wird das Social Network mit einem eigenen Office in Indien “lokale Entwicklungsschwerpunkte” für die über 8 Millionen indischen User setzen und somit auch neue Werbekunden anlocken.

Quellen:
hitwise.com
pte

Der location-based Meta-Service

Friday, March 12th, 2010

Location-based Services sind der letzte Schrei des Web 2.0. Dass darüber kein Zweifel mehr besteht, lässt sich nicht nur am Hype von Foursquare ablesen, sondern auch daran, dass immer mehr Unternehmen sich nun daran machen, das noch junge Terrain für sich zu gewinnen.

vicarious.ly

Prominentester Neueinsteiger wird wahrscheinlich Facebook sein, wie das New-York-Times-Blog „Bits“ berichtet. Darauf hinweisen soll bereits die Änderung der Nutzungsbedingungen im vergangenen November, wonach ortsbezogene Informationen wie andere Nutzerinfos behandelt werden dürfen. Die offizielle Bekanntmachung könnte auf Facebooks jährlicher Entwicklerkonferenz f8 im April erfolgen, so die New York Times. Angesichts von weltweit 100 Millionen Menschen, die Facebook am Handy nutzen, könnten mit diesem Schritt location-based Services zur echten Killerapplikation werden, zumal nun auch Twitter seine LBS-Bestrebungen offensiv vorantreibt.

Zwar ist das Geolocation-Feature von Twitter bereits seit November online, allerdings gab es bisher noch keinen Hinweis darauf, dass sich dies auf das Web-Interface auf twitter.com auswirken könnte. Doch dies scheint sich nun zu ändern: Wie Techcrunch berichtet (und mit zwei Screenshots untermauert), werden in Zukunft vermutlich Tweets, die Standortinformationen beinhalten, mit einem kleinen Icon gekennzeichnet werden. Nach einem Klick darauf erscheint ein kleines Google-Maps-Fenster mit dem Standort, von wo aus der Tweet versendet worden war. Das Feature war bereits kurze Zeit online; offiziell vorgestellt wird es jedoch vermutlich erst auf dem Musik-, Film- und Interaktive-Medien-Festival SXSW, das heute in Austin (Texas) beginnt.

Foursquare, Gowalla, Google Buzz, Facebook, Twitter – wer soll angesichts dieses Eintopfs an location-based Services noch den Überblick behalten? Eine Frage, auf die SimpleGeo eine clevere Antwort gefunden hat. Vicarious.ly ist ein location-based Stream in Echtzeit, der die Geolocation-Informationen von BlockChalk, Brightkite, Bump Technologies, Flickr, Fwix, Foursquare, Gowalla und Twitter auf zusammenfasst. Momentan beschränkt sich der Wirkungskreis des Dienstes allerdings noch auf das SXSW-Festival in Austin. Wem das im ersten Moment an die Satire-Plattform PleaseRobMe.com erinnert, kann jedoch aufatmen: Vicarious.ly stellt auf der Karte nicht die Usernamen dar, sondern lediglich den Service, den die angezeigten Nutzer verwenden. Im Stream scheinen daher lediglich neutrale Informationen wie „Someone just checked in at Hotel San Jose“ oder „Someone just checked in at Iron Works BBQ“ auf. Wer darauf klickt, wird automatisch auf die entsprechende Seite von Foursquare weitergeleitet.

foursquare

Es wird also spannend mit den standortbezogenen Diensten – alles deutet darauf hin, dass 2010 das Jahr ihres großen Durchbruchs wird.

Quellen:
http://techcrunch.com

http://bits.blogs.nytimes.com

http://vicarious.ly
http://foursquare.com

Mit Google Buzz gegen den Mitbewerb

Wednesday, February 10th, 2010

Eigentlich war es absehbar, dass Google früher oder später den großen Mitbewerbern wie twitter und facebook mit einem neuen Dienst begegnen wird.

Am Dienstag war es soweit. Der vorgestellte Dienst namens “Buzz” ergänzt Google’s bestehendes E-Mail-Angebot um eine neue Funktion für den Austausch von Mitteilungen, Fotos oder Videos in einem größeren Kreis.

Automatisch werden aus den Adressen der E-Mail-Partner eine Sammlung von Kontakten – damit entfallen die üblichen Anfragen im Sozialen Netzwerk für die Aufnahme in den persönlichen Freundeskreis.

Eine weitere Automatisierung bei “Buzz” sind die entsprechenden “Statusmitteilungen” dieser Kontakte, die sich dann im Posteingang befinden. Alternativ können aber auch öffentliche Mitteilungen verbreitet werden – diese Veröffentlichungen erscheinen dann auf einer eigenen Webseite.

buzz

Auch an die mobilen Nutzer hat “Buzz” gedacht. Google hat eine Anwendung für Mobiltelefone wie das iPhone oder Android-Handys entwickelt. Die Besonderheit hierbei ist, dass dabei auch der jeweilige Standort einer Buzz-Mitteilung übermittelt und in einer Karte angezeigt werden kann.

“Buzz” ist nicht das erste Soziale Netzwerk, welches aus dem Hause Google stammt. Bereits 2004 gab es ein eigenes Soziales Netzwerk namens “Orkut”. Dieser Dienst wird aber nur in bestimmten Regionen in größerem Maße genutzt, etwa in Brasilien. facebook hingegen wird zurzeit von mehr als 400 Millionen Menschen weltweit genutzt.

Eine spannende Entwicklung bei facebook ist, dass die Message-Box mit der sich die Kontakte im Sozialen Netzwerk direkte Nachrichten schicken können, immer mehr dem typischen E-Mail-Prinzip annähert. Möglicherweise will Facebook seinen Service um Mail erweitern.

Auch im Bereich der Verlinkung zu Online-News sind facebook und twitter inzwischen sehr erfolgreich: facebook ist als Quelle von Besuchen bei News- und Medien-Seiten bereits Nummer vier hinter Google, Yahoo und MSN.

Parallel dazu steigt die Bedeutung von Bitly, ein Service, derlange, komplizierte Internet-Adressen in kurze verwandelt und sogar die Klick-Statistik für die Nutzer sichtbar macht: Immer mehr Klicks werden über Bitly-Urls vermittelt.

Wir sind gespannt wie sich Google mit dem Sozialen Netzwerk “Buzz” neben den großen Playern im Markt behaupten kann.

Quelle: google.com/buzz