Seit Anfang 2011 bietet Facebook Marken die Möglichkeit, die Aktivitäten ihrer Fans als Anzeige zu schalten. Mit einer neuen App wurde nun erstmals der Versuch unternommen, das Potenzial von Facebooks „Sponsored Stories“ besser auszuschöpfen.
Anfang dieses Jahres hat Facebook ein neues Werbeformat präsentiert: Mit Hilfe sogenannter „Sponsored Stories“ ist es seither möglich, Facebook-Aktivitäten normaler Nutzer in eine Werbeanzeige umzuwandeln. Das Prinzip dahinter ist einfach: Wenn beispielsweise ein User via Facebook Places bei Starbucks eincheckt, kann sich die Kaffeekette die Information zunutze machen und sie automatisiert in der rechten Spalte als Anzeige darstellen lassen.
Freilich sind Sponsored Stories nicht nur auf Check-Ins beschränkt, sondern funktionieren etwa auch mit Likes und Aktivitäten innerhalb von Applikationen. Um Datenschutzbedenken beiseite zu räumen, werden diese Einblendungen jedoch nicht allen Usern angezeigt, sondern nur den Facebook-Freunden des Users. Damit könnten nur diejenigen die Anzeige sehen, für die die Info ohnehin zugänglich war, argumentiert Facebook.
Das Problem daran sei, befindet Ben Parr von Mashable, dass die meisten Sponsored Stories langweilig sind. Zu sehen, dass jemandem die Starbucks-Page „gefällt“ sei eben weit weniger bewegend als ein Status-Update über den köstlichen Geschmack von Starbucks Chai Tea Latte. „Wir vermuten, dass das der Grund war, warum Facebook Wildfire gebeten hat eine App zu entwickeln, die die Sponsored Stories ergreifender macht.“ Das klingt zunächst nach einer guten Idee – ob die „Storyteller App“ gut umgesetzt wurde, bleibt jedoch eine andere Frage.
Mittels eines zusätzlichen Tabs auf der Facebook-Page ermöglicht die „Storyteller App“, dass Marken ihren Fans eine Frage stellen können (zum Beispiel „Wie trinkst du deinen Kaffee bei Starbucks am liebsten?“). Nutzer können daraufhin ihre Antwort mit ihren Facebook-Freunden teilen – inklusive eines Bildes, eines Videos oder einer Beschreibung der Marke. Das Besondere daran: Die App kann daraus Sponsored Stories generieren, die naturgemäß interessanter sind als „Joe Miller likes Starbucks“. Der Nachteil: Aufgrund des Aufwands muss es sich wohl schon um ziemlich engagierte Fans handeln, die sich der Storyteller App bedienen – hier sind die „gewöhnlichen“ Sponsored Stories dank ihrer Einfachheit klar im Vorteil.
Sponsored Stories im Allgemeinen sowie die Storyteller App im Speziellen scheinen vor allem für Marken mit einer bereits beträchtlichen Fan-Basis interessant zu sein, so Wildfire: „Ein interessanter Aspekt, den wir während des Testens und Lernens von Sponsored Stories beobachten konnten, ist, dass sie am besten bei Marken mit größeren Fan-Zahlen zu funktionieren scheinen. Da eine Werbung nur bei Freunden Ihrer Fans dargestellt wird, werden Marken mit größeren Fan-Zahlen weit signifikantere Ergebnisse sehen“.
In Sachen Effektivität verrät Wildfire nur soviel: Die Storyteller App produziere Content, der „viermal so wirksam“ sei wie herkömmliche Facebook-Werbung. Während also die Conversionrate von traditioneller Facebook-Werbung bei 3,3 Prozent liegt, beträgt sie bei Sponsored Stories in Kombination mit der Storyteller App 17 Prozent. Wie groß der Unterschied zwischen normalen Sponsored Stories und Sponsored Stories in Kombination mit der Storyteller App ist, darüber gibt Wildfire allerdings keine Auskunft.
Das legt die Vermutung nahe, dass die Storyteller App noch nicht der Weisheit letzter Schluss sein dürfte, zeigt aber auch, dass in Facebooks Sponsored Stories durchaus ein beträchtliches Potenzial innezuwohnen scheint.
Quellen:
http://allfacebook.de
http://die.socialisten.at
http://mashable.com
http://blog.wildfireapp.com
http://www.youtube.com/theofficialfacebook (Screenshot)























