Storyteller App: Facebooks „Sponsored Stories“ sollen unterhaltsamer werden

Friday, September 2nd, 2011

Seit Anfang 2011 bietet Facebook Marken die Möglichkeit, die Aktivitäten ihrer Fans als Anzeige zu schalten. Mit einer neuen App wurde nun erstmals der Versuch unternommen, das Potenzial von Facebooks „Sponsored Stories“ besser auszuschöpfen.

Anfang dieses Jahres hat Facebook ein neues Werbeformat präsentiert: Mit Hilfe sogenannter „Sponsored Stories“ ist es seither möglich, Facebook-Aktivitäten normaler Nutzer in eine Werbeanzeige umzuwandeln. Das Prinzip dahinter ist einfach: Wenn beispielsweise ein User via Facebook Places bei Starbucks eincheckt, kann sich die Kaffeekette die Information zunutze machen und sie automatisiert in der rechten Spalte als Anzeige darstellen lassen.

Freilich sind Sponsored Stories nicht nur auf Check-Ins beschränkt, sondern funktionieren etwa auch mit Likes und Aktivitäten innerhalb von Applikationen. Um Datenschutzbedenken beiseite zu räumen, werden diese Einblendungen jedoch nicht allen Usern angezeigt, sondern nur den Facebook-Freunden des Users. Damit könnten nur diejenigen die Anzeige sehen, für die die Info ohnehin zugänglich war, argumentiert Facebook.

Das Problem daran sei, befindet Ben Parr von Mashable, dass die meisten Sponsored Stories langweilig sind. Zu sehen, dass jemandem die Starbucks-Page „gefällt“ sei eben weit weniger bewegend als ein Status-Update über den köstlichen Geschmack von Starbucks Chai Tea Latte. „Wir vermuten, dass das der Grund war, warum Facebook Wildfire gebeten hat eine App zu entwickeln, die die Sponsored Stories ergreifender macht.“ Das klingt zunächst nach einer guten Idee – ob die „Storyteller App“ gut umgesetzt wurde, bleibt jedoch eine andere Frage.

Mittels eines zusätzlichen Tabs auf der Facebook-Page ermöglicht die „Storyteller App“, dass Marken ihren Fans eine Frage stellen können (zum Beispiel „Wie trinkst du deinen Kaffee bei Starbucks am liebsten?“). Nutzer können daraufhin ihre Antwort mit ihren Facebook-Freunden teilen – inklusive eines Bildes, eines Videos oder einer Beschreibung der Marke. Das Besondere daran: Die App kann daraus Sponsored Stories generieren, die naturgemäß interessanter sind als „Joe Miller likes Starbucks“. Der Nachteil: Aufgrund des Aufwands muss es sich wohl schon um ziemlich engagierte Fans handeln, die sich der Storyteller App bedienen – hier sind die „gewöhnlichen“ Sponsored Stories dank ihrer Einfachheit klar im Vorteil.

Sponsored Stories im Allgemeinen sowie die Storyteller App im Speziellen scheinen vor allem für Marken mit einer bereits beträchtlichen Fan-Basis interessant zu sein, so Wildfire: „Ein interessanter Aspekt, den wir während des Testens und Lernens von Sponsored Stories beobachten konnten, ist, dass sie am besten bei Marken mit größeren Fan-Zahlen zu funktionieren scheinen. Da eine Werbung nur bei Freunden Ihrer Fans dargestellt wird, werden Marken mit größeren Fan-Zahlen weit signifikantere Ergebnisse sehen“.

In Sachen Effektivität verrät Wildfire nur soviel: Die Storyteller App produziere Content, der „viermal so wirksam“ sei wie herkömmliche Facebook-Werbung. Während also die Conversionrate von traditioneller Facebook-Werbung bei 3,3 Prozent liegt, beträgt sie bei Sponsored Stories in Kombination mit der Storyteller App 17 Prozent. Wie groß der Unterschied zwischen normalen Sponsored Stories und Sponsored Stories in Kombination mit der Storyteller App ist, darüber gibt Wildfire allerdings keine Auskunft.

Das legt die Vermutung nahe, dass die Storyteller App noch nicht der Weisheit letzter Schluss sein dürfte, zeigt aber auch, dass in Facebooks Sponsored Stories durchaus ein beträchtliches Potenzial innezuwohnen scheint.

Quellen:
http://allfacebook.de
http://die.socialisten.at
http://mashable.com
http://blog.wildfireapp.com
http://www.youtube.com/theofficialfacebook (Screenshot)

Earned Media und facebook Ads steigern Markenerinnerung

Wednesday, April 28th, 2010

Was ist ein Fan einer facebook Fanpage eigentlich wert? Welchen Wert hat eine Fanpage oder gar eine einzelne Statusmeldung? Antworten auf diese Fragen können bereits einfache “Milchmädchen-Rechnungen” liefern und bieten somit im ersten Moment einen praktischen Vergleich zu Werbewerten von Print, Radio und TV. Dabei wird jedoch übersehen, dass die klassischen Medien in Puncto Werbeerinnerung mit dem Word-of-Mouth-Charakter von Social Media nicht mithalten können und die Thematik somit differenzierter betrachtet werden muss.

Passend zu diesen Überlegungen, die auch Hannes Treichl Anfang des Monats angestellt hat, wurde nun ein aktueller Nielsen-Report veröffentlicht, bei dem sich die Marktforscher verstärkt mit facebook zusammengetan und eine Untersuchung unter 800.000 facebook-Nutzern durchgeführt haben. Dabei analyisierten sie 125 Werbekampagnen von 70 Marken. Die wichtigsten Erkenntnisse: Schon mithilfe einer einfachen Werbeanzeige (Display-Ad) auf facebook, kann die Erinnerung an eine Marke um bis zu 10 Prozent gesteigert werden. Noch besser performen allerdings Werbebotschaften, die nicht nur in den Anzeigen am rechten Rand aufscheinen, sondern auch von den eigenen Fans geteilt werden (z.B. durch Klick auf “Gefällt mir”). Dadurch landen die Links zur Fanpage nämlich direkt im Newsfeed meiner Freunde und sind damit im wahrsten Sinne “im Zentrum” des Wahrnehmungsbereichs der User. Die Markenerinnerung steigt dabei im Vergleich zu Usern, die keine Werbung gesehen haben, um 30 Prozent, wie die Untersuchung von facebook Ads von 14 Marken ergab. Neben der Marken- und Werbeerinnerung (ad recall) wurden außerdem die Markenwahrnehmung (awareness) und die Kaufabsicht (purchase intent) der Umfrageteilnehmer untersucht.

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Es stellt sich also die Frage: Wieso werden “organische” Werbeanzeigen deutlich besser von den Usern erinnert, als normale facebook Ads? Liegt es an der Positierung im Newsfeed bzw. am Seitenrand? Werbung in Social Media funktioniert anders als auf klassischen Online-Werbeträgern, wie beispielsweise den Websites von Tageszeitungen. Dort kommt nämlich neben der bezahlten Anzeige (Paid Media), der unbezahlten, “earbeiteten” Form der Werbung (Earned Media) eine noch größere Bedeutung zu  (zur genauen Abgrenzung von Paid vs. Earned Media siehe Nielsen-Report (S. 6) oder Blog-Eintrag von Martin Oetting). Unbezahlte Werbung meint hier nämlich nicht die Übernahme von Pressetexten durch Journalisten, sondern eine Art Weiterempfehlung von Fans bzw. Freunden, die facebook durch den Like-Button bzw. das “gefällt mir”-Plug-in nun auch anderen Websites zur Verfügung stellt (wir berichteten). Was ein einfacher Klick auf “gefällt mir” bewirkt, lässt sich anhand folgender Untersuchungsergebnisse veranschaulichen: Liegt die durchschnittliche Klickrate von Werbeanzeigen im gesamten Web bei weit unter einem Prozent, so gilt dies mit 0,7 Prozent auch für facebook Ads – bei 18 Millionen Auslieferungen und mickrigen 130.000 Klicks kann man also nicht gerade von einer außergewöhnlich hervorragenden Performance sprechen. Sieht ein Facebook-User allerdings, dass ein Freund “Fan” einer Marke geworden ist bzw. ihm diese neuerdings “gefällt”, so klicken rund 4 Prozent auf den jeweiligen Link. Bei facebook Ads, bei denen ein Freund auf “gefällt mir” geklickt hat, steigt die Wahrnehmung um 8 Prozent, die Markenerinnerung gar um 16 Prozent.

Earned Media haben auf alle drei untersuchten Bereiche – Markenerinnerung, -wahrnehmung und Kaufabsicht – einen entscheidenen Einfluss. Als Fazit empfiehlt Jon Gibs, Nielsens Vice President für Medienanalyse, Unternehmen und Marketern allen ihnen zur Verfügung stehenden Instrumente (zB E-Mail-Newsletter) zu nutzen, um Kunden anzuregen, Fans ihrer facebook Fanpage zu werden und somit das Word-of-Mouth-Potential zu erhöhen.

PDF-Download zur Studie “Advertising Effectiveness: Understanding the Value of a Social Media Impression”

Quellen:

adage.com

internetworld.de