Für einen Tag offline: Facepark

Tuesday, June 8th, 2010

Diesel hält weiter an seiner “be stupid”-Kampagne fest und prolongiert diese mit der Aktion “Facepark”. Dabei geht es eigentlich um die De-volution der Social Media. Entgegen dem Trend der Digitalisierung veranstaltet Diesel am 20. Juni 2010 in Berlin das Event Facepark wo gewohnte Online-Tools wie Profile und Comments analog gestaltet werden. Um daran teilzunehmen muss man lt. Diesel selbst jedoch ein bisschen “stupid” sein.

Die ganze Idee entstand eigentlich im Zuge der neuen “be stupid”-Kampagne (wir berichteten), deren Grundsatz besagt, dass den Mutigen (= the stupid ones) die Welt gehört, während die smarten Menschen in Ihren Plänen und “was wäre wenn..”-Gedanken hängen bleiben und das Leben an Ihnen vorbei zieht. Die Waghalsigen werden nun von Diesel aufgefordert mitzumachen. Auf der be stupid-Plattform angemeldet, bekommt man einen Überblick was einem (neben der neuen Jeans Kollektion) so alles geboten wird. Neben dem Projekt Diesel-Planet und Diesel:U:Music kommt mit Facepark nun das nächste Projekt.

diesel_facepark1

Social Media mal anders. Mal ganz anders. Mal analog! Diesel hat sich die Entwicklung des Internets zu Web2.0 einmal durch den Kopf gehen lassen und spricht nun genau diese Leute an, die ebenfalls genug davon haben, mehr Zeit mit seinen Freunden online zu verbringen als offline, mehr Comments zu posten als Anrufe zu tätigen und mehr “Like it”s zu verteilen als Komplimente auszusprechen statt zu schreiben. Unter dem Motto “It brings the clichés of social media platforms back to the real world in a very literal way.” geht das Facepark-Event folgendermaßen über die Bühne: Wie im echten Web2.0-Leben muss zunächst einmal ein Profil jedes Users angelegt werden. Das analoge User-Profil kann im Diesel Store abgeholt werden und sieht dann ungefähr so aus:

facepark2

Der Park ist dann de facto die analoge Social Media-Welt in denen User miteinander interagieren können. Dabei werden alle Teilnehmer aufgerufen Kommentare (buchstäblich) auf die Profile zu schreiben und “Like it”-Aufkleber zu verteilen. Es ist alles erlaubt solange es analog geschieht. Untermalt wird das Event musikalisch durch die Gruppe Bodi Bill, die ihres Zeichens unter Beweis stellen wird, dass Musik auch tatsächlich live und nicht nur aus Computerboxen möglich ist. Dieser Konter zu Facebook und anderen (sehr erfolgreichen) Online Media ist eine Idee, die durchaus mit einem Augenzwinkern zu verstehen ist und (bei Schönwetter) wahrscheinlich durchaus Anklang im Berliner Mauerpark finden wird. Nettes Detail am Rande: Die Bewerbung dieses Events basiert hauptsächlich über Online Medien (die an diesem Tag ja gemieden werden sollen).

Auch wenn die “be stupid”-Kampagne nach wie vor inhaltlich sehr fragwürdig ist, so ist dieses Disconnect(from Social Web)-Event in Berlin alles andere als dumm. Be smart/”Be stupid and join us”: Ihr entscheidet!

Gefunden auf:
Fashonaire
Uberding
Styleproofed

Diesel bringt facebook in die Umkleide

Wednesday, May 12th, 2010

Dass facebook immer größer und mächtiger wird, ist nichts Neues. Über 400 Millionen aktive User und mehr als eine Million lokale Unternehmen, die ihre Marke in das Social Web bringen, zeigen den ungebrochenen Erfolg des Netzwerks. Auch die Möglichkeiten sein eigenes Unternehmen auf facebook zu präsentieren, werden immer mehr und beinahe wöchentlich lassen neue Ideen und Kampagnen aufhorchen.

Ein Tool, welches diesen Umstand begünstigt, ist ohne Zweifel facebook Connect. Dieses Service ermöglicht es Drittanbietern mit Usern durch facebook zu interagieren. Registrierte facebook-User können so ihre Kontoinformationen auf anderen Websites verwenden, ohne sich dort registrieren zu müssen. Selbst Inhalte wie Fotos, Kontaktlisten, Kommentare, etc. können übernommen werden. facebook wiederum zeigt in den Profilen der User deren Aktivitäten an und macht sie so für die Freunde einsehbar. Ob Kommentarfunktion auf Blogs, Gewinnspielteilnahme auf Unternehmenswebsites oder Applikationen auf facebook selbst – die Möglichkeiten zum Einsatz von facebook Connect scheinen unerschöpflich.

Und so zeigt Diesel in Spanien dieser Tage eine neue Anwendungsmöglichkeit, die ohne Zweifel einfallsreich und innovativ ist. In spanischen Diesel Stores wurde im Bereich der Umkleidekabinen die “Diesel Cam” installiert, eine Kamera dank derer Kunden sich selbst fotografieren und diese Fotos unmittelbar in ihr facebook Profil laden können. So können Kunden sich nicht nur Rat bei den Freunden holen, ob die ausgesuchte Jeans tatsächlich gekauft werden soll, auch die neuesten Errungenschaften kann man so direkt aus den Diesel Stores stolz präsentieren. Kunden – und zugleich facebook-User – verbinden sich mittels Touchscreen-Monitor und facebook Connect mit ihrem Account und die eben gemachten Schnappschüsse werden mit einem Diesel-Logo versehen und ins Profil geladen. Diesel versteht es dabei geschickt, mit diesem integrierten Logo Werbung für sich selbst zu betreiben, aber dank dem garantierten Spaßfaktor auf Kundenseite wird diese Diesel Cam gewiss ein Erfolg. Und wir dürfen uns wieder über neue Social Shopping-Ideen freuen. Fragt sich nur, ob wir der worldwide Web-Welt tatsächlich Einblicke bis in die Umkleide gewähren wollen!? ;-)

Bild- und Textquellen:
allfacebook.com

Diesel: I’m with stupid

Tuesday, February 2nd, 2010

War man zu Beginn der Jahrtausendwende noch schockiert, dass Geiz nun geil ist, so muss man sich nun abermals fragen warum es gut ist, wenn man dumm ist. Zumindest wenn es nach Diesel geht, ist das der Fall.

Aus Dummheit eine Tugend machen zu wollen ist jedoch überaus riskant. Unternehmenspositionierungen müssen klar und unmissverständlich sein. Diese ist es, aber ob es das ist was Diesel kommunzieren will, ist fraglich. Diesel hat sich mit Smartness und Witz versucht, scheitert hierbei allerdings kläglich. Doch nun zur Kampagne.

Die Aussage ist die gleiche wie die von Nike. „Just do it“! Die cleveren Menschen haben zwar Hirn, doch die dummen Menschen den Kick. Sie überlegen nicht, sie machen drauf los, sie wägen nicht lang und breit Vorteile ab, sie experimentieren. (Potenzielle) Kunden sollen was Dummens/Kreatives anstellen, davon ein Video machen und das ganze Diesel zukommen lassen. Das eigens für diese Kampagne eingerichtete „Be Stupid: Recruitment“ evaluiert diese Videos dann. Die Sieger scheinen in der Kampagne, im Katalog und im Video auf.

Einfach gehalten heißt das: Diesel macht sich das Leben leicht und überlegt sich nicht einmal, wie sie selbst die Kampagne visuell untermalen könnten. Crowdsourcing de facto. Mit der billigen Aufmachung, dass dumme Menschen einfach kreativer sind, schießt Diesel meilenweit am Ziel vorbei. Die Kernaussage sollte viel eher in Richtung „den Kreativen gehört die Welt“ gehen, kommt aber absolut nicht so an.

Die Kampagne ist gerade erst angelaufen und wird die nächsten Monate anhalten. Man darf gespannt sein, welche Zahlen das Controlling im Endeffekt ausspucken wird. Schließlich fällt es schwer zu glauben, dass Kunden sich gerne mit „Dummheit“ (und nichts anderes kommuniziert Diesel in diesem Fall) identifizieren und Produkte kaufen, die eben dafür stehen. Für viele wird es wohl eher heißen: Smart sein und zur Konkurrenz gehen. Und dann steht Diesel wirklich dumm da.

Quelle Bild/Text:
Adverblog