Augmented Reality vor dem Durchbruch?

Friday, July 22nd, 2011

Schon seit einiger Zeit macht Augmented Reality von sich Reden. Doch der große Durchbruch steht erst bevor.

Augmented Reality

„Sind wir bald da?“ Dieser Satz steht während der Sommerferien Jahr für Jahr hoch im Kurs. Für Kinder sind lange Autofahrten eine Qual – kaum etwas scheint noch langweiliger zu sein, als eine halbe Ewigkeit auf dem Rücksitz eines Autos zu verbringen. Diese halbe Ewigkeit will Toyota nun mit seiner neuen iPhone-App „Backseat Driver“ verkürzen.

Die Funktionsweise ist einfach: Mittels GPS werden die Daten der Wegstrecke auf das iPhone übertragen und als halbfiktionale Cartoon-Autofahrt dargestellt. Die Kinder können sich ihr virtuelles Auto individuell anpassen, wenn sie genügend Punkte gesammelt haben – lange Autofahrten dürften dabei durchaus hilfreich sein:

„Backseat Driver“ ist Teil von Toyotas neuer Innovationsplattform „ToyToyota“, deren Ziel es sei, das „Toy“ in „Toyota“ zum Leben zu erwecken. Dabei ist ToyToyota nur ein Beispiel von vielen, das von der immer größer werdenden Bedeutung von Augmented Reality (AR) zeugt. „Bald geht nichts mehr ohne“, ist etwa marketing-blog.biz überzeugt: „Das ist kein Hype sondern ein begründeter, stabiler Trend. Gartner hat AR bereits 2008 zu den TOP 10 Technologien unserer Zeit gezählt.“

Neuen Auftrieb für diese Einschätzung bietet nun eine Studie der Marktforscher von Juniper Research: 11 Millionen AR-Apps wurden im vergangenen Jahr bereits heruntergeladen. Zudem sei das Interesse an Marken, die sich AR-Content bedienten, in der zweiten Hälfte 2010 dramatisch angestiegen. Und dieser Trend dürfte noch einige Zeit anhalten, wenn es nach der Einschätzung von Juniper Research geht: Für 2015 prognostizieren die Marktforscher, dass 1,4 Milliarden Augmented-Reality-Apps heruntergeladen werden; der Umsatz soll dann bei 1,5 Milliarden Dollar liegen.

Ein Player, der auch diesmal wieder ganz vorne mit dabei ist, ist Apple. Das geht aus Dokumenten des United States Patent and Trademark Office hervor, wie AppleInsider berichtet. Demnach arbeitet Apple an interaktiven AR-Anwendungen und transparenten Displays. Augmented Reality dürfte auch ein wesentlicher Mitgrund gewesen zu sein, das iPad 2 mit gleich zwei Videokameras auszustatten. Denn der große Durchbruch von AR-Anwendungen wird wohl nicht an Desktop-Rechnern zu erwarten sein, sondern bei bei Smatphones und Tablets.

Quellen:
http://www.digitalbuzzblog.com
http://www.marketing-blog.biz
http://juniperresearch.com
http://www.appleinsider.com
http://vimeo.com (Screenshot)

Da staunen selbst Engel …

Tuesday, March 22nd, 2011

Victoria Station in London ist ein hektischer Ort: Laut Wikipedia sogar der am zweitstärksten frequentierte Bahnhof Großbritanniens. Und die Briten sind einiges gewohnt, wenn es um Werbung an öffentlichen Plätzen geht: Da singen schon mal tausende Menschen “Hey Jude” am Trafalgar Square. Wenn aber Engel vom Himmel fallen, staunt auch der abgebrühteste Pendler auf der Insel – und wir gleich mit. Axe zeigt eine völlig neue Dimension von Augmented Reality und verbindet die Technik mit einer genialen Idee. Aber seht selbst:

No need to imagine: Shopping à la Augmented Reality

Wednesday, June 9th, 2010

Vor dem Empire State Building in New York stehen, Handycam draufhalten und schon erfahren wir sämtliche Facts & Figures rund um das Gebäude. Augmented Reality verwendet Hilfsmittel, die uns mehr zeigen als die Realität hergibt. Diese wird gefilmt und dank einer Software so zusätzliche Informationen über das Bild in der Umgebung gelegt. Augmented Reality als Sightseeing-Variante auf Reisen. Eine Möglichkeit. Eine weitere Möglichkeit zeichnet sich nach und nach immer mehr ab und wird vor allem weibliche Smartphone User erfreuen – Shopping à la Augmented Reality ist im Anmarsch!

Eine praktischer Dienst stammt ohne Zweifel aus dem Hause Zugara. Mädls die keine Lust auf mühselige Probier-Sessions in der Umkleidekabine und lange Schlangen vor ebendiesen haben, erhalten durch die “Webcam Social Shopper” die Möglichkeit bequem von zuhause aus die neuesten Trends, Farben und Schnitte auszuprobieren. Wie? Ein – zugegeben – statisches Bild des gewählten Kleidungsstückes lässt sich mittels Webcam über den eigenen Körper legen und zeigt uns so, wie uns T-Shirt, Hose, Kleid und Co. stehen. Die Usability ist dabei ziemlich hoch: anders als bei anderen Apps, muss hier kein Foto hochgeladen werden, im Gegenteil, die Fotos der Kleider legen sich quasi über unseren Körper. Und auch das “Umziehen” lässt sich rasch und unkompliziert hinter sich bringen: anstelle zwischen Umkleideposition, Computer und Maus hin- und herlaufen zu müssen, kann mittels Handbewegung durch die Optionen und Kollektionen navigiert werden.

Logisch, eine App wie diese hat auch Nachteile. Rücksicht auf Größe und Proportionen gibt es hier nicht, aber immerhin ist es schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Dennoch lässt sich immerhin ein Eindruck gewinnen, welche Farben und Schnitte einem stehen und wie das ausgesuchte Must have-Shirt zur absoluten Lieblingshose aus dem eigenen Kleiderkasten passt. Und natürlich darf bei so einer App auch die Social Community-Funktion nicht fehlen: gewählte Outfits können auf facebook geteilt und so Feedback, Rat und Meinungen von Freunden eingeholt werden.

Die gute Nachricht: es müssen nicht immer nur Kleider sein! ;-) SnapShop erlaubt mittels iPhone App sogar, das traute Heim dank Augmented Reality einzurichten und so auszutesten, wie sich denn das rote Sofa in der einen Ecke des Wohnzimmers macht. Schluss mit Spontan- (oder doch Verzweiflungs-)einkäufen, Möbel schleppen und schlussendlich doch draufkommen, dass es sich um einen Fehlkauf handelt. Und mal ehrlich: auch wenn ich nie auf “echtes” Shopping verzichten wollen würde, manchmal ist es definitiv ein Vorteil, schon vorab den Endeffekt testen zu können und mit Augmented Reality macht diese Art des Shoppings gleich doppelt Spaß.

Bild- und Textquellen:
zugara.com
SnapShop

Social Shopping

Wednesday, March 31st, 2010

Die neuesten Errungenschaften einer ausgiebigen Shoppingtour teilt man ja bekanntlich gerne mit der besten Freundin. Social Shopping allerdings geht einen Schritt weiter und teilt der ganzen Welt mit, um welches angesagte Teil man seine Geldbörse erleichtert hat.

Zum einen gibt es da Blippy, eine Community, die auf – nach eigenen Angaben – sehr einfache Art und Weise einsehen und diskutieren lässt, wer was gekauft hat. Erst Anfang des Jahres gelauncht haben Nutzer die Möglichkeit, ähnlich wie auf facebook den “Shoppingfeed” ihrer Freunde zu verfolgen und immer über die neuesten Einkäufe informiert zu werden. Welche Einkäufe dabei in den Stream aufgenommen werden, entscheidet der User selbst. Von iTunes über Amazon bis hin zu Einkäufen mit der Kreditkarte – so ziemlich alles lässt sich in Blippy veröffentlichen. Die Frage lautet also nicht “What are you doing?”, wie wir es Tag für Tag auf twitter lesen, sondern “What are your friends buying?”

Justbought.it – eine weitere Plattform der Kategorie Social Shopping – geht sogar einen Schritt weiter und bringt in die ganze Sache noch einen ortsbezogenen Dienst und Augmented Reality hinein. User der Plattform haben die Möglichkeit, Fotos ihrer Einkäufe online zu stellen und diese mit Freunden via facebook und twitter zu teilen. Ebenso wie bei Blippy können die Shoppingergebnisse der anderen kommentiert werden. Neu an der Idee: justbought.it integriert Google Maps und ermöglicht es Usern somit Freunde und Händler in ihrer Nähe zu finden. Und das – für mich persönlich – reizvolle an der Sache: neben einer bereits erhältlichen iPhone App soll es bald eine Android und Blackberry-Version geben. Und jene Android Version wird ein Augmented Reality Feature beinhalten, so dass User in einen Shop gehen und auf einen Blick angezeigt bekommen, was andere in diesem Laden bereits gekauft haben.

justbought

Social Shopping steht wohl gerade erst am Anfang zahlreicher innovativer Ideen & Trends, die noch auf uns zukommen werden. Shoppingcommunities wie DaWanda und etsy gibt es zwar schon seit längerem, jedoch tummelt man sich hier eben nur auf der eigenen Plattform, die tatsächliche Verknüpfung zu Social Communities wie facebook und twitter fehlt hingegen noch. [Wobei ich dennoch liebend gern und vor allem stundenlang auf diesem Plattformen stöber ;-) ] Unternehmen wird’s jedenfalls freuen: sie erhalten auf sehr schnelle und einfache Art zahlreiches Kundenfeedback und Kommentare zu ihren Produkten und können daraus gewiss ihren Nutzen ziehen.

Ich jedenfalls bin gespannt, womit man uns in punkto Social Shopping noch so überrascht und werd mir jetzt mal justbought.it auf mein iPhone laden :-)

Bild- und Textquellen:
springwise.com
techcrunch.com

Augmented Identity

Monday, March 8th, 2010

Befürworter und Fans von Augmented Reality Applikationen, wie dem vielzitierten Vorzeigebeispiel Wikitude, dürfen sich schon bald über eine neue Software-Anwendung freuen, die Personen anhand ihrer Gesichtszüge identifiziert und ihre Social Network Profile anzeigt. Die schwedische Firma The Astonishing Tribe (TAT) stellte den Prototyp des Augmented Identity Konzepts vor, der gleich mehrere heiß diskutierte Technologien miteinander kombiniert: Cloud Computing, Augmented Reality und eine Gesichtserkennungssoftware werden mit Daten aus Social Networks verknüpft und direkt in der Applikation angezeigt.

Recognizr erkennt Gesichtszüge von Personen

Um die “Recognizr”-App in Zukunft nutzen zu können, ist lediglich ein aktuelles Android-Smartphone mit einer 5-Megapixel-Kamera nötig und schon erfährt man auf Knopfdruck den Namen oder die E-Mail-Adresse der Person am Tisch gegenüber. Das klingt, zugegeben, im ersten Moment stark nach Überwachung und ruft die Verfechter der Privatsphäre auf den Plan. Allerdings können diese einigermaßen beruhigt sein, denn bei der Software-Firma hat man sich von Anfang an auch Gedanken über die Auswirkungen von Augmented Identity gemacht. Es ist den Entwicklern bewusst, dass ihre Software auch für missliebige Zwecke eingesetzt werden könnte. Daher werden – obwohl technisch möglich – beispielsweise nicht die Facebook-Profilfotos für die Gesichtserkennung herangezogen, sondern die Nutzer können bei Verwendung der “Recognizr”-App ein eigenes Profil anlegen und ein Bild von sich hochladen und somit explizit zustimmen, dass sie über die Software “entdeckt” werden können. In der Folge können optional auch die eigenen Social Network Accounts freigegeben werden.

Herzstück von Recognizr ist die Gesichterkennungssoftware, die ebenfalls von einer schwedischen Firma (Polar Rose) stammt. Diese erstellt aus den Gesichtszügen einer Person und einem ein 3D-Modell eine Signatur, die an einen Server übermittelt wird und mit den Einträgen in einer Datenbank abgleicht. Bei einem Treffer erhält man kurze Zeit später die von der Person freigegeben Social Network Daten. Dank Cloud Computing und der dezentralen Rechenkraft funktioniert dies in der Praxis auch erstaunlich rasch. Bereits vorigen Sommer stellte TAT das Konzept erstmals in einem YouTube-Vidoe vor, auf dem diesjährigen Mobile World Congress in Barcelona gab es eine viel beachtete Live-Demonstration der aktuellen Weiterentwicklungen. Momentan ist TAT noch auf der Suche nach weiteren Kooperationspartner um ein fertiges Produkt anbieten zu können.

Wir denken, dass Augmented Identity Applikationen gute Zukunftschancen haben werden und hoffen, dass sich auch andere Anbieter in diesem Feld engagieren, die sich ebenso Gedanken um Datenschutz und die Privatsphäre der Nutzer machen und auf deren Eigenverantwortung setzen. Denn nur wenn man selbst die Kontrolle über seine Daten behält, kann man solche Dienste sinnvoll und einigermaßen sicher implementieren.

Quelle:
heise.de