Die Macht des Zufalls

Friday, October 15th, 2010

Wann entsteht sozialer Einfluss in Online-Netzwerken? Dieser Frage ist eine soeben publizierte Studie anhand der Beliebtheit von Facebook-Applikationen auf den Grund gegangen. Das Ergebnis: Der Einfluss hängt von der Popularität ab – und die entsteht spontaner, als bislang angenommen.

farmville

Drei Jahre sind in der rasanten Welt von Facebook ein geradezu astronomischer Zeitrahmen. 2007 hatte  Mark Zuckerbergs Plattform-Riese gerade einmal 50 Millionen User, heute sind es rund zehnmal so viele. Unzählige Änderungen sind seither vorgenommen worden; am skeptischsten beäugt wurden dabei freilich stets Änderungen der Nutzungsbedingungen. In der Wissenschaft laufen die Dinge hingegen noch ein bisschen gemächlicher ab. Hier können drei Jahre schon mal die Zeitdauer sein, die es braucht, bis eine Studie endlich publiziert wird.

So geschehen mit einer Untersuchung mit dem trockenen Titel „Spontane Enstehung sozialen Einflusses in Online-Systemen“, die diese Woche im amerikanischen Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) erschienen ist. Anhand von Daten aus dem Jahr 2007 ermittelten Jukka-Pekka Onnela und Felix Reed-Tsochas von der University of Oxford, was Facebook-Applikationen zum Renner werden lässt. Zwar hat sich auf Facebook seither einiges geändert, doch das spielt in diesem Fall keine Rolle. Tatsächlich ist die Studie sogar wegweisend: Während bei ähnlichen Untersuchungen von viralen Prozessen Content und Produkte unter die Lupe genommen wurden, die bereits erfolgreich waren, umfasst diese Untersuchung alle verfügbaren Applikationen zum Erhebungszeitraum.

„Es gab viele Forschungen darüber, wie sich Ideen und Produkte ausbreiten“, so Felix Reed-Tsochas, allerdings: „Früher waren wir nur in der Lage, die Ausbreitung erfolgreicher Innovationen zu verfolgen.“ Die nun publizierte Untersuchung vergleicht er mit dem Tausch eines festgeschraubten Teleskops, das bloß die Sicht auf eine beschränkte Anzahl von Sterne erlauben würde, „mit einer vollständigen Karte aller Sterne im Universum“. Tatsächlich förderte die vollständige Karte des Facebook-Universums eine kleine Überraschung zutage.

„Unsere Analyse enthüllt eine sehr interessante neue Erkenntnis“, legt Reed-Tsochas dar. „User scheinen von den Entscheidungen anderer User bloß oberhalb einer bestimmten Popularitätsgrenze zu beeinflussen“. Ab diesem Punkt wird Popularität zum Selbstläufer. „Unterhalb dieser Schwelle sind die Auswirkungen von sozialem Einfluss winzig.“ Wenn eine App aber einmal rund 55 Installationen pro Tag erreicht hatte, stieg sie in höchste Höhen auf. Dabei handle es sich jedoch nicht um den typischen Effekt, dass Krankheiten erst ab einer gewissen Ansteckungsquote zu Epidemien werden, sondern um eine Besonderheit im System selbst, wie die mathematische Auswertung ergab.

Weil Popularität hauptsächlich von den Entscheidungen anderer Nutzer in der Community abhängig zu sein scheint und nicht von der Eigenschaft der Applikation selbst, so Reed-Tsochas, sehe es nicht danach aus, dass der Erfolg oder Misserfolg einer App vorhersehbar wäre.

Quellen:
J.-P. Onnela & F. Reed-Tsochas (2010): Spontaneous emergence of social influence in online systems. Proceedings of the National Academy of Sciences; DOI: 10.1073/pnas.0914572107
http://www.ox.ac.uk
http://www.heise.de
http://www.facebook.com (Screenshot)

„i-Ad“: Axa erweckt Print-Werbung zum Leben

Friday, October 8th, 2010

Mit einer spannenden Kampagne hat die Axa-Versicherung auf ihre neue iPhone-App aufmerksam gemacht. Der einzigartige Clou: Eine Kombination aus iPhone und Printwerbung.

axa

Selbst, wenn dabei niemand verletzt wird: Ein Unfall ist so ziemlich der schlimmste Alptraum aller Autofahrerinnen und Autofahrer. Sich mit den anderen Unfallbeteiligten auf den Unfallhergang einigen, dokumentieren, fotografieren, Zeugen befragen, einen Unfallbericht ausfüllen sowie sich im Zweifel möglicherweise auch noch vor der hinzugezogenen Polizei rechtfertigen müssen – all das in einer Atmosphäre, die emotional meist ziemlich angespannt ist. Jede digitale Erleichterung käme da wie gerufen.

Doch so einfach ist es meistens leider nicht. So sehr Social- und Mobile-Web heute auch den Alltag bereichern, wenn es um Dinge wie Unterhaltung, Shopping oder das Pflegen von Freundschaften geht – bei wirklich ernsten Angelegenheiten läuft der Kommunikationsprozess oftmals so aber ab wie vor 30 Jahren. Für Ummeldungen der Adresse ist der Gang aufs Amt noch genauso obligatorisch wie für chronisch Kranke der Weg zum Arzt für das immer gleiche Rezept. Laut einer US-Umfrage des „Center for Studying Health System Change“ stehen gerade einmal 6,5 Prozent der amerikanischen Ärzte in regulärem E-Mail-Kontakt mit ihren Patientinnen und Patienten. Immerhin, möchte man fast sagen. Denn selbst der gute alte Brief hat noch lange nicht ausgedient – „wir brauchen von Ihnen eine Unterschrift.“

Doch die Axa-Versicherung wagt nun einen Schritt nach vorne. Eine eigene iPhone-App soll ihren Kfz-Kunden bei Unfällen hilfreich zur Seite stehen:

Und als wäre das nicht lobenswert genug, wird die frohe Botschaft in Belgien auch noch in Form einer brillanten Werbeidee überbracht:

Ob die App hält was sie verspricht, wird sich freilich noch weisen müssen. Das Werbekonzept der Antwerpener Agentur Duval Guillaume scheint jedenfalls bestens anzukommen: Alleine dieses Video wurde auf YouTube nach rund zwei Wochen über 110.000 mal angesehen. Mit der Aussage, hierbei handle es sich um eine „i-Ad“, könnte der Spot allerdings für ein bisschen Verwirrung sorgen.

Die Kampagne ist nicht Teil von Apples iAd-Plattform. Doch um die scheint es derzeit ohnehin nicht gut bestellt zu sein. Nach Chanel hat laut dem Wirtschaftsportal Business Insider nun auch der Sportartikelriese Adidas eine Kampagne zurückgezogen. Kritisiert werden unter anderem die hohen Kosten, langsame Umsetzung fehlende Transparenz und – höflich ausgedrückt –, die Neigung Apples, Kontrolle nicht allzu leichtfertig aus der Hand zu geben.

Quellen:
http://adhunt.blogspot.com
http://www.hschange.com
http://www.zeit.de
http://www.youtube.com/DuvalGuillaume (Screenshot)

Durex Baby simuliert Vatergefühle

Monday, June 7th, 2010

Mal ehrlich, Kondome sind für junge Männer oft eine Art “Wehrmutstropfen” – wie bringt man sie also dazu, sie trotzdem zu benutzen? Auch wenn man als aufgeklärter, vernünftiger Mensch diese Einstellung nur bedingt teilen kann, so fragen sich das zumindest die “Macher” der Durex Baby iPhone App. Weiter: Was ist das beste Argument, um sich ein Kondom überzuziehen? Angst vor einer Geschlechtskrankheit etwa? Leider nein, das lässt sich ja mit einem Gang zum Arzt in den meisten Fällen schnell wieder regeln (sic!).  Anders sieht es aus, wenn einen das Mädchen von neulich Nacht mit den Worten “ich bin schwanger” empfängt – gut, dafür gäbe es womöglich auch eine Lösung, aber darauf kommt es den Machern im folgenden Video nicht an:

Mit “Durex Baby” und der Befruchtung via Bluetooth soll Männern also gezeigt werden, was es heißt, Vater zu sein. Ähnlich wie bei einem Tamagotchi muss das virtuelle Kind gefüttert werden, verlangt nach dem Schnuller oder einer frischen Windel. Via facebook Connect erfährt auch der Freundes- und Bekanntenkreis vom Elternglück und wichtige Ereignisse, wie der Geburtstag oder erste Schultag des Kindes, werden praktischerweise auch gleich in den Kalender eingetragen. Der Clou: Beim Schließen der App erscheint das Durex Logo. Kauft Mann sich in der Folge eine Packung Kondome und scannt den QR Code auf der Rückseite mit seinem iPhone, so installiert sich die Durex Anti-Baby App, die vor weiteren “Überraschungen” schützt und sich wie ein virtuelles Kondom über den Bildschirm ziehen lässt. Klingt strange?

Ist es auch, denn bei “Durex Baby” handelt es sich nicht um eine reale Applikation des Kondomherstellers, sondern um eine Konzepteinreichung für den Future Lions Wettbewerb beim Werbefestival in Cannes. Credits: AKQA / Nicolai Villads (Art Director), Peter Ammentorp, Raul Montenegro (Interactive Designer).

Übrigens: Kondome, egal welcher Marke, schützen auch vor HIV/AIDS – einer Krankheit, mit der sich täglich 1-2 Personen in Österreich anstecken. Um ein Zeichen gegen die tödliche Immunschwächekrankheit zu setzen, marschiert Philippe seit nun einer Woche zu Fuß durch Österreich und berichtet über seine Erlebnisse auf der facebook Fanpage. Sollten Sie ihn unterwegs treffen, kaufen Sie ihm doch ein Red Ribbon ab und unterstützen damit die Organisation AIDS LIFE, deren Aktionen widerum direkt den Betroffenen zugute kommen.

Quelle:
culture-buzz.com

Soziale Bauklötze

Friday, January 22nd, 2010

Der Baustein-Riese Lego will nun auch im Web zum kreativen Werken animieren. Auf Lego Click können Fans und Kreative ihre Ideen für neue Produktlinien präsentieren. Auch auf Facebook und Twitter sowie mit einer iPhone App wollen die Dänen punkten.

Lego Click

Am Anfang war Lego – und das gilt mittlerweile seit Generationen. Bereits seit Generationen halten sich die streng normierten dänischen Bauklötzchen beharrlich in den Kinderzimmern. 19 Milliarden Steinchen produziert Lego im Jahr, das sind durchschnittlich rund 36.000 pro Minute.

Ein Grund für die lange Erfolgsgeschichte von Lego war, dass sich der Konzern niemals auf seinen Lorbeeren ausgeruht hat, sondern stets kreative Weiterentwicklungen forcierte. 1966 führte Lego seine Modelleisenbahn ein, 1974 erblickte das erste Lego-Männchen das Licht der Welt, bald danach kam Lego Technic. Es  folgten zahlreiche Themen-Sets, wie etwa die berühmte Ritterburg, und sogar Lego Computerspiele.

Was läge da näher, als dass der Klötzchenhersteller anno 2010 auf Social Media setzt? Genau das macht Lego nun:

Lego Click ist eine digitale Spielwiese, auf der sich Erfinder, Fans, Künstler und Kreative so richtig austoben können. Was sie dort machen können? Auf Lego Click können sie Ideen und Visionen über  neue Produkte präsentieren. Freilich ist das noch nicht alles.

Mit Hilfe einer neuen iPhone-App namens LEGO Photo kann man sich Bilder im Bausteinchen-Stil darstellen lassen. Auch Twitter und Facebook hat Lego für sich entdeckt: @legoclick präsentiert Posts von und Medienberichte über Lego Click, auch einen eigenen Hashtag hat man sich zugelegt. Ausgewählte #legoclick-Tweets von beliebigen Twitter-Usern werden sogar auf der Webseite dargestellt.

Lego Click

Die Reaktionen auf Legos neues Projekt sind bislang durchwegs positiv. „Pretty cool“ findet etwa Mashable.com. Ein anderes Blog  hebt lobend hervor, dass Legos Onlinekonzept auch insofern stimmig ist, weil es mit dem Spielen von Bauklötzen durchaus vergleichbar ist. Auch Lego spielen weckt den Wunsch nach sozialer Anerkennung: „Schau mal, was ich gemacht habe“ – ein Effekt, von dem schließlich auch soziale Netzwerke zu einem Gutteil zehren.

Ob Lego Click sich wirklich zum ganz großen Hit mausern wird, wird schließlich davon abhängen, ob Lego tatsächlich Ideen der Community in eine zukünftige Produktlinie einfließen lassen wird. Bis dahin gibt Lego seinen Fans schlicht und einfach das, was sie wünschen – Werkzeuge, um ihre Fantasie abzubilden. Dieses Konzept funktioniert immerhin schon seit Jahrzehnten.

Quellen:
http://threeminds.organic.com
http://mashable.com
http://www.legoclick.com

T-Mobile goes facebook

Thursday, January 21st, 2010

Im vergangenen Jahr hat T-Mobile mit mehreren beeindruckenden Buzz Kampagnen – bspw. dem Rosenregen am Wiener Graben oder dem Sing-a-long in London – lautstark von sich hören lassen. Aber auch 2010 kann sich sehen lassen, so startet der Mobilfunkanbieter mit einer gelungenen Kampagne auf facebook seine Social Media Aktivitäten.

Was wäre, wenn Sie jederzeit wissen könnten, wo Sie am günstigsten tanken, in 20 Minuten Pasta à la Jamie Oliver zaubern oder auf Ihrem Handy keine Lieblingsserie mehr verpassen? T-Mobile will’s wissen und verlost unter allen Teilnehmern der facebook-Applikation “Was wäre wenn?” wöchentlich ein iPhone 3GS.

Die Aktivitäten auf facebook mit den beiden Smartphone-Freaks MJ Lina und Leo Smart begleitet die klassische Werbekampagne rund um iPhone Applikationen. Jede Woche stellen MJ Lina und Leo Smart abwechselnd ihre liebsten iPhone Applikationen vor und laden facebook-User ein, am Gewinnspiel mitzumachen. Aus den kreativsten und witzigsten Ideen wird dann jeweils Donnerstag, 18:00 Uhr, der oder die Gewinner(in) ermittelt.

Was wäre, wenn...

Die Applikation “Was wäre wenn?” sowie die Canvas Page sind fein gemacht, neben einer Vorstellung von MJ Lina und Leo Smart (die natürlich auch auf facebook vertreten sind und von ihrem, vor allem durch ihr iPhone geprägten, Alltag erzählen) wird die Applikation der Woche vorgestellt und im Live-Stream können die Antworten der Gewinnspielteilnehmer nachgelesen werden.

Parallel zur aktuellen Kampagne versorgt T-Mobile Austria seine Fans auf der Fanpage natürlich auch mit Informationen, Tipps, aktuellen Angeboten und Antworten auf Fragen rund um die Welt von T-Mobile.

T-Mobile facebook-Fanpage

Sie wollen auch ein Fan von T-Mobile und Freunde von MJ Lina und Leo Smart auf facebook werden? Nachfolgend finden Sie alle Links rund um T-Mobile auf facebook! Viel Spaß und natürlich viel Erfolg beim gewinnen! ;-)

T-Mobile facebook-Fanpage
T-Mobile Gewinnspiel
MJane Lina Smart
MJ Leo Smart