Mit etwas Verzögerung bringt Apple seine Werbeplattform iAd nach Europa. Doch trotz der zum Teil beeindruckenden technischen Umsetzung werden die Zukunftsaussichten von iAd eher skeptisch gesehen.

Nun ist es soweit, Apples interaktive Werbeplattform iAd hat den Sprung über den Teich geschafft und startet in Europa: Erst in Frankreich und in Großbritannien, ab Januar werden sich auch in Deutschland Apple-User von der App-Werbung ein Bild machen können – bzw. müssen. Unter den ersten Werbern finden sich prominente Namen wie L’Oréal, Unilever, LG Display, Louis Vuitton, Nespresso und Renault.
Renault kann dabei bereits auf die Erfahrungen seines Allianzpartners Nissan zurückgreifen. Nissan hat unter anderem mit der iAd für sein Elektromodell Leaf bereits für Aufmerksamkeit gesorgt – ein Weg, den Renault in ganz ähnlicher Weise beschreiten möchte.
„Twizy“ heißt das Auto, das die Franzosen auf diesem Weg bewerben wollen. Die Rechnung für den nonkonformistischen Zweisitzer mit Elektroantrieb ist einfach: iPhone und iPad-User sind Menschen mit einer Affinität für technische Innovationen und sollten daher für eine neue Generation von Autos offener sein, die bestenfalls noch im Early-Adopter-Stadium steckt. Passend dazu hat Renault eine eigene App namens „Plug Quest“ entwickelt, die die Suche nach Ladestationen erheblich erleichtern sollte. Die Fahrerinnen und Fahrer der neuen Elektromodelle werden sie zumindest anfangs gut gebrauchen können.
Das kann jedoch freilich nicht die Probleme überdecken, die der Werbeplattform nach wie vor innewohnen – hohe Preise (eine Million Dollar Untergrenze), strenge Vorgaben von Seiten Apples und lange Entwicklungszeiten. Selbst der Europastart von iAd musste zweimal verschoben werden. Auch der Rückzug von großen Werbekunden wie Adidas und Chanel war dem Image von iAd alles andere als zuträglich.
Laut der Analystin Karsten Weide wird Apple in den USA 2010 mit seinen Mobile Ads 105 Millionen Dollar verdienen, schreibt die Financial Times, während Google mit Such- und Anzeigenwerbungen 400 Millionen Dollar lukriert. In fünf bis zehn Jahren, so glaubt Weide, „werden Android und möglicherweise andere Apple zerquetschen“.
Das ändert freilich nichts daran, dass sich manche iAds wirklich mehr als nur sehen lassen können, wie etwa jene für den Nissan Juke. Wenn „das nicht die derzeit beste iAd-Kampagne ist“, zeigt man sich bei digitalbuzzblog.com begeistert, dann ist es zumindest „das beste iAd Demovideo ever“:
Quellen:
http://www.appleinsider.com
http://www.tuaw.com
http://www.ft.com
http://www.digitalbuzzblog.com
http://www.youtube.com/nissanusa (Screenshot)
























