VW und die Fun Theory

VW startete mit der Initiative „BlueMotion“ ein nachhaltiges Projekt das auf Mensch und Umwelt einen positiven Effekt hat. Hinter der BlueMotion Kampagne steckt die gleichnamige Technologie welche Einsparnisse im Treibstoffverbrauch ermöglicht. Dabei ist es gar nicht unbedingt das Produkt, also das Auto, über das gesprochen wird. Es ist eine ausgesprochen komplette Kampagne, die für Aufsehen sorgt und die Bedeutung und den Erfolg gutem Nachhaltigkeitsmanagements erst richtig aufzeigt. Statt also eine riesige Kampagne zu dieser neuartigen, umweltfreundlichen Technologie zu gestalten, hat sich das VW Marketing mit der Werbeagentur DDB Stockholm zusammengeschlossen und eine Theory begründet. Die Fun Theory.

Diese besagt, dass es möglich wäre, das Verhalten der Menschen zum Positiven zu ändern indem man bei alltäglichen Aktivitäten einfach die Komponente „Spaß“ hinzufügt. Im Klartext: Wenn notwendige Routinetätigkeiten oder unumgehbare alltäglich anfallende Tätigkeiten Spaß machen würden, würden Leute diese mit Freude verrichten und viel eher einen Beitrag für die Gesellschaft leisten. Im Mittelpunkt steht dabei also die Frage, bei welchen Aktivitäten man den Leuten in welcher Form Spaß vermitteln könnte.

Am Beispiel Stiegen statt Rolltreppen benutzen:

Am Beispiel Müllentsorgen:

Am Beispiel gerechte Glasentsorgung:

Nachweislich konnte durch minimalen Mitteleinsatz der Häufigkeit der ausgeführten Tätigkeiten stark erhöht werden. Damit konnte die Fun Theory schon mal verifiziert werden. Im nächsten Schritt der Kampagne wollte VW die Leute dazu bringen, selbst einen Mehrwert für die Gesellschaft durch die Einbringung eigener Ideen schaffen. Zur Fun Theory wurde ein Blog erstellt, der die Interaktion zwischen Usern und VW ermöglichen soll. In Form eines Awards, des Fun Theory Awards, wurden die besten Ideen ausgezeichnet. Die Ideen, die Beteiligung und der Erfolg der Kampagne waren überwältigend.

Ganz oben im Ranking findet man die Lösungsansätze zur Müllbeseitigung nach Straßenparties…

…wie Zimmer aufräumen Spaß machen könnte…

…wie man Leute dazu bringen könnte, die Fußmatten regelmäßig zu benutzen…

…oder wie Leute endlich einmal die Tempolimits einhalten könnten. Kevin Richardson, der Gewinner des Fun Theory Awards, spielte sich mit der Idee der Tempolotterie in die Herzen der Jury .

Über 700 Ideen wurden präsentiert, womit VW eindrucksvoll beweist, dass einen Mehrwert für die Gesellschaft zu schaffen keine lästige Pflicht sondern eine lustige, kreative Kleinigkeit sowie eine innovative Freiwilligkeit ist. Bloß ganz dezent wird im Blog auf die „BlueMotion“ Technologie und die neuen Fahrzeuge von VW hingewiesen. Die Kampagne scheint daher beinahe eine eigenständige Imagekampagne für Volkswagen zu sein. Die Leute zum Sprechen zu bringen, das haben schon viele Unternehmen geschafft. Die Leute aktiv zum nachhaltigen Denken und zur Schaffung eines Beitrages für die Gesellschaft zu animieren, jedoch kaum.

VW’s Fun Theory ist daher eine unglaublich faszinierende und gelungene Kampagne, die zu Recht in Cannes einen Cyber Grand Prix für beispiellose „unsichtbare Technologie“ und „Real Time Interaktion“ erhalten hat.

Gefunden auf:
volkswagen.de
mashable.com
blissblog.de
viralblog.com
adflash.eu