Fifteen Seconds Festival 2017 – Ein Rückblick

Inspiration, Networking und eine Mischung aus Wissenstransfer und Unterhaltung – dafür ist das Fifteen Seconds Festival bekannt. Gemeinsam mit über 4.000 Teilnehmern besuchte ambuzzador auch dieses Jahr wieder das Event in der Stadthalle Graz. Von uns gibt es einen Rückblick.

Warum dieses Festival so eine Anziehungskraft für neugierige Marketing-Geister hat und 2017 einen überragenden Besucherrekord verzeichnen konnte, ist klar: Mehr als nur Wissen wird in der Grazer Stadthalle vermittelt.  Mit einer großen Auswahl an Diskussionen, internationalen Keynotes, Workshops, Unterhaltungen im Expo Bereich mit mehr als 100 Ausstellern plus einem obligatorischen Food Market war das Programm dicht gefüllt.

Leinen los!

„Im Aufbruch“, so würden wir die Stimmung auf dem Festival bezeichnen. Dieses Jahr lag der inhaltliche Fokus ganz klar auf Startups und dem Thema, wie ich mich als Marke differenzieren kann.  Und darauf springen neben neuen Unternehmern natürlich auch eingefleischte Marketing-Experten an, die ihre bereits etablierten Marken voranbringen möchten. Wird doch oft gesagt, man solle sich das Startup-Feeling in das Unternehmen oder Agentur holen, um Mitarbeiter mit frischem Wind wachzurütteln.

Dieser frische Wind war zumeist ein seichtes Lüfterl. Die Vorträge waren oft leider schlichtweg inhaltslos oder selbstlobende Präsentationen von Case Studies. Inspiration fand man selten. Häufig wurde nur oberflächlich das komplexe Themen  Markendifferenzierung und Impact generieren angesprochen. Content und Relevanz regieren, es ist unumgänglich, seine Zielgruppen zu kennen – das waren die Buzz Inhalte des Festivals. Aber wirklich erklären, wie man sich in diesen Bereichen von seiner Konkurrenz abheben kann – abseits der allgemeinen Marketing-Standards – konnte kaum einer der zahlreichen Speaker.

Unsere drei Highlights:

Neben einem sehr durchwachsenden Vortragsprogramm gab es auch Lichtblicke. Hier unsere drei besten Talks:

Michael Kräftner CELUM CEO

Michael Kräftner warf seinen Vortrag über Bord und erzählte über seinen persönlichen Werdegang, mit allen Höhen und Tiefen. Zwei Aussagen über Unternehmungsführung blieben uns dabei im Gedächtnis:

  • Sometimes you should be bold and maybe crazy, as long as you keep your initial mission in mind.
  • There are things that you cannot plan or influence, but always react swiftly.

Sebastian Bertling, Social Media Project Manager Merceds Benz

Mit 400.000 bis 700.000 Views per Story sind Instagram-Stories der Nummer 1 Lead Generator für Mercedes Benz. Sebastian Bertling gab einen spannenden Einblick in die Instagram-Strategie des Autobauers. Interessanter Insight: Das Social Media Team von Mercedes Benz wertet nicht nur Likes und Shares, sondern auch Emojis aus. So konnten sie u.a. feststellen, dass das Kamera-Emoji  bei ihrer Community beliebter ist als das Feuer-Emoji.

Håkan Nordkvist, Head of Sustainability Innovation Ikea

“Instead of thinking outside the box, get rid of the box” lautet die Devise von Håkan Nordkvist. Nachhaltigkeit hat auch im Großunternehmen IKEA einen hohen Stellenwert. So fragt sich Nordkvist immer, ob das Unternehmen auch einen positiven Impact auf die Produkte, Prozesse und für den Kunden hat. Kommt es sowohl dem Unternehmen, als auch dem Kunden gleichsam zugute? IKEA plant nun günstige, hochwertige und einfache Solaranlagen zu entwickeln und zu verkaufen. In der Schweiz sind diese bereits erhältlich.

Unser Fazit:

Das diesjährige Fifteen Seconds Festival war unterhaltsam, inhaltlich bis auf ein paar Außnahmen wenig überzeugend. Die junge Zielgruppe schien nur eines zu interessieren: die Gründung eines eigenen Unternehmens. Was auf dem Festival gar nicht angesprochen wurde, war wie ich mich als etabliertes Unternehmen innovativ weiterentwickelt kann, um nicht unterzugehen. Sven Wiesner, CEO von Havas Beepop, gab wohl das passendste Statement zu dem Unternehmungsgründungswahn auf dem Festival: „Everybody should just chill.“