Eating is social: Das perfekte Paar

Lebensmittelfotos zu posten ist wie zu Architektur zu tanzen – könnte man glauben. Doch eine Infografik zeigt: Essen und Social Communities sind das perfekte Paar.

„Eating is social. But when you diet, you diet alone“, stöhnte vor 28 Jahren der damals noch vergleichsweise junge Comic-Kater Garfield. Seine Beobachtung spiegelt sich heute auch im Social Web wieder: Essen wird gerne mit Freunden geteilt – oder zumindest mitgeteilt. Das ist weit weniger erstaunlich, als es klingt. Seit Urzeiten ist das gemeinsame Mahl die Belohnung für gemeinschaftliche Tätigkeiten, sei es die Jagd oder die Ernte. Laut dem Anthropologen und Verhaltensforscher Michael Tomasello gehört die gemeinsame Nahrungsbeschaffung zu den Hauptgründen, weshalb der Mensch überhaupt kommuniziert. Wen wundert es da, dass das Bedürfnis groß ist, sich in Social Communities über Mahlzeiten auszutauschen?

Allem Anschein nach sind Essen und Social Media das perfekte Paar. Flowtown hat in Zusammenarbeit mit Column Five das bislang unterschätzte Phänomen in einer sehenswerten Infografik zusammengefasst. Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Knapp die Hälfte der befragten Konsumenten beziehen Informationen über Essen aus sozialen Netzwerken. Neun Prozent haben im vergangenen Jahr eine mobile App dazu heruntergeladen.

Pinterest prädestiniert für das Thema Essen

Besonders deutlich wird der Community-Faktor des Themas Essen auf Pinterest sichtbar: Wer Repins anstrebt, sollte auf Food-Content setzen, so das Ergebnis einer Analyse von Dan Zarrella. Ganz oben auf der Hitliste der am meisten geteilten Pins stehen nämlich Schlagworte wie „Rezepte“, „Hühnchen“, „backen“, „Kuchen“ und „Käse“. Doch wer glaubt, dass das daran liegt, dass auf Pinterest ohnehin fast ausschließlich Fotos von Torten und Keksen kursieren würden, täuscht sich: Insgesamt liegt das Thema Essen bloß auf Platz 13. Bilder aus den Bereichen Liebe und Haushalt werden weit öfter gepinnt, aber viel seltener geteilt.

Natürlich ließe sich einwenden, dass Essen einfach ein fundamentales Thema sei, das auch andere Medienkanäle dominiert: Kochbücher gehören zu den wichtigsten Segmenten des Buchmarkts überhaupt und auch Kochshows sind ein ewiger Dauerbrenner des Fernsehens. Doch dafür, dass Social Communities und das Thema Essen besonders gut zusammenpassen, sprechen auch ganz banale Zusammenhänge: 29 Prozent aller US-Social-Media-User befinden sich auf sozialen Netzwerken, wenn sie zuhause essen und trinken. Essen sie auswärts, sind es immerhin noch 19 Prozent. Bei 18-32-jährigen sind es sogar 47 Prozent, die sich während des Essens dem Lesen und Schreiben von Kurznachrichten widmen.

Dass mittlerweile mehr Menschen Informationen zum Thema Essen online als offline einholen, ist wenig überraschend. Der Trend, dass immer mehr Menschen Fotos von ihren Speisen auf Social Communities verbreiten, war hingegen weit schwieriger vorherzusehen. Vor allem Bilder von Hauptmahlzeiten schaffen es ins Social Web, Snacks haben hier eindeutig das Nachsehen – was wohl daran liegt, dass die Zubereitung großer Gerichte mehr Liebe und Mühe erfordert.

Dine and Dish: Are Social Media and Food the Perfect Pairing?
Flowtown – Social Media Marketing Application

Quellen:
http://www.flowtown.com/blog
http://danzarrella.com