App verwandelt Facebook in Pinterest

Eine neue Studie stellt der Facebook-Timeline ein ambivalentes Zeugnis aus. Die App PinView zeigt nun eine spannende Alternative auf: Facebook im Pinterest-Layout.

PinView verpasst Facebook Pinterest-Layout

Mit Facebooks Umstellung auf das Timeline-Format wurde wieder einmal deutlich: Wie das optimale Social-Media-Interface auszusehen hat, ist keineswegs in Stein gemeißelt. Für ein Milliardenunternehmen wie Facebook stellt diese Frage keineswegs eine reine Geschmacks- und Gewohnheitssache dar. Welche Darstellung erhöht die Verweildauer der User? Welche das Engagement? Und wie kommen Werbepartner zu mehr Likes?

Fragen wie diese sind für den kommerziellen Erfolg naturgemäß von größter Bedeutung. In diesem Licht betrachtet war die Einführung der Timeline ein möglicherweise notwendiger, aber gleichzeitig auch gewagter Schritt.

Ambivalentes Zeugnis für Timeline

The medium ist the message – und die Message, die von der Timeline ausgeht, lautet offenbar: Brandpages sind eher ein Push-Medium als ein Kommunikationskanal – zumindest im Vergleich zum vergangenen Layout, so das Ergebnis einer Wildfire Interactive-Analyse von 67 Brands laut eines Berichts von Mashable. Zwar ist die durchschnittliche Anzahl der Likes um 22 Prozent pro Post gestiegen und der PTAT-Wert („People Talking About This“) sogar um 25 Prozent, doch die Anzahl der Kommentare ging im Schnitt um 6,5 Prozent zurück.

Zudem hat sich mit dem Launch der Timeline besonders bei großen Marken das Fan-Wachstum etwas abgeflacht. Brandpages mit mehr als einer Million Fans sie davon sogar doppelt so stark betroffen wie kleinere Facebook-Pages.

Damit fällt die Analyse von Wildfire Interactive nicht ganz so positiv aus wie jene von Simply Measured Ende März. Simply Measured hatte bei der Untersuchung von 15 Brandpages ein deutlich optimistischeres Bild von den Auswirkungen der neuen Facebook-Timeline gezeichnet.

Die nicht ganz ungetrübt-positive Entwicklung könnte eine simple Ursache haben: Durch die visuelle Betonung auf Eye-Candies sei es schwieriger geworden, andere User-Kommentare zu sehen – sowohl auf der Pinnwand als auch auf der Timeline. Das vermutet jedenfalls Wildfire-CEO Victoria Ransom. Könnte es daher sein, dass das ideale Interface für eine Social Community ganz woanders zu suchen ist?

Pinterest-Layout für Facebook

Diese Frage haben sich offenbar die Entwickler von PinView gestellt. Wie der Name bereits verrät handelt es sich bei PinView um eine neue App, die Facebook nach dem Vorbild von Pinterest darstellt. Die Vorteile werden bei der Installation unverzüglich deutlich: Während Facebooks vertikale Ausrichtung jede Menge weißen Raum zur Darstellung von Content ungenützt lässt, bedient sich PinViews Grid-Format der gesamten Breite moderner Flachbildschirme.

Rasch drängt sich die Frage auf, warum Facebook nicht selbst auf die Idee gekommen ist. Der Siegeszug von Pinterest, die bereits drittgrößte Social Community der USA, würde jedenfalls für eine Annäherung an das Pinterest-Layout sprechen. Ein einfacher Vergleich verdeutlicht das Potenzial der Community: Während auf Twitter bloß 1,4 Prozent aller Tweets einen Retweet ernten, erhalten 80 Prozent aller Pins einen Repin.

Es wäre daher durchaus denkbar, dass Facebook den von PinView angedeuteten Weg eines Tages selbst beschreiten könnte. PinView ähnelt in seiner Erscheinung stark an Friendsheet, eine Facebook-App, die im Januar online gegangen ist und sich bereits über 43.000 Fans erfreut. Ein Like dürfte die Friendsheet-Entwickler ganz besonders gefreut haben: Jenes von niemand geringerem als von Facebook-CEO Mark Zuckerberg.

Quellen:
http://mashable.com
http://www.flowtown.com
https://apps.facebook.com/pinviewer (Screenshot)