Wir befinden uns am Absprung in die vernetzte Gesellschaft – und das wird vieles ändern. Diese These vertritt die soeben erschienene Web-Doku „On the Brink“.
57 Prozent kommunizieren mehr online als offline, 48 Prozent der 18-34-jährigen checken in der Früh als erstes, was sich auf Facebook getan hat, und eines von sechs verheirateten Paaren haben sich im Web kennengelernt. Diese beeindruckenden Zahlen sind jedoch erst der Anfang. Wir befinden uns gerade am Absprung in die vernetzte Gesellschaft und es ist abzusehen, dass kein Stein am anderen bleiben wird. Das ist die These der soeben erschienen Web-Doku „On the Brink“.
On the Brink of a Networked Society
Die 21-minütige Web-Doku von Ericsson beleuchtet die Veränderungen der vergangenen zehn Jahre und wagt mit zahlreichen Experten einen Blick in die Zukunft. „Es gab keinen Zeitpunkt in der Geschichte, in der es einen so raschen Wandel gegeben hat“, erläutert der Internet-Philosoph David Weinberger. Es handle sich um eine Zeit, die es dem Menschen ermöglicht, mehr so zu sein, wie er wirklich ist. Damit sei die optimistischste Sicht gleichzeitig auch die pessimistischste, mahnt Weinberger.
Positiver sieht das der Unternehmer Ola Ahlvarsson: „Zum ersten Mal überhaupt sind die Dinge miteinander intelligent vernetzt und mächtig. Wir sehen gerade erst den Anfang der vernetzten Gesellschaft“. Denn, so Ahlvarsson in „On the Brink“: „Wir sind die letzte Generation, die in einer dummen Gesellschaft aufgewachsen ist, in der die Dinge einfältig und uninteressant waren.“ Ähnlich optimistisch äußert sich auch Wired-UK-Chefredakteur David Rowan, indem er beispielsweise an Online-Bildungseinrichtungen wie die Kahn-Academy oder die TED-Konferenzen erinnert: „Jeder hat Zugang zu diesem fantastischen Bereich des Wissens.“
Vernetztes Business
„On the Brink“ spricht dabei natürlich auch die ökonomischen Aspekte an, die die vernetzte Gesellschaft mit sich bringt. So seien Bauern nicht mehr auf Zwischenhändler angewiesen, meint David Rowan, erstmals könnten sie nun die Weltmarktpreise ihrer Früchte selbst in Echtzeit mitverfolgen: „Plötzlich kann jeder den Endverbraucher mittels Mobiltelefon erreichen. Es gibt fantastische Wege, mit denen traditionelle Strukturen umgangen werden können“.
Abgesehen von den Umwälzungen im klassischen Handel seien ganz neue Geschäftsfelder entstanden, wie die Stockholmer Wirtschafts-Professorin Robin Teigland in der Web-Doku anhand virtueller Güter ausführt: „Ich sehe virtuelle Güter nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zu unserem täglichen Leben. Wenn Sie sich den Aufstieg von virtuellen Gütern ansehen, die Menge an Geld, die in virtuelle Güter investiert wird – vor wenigen Jahren gab es dafür nicht einmal ein Markt!“
Was wird die Zukunft also bringen? Wir wissen es nicht, meint David Weinberger. Das einzige, das sicher zu sein scheint, ist der Wandel, wenn man der Argumentation der Web-Doku folgt. Denn, so Ola Ahlvarsson: „In den nächsten 10 Jahren wird sich mehr verändern als in den vergangenen 50 Jahren.“
Die Thesen über die vernetzte Gesellschaft muss man nicht teilen. Sehenswert ist „On the Brink“ jedoch allemal.
Quelle:
http://www.youtube.com/ericssonmultimedia (inklusive Screenshot)






















