Obwohl noch in der Betaphase, erntet Google+ schon jetzt jede Menge positives Feedback. Doch wird das reichen, um Facebook User abzuluchsen?

Was immer man auch davon halten mag, an Aufmerksamkeit mangelt es Google+ sicher nicht. Befragt nach seinem eben erst präsentierten sozialen Netzwerk spuckt der Suchmaschinen-Riese bereits jetzt Millionen von Treffern aus. Das Einschätzung fällt einhellig aus: Google+ bzw. Google Plus ist Googles lange erwartete Antwort auf Facebook.
Das Grundkonzept ist somit nicht gerade revolutionär, doch immerhin hinterlässt die Umsetzung einen Eindruck, den man durchaus als erfrischend bezeichnen kann. Zumindest mit der Idee, sich statt Gruppen sogenannter „Circles“ zu bedienen, hat sich Google ein Lob in Sachen intuitiver Bedienung redlich verdient.
Als besonderes Schmankerl hat man sich in Mountain View zudem einen browserbasierten Videochat namens „Hangouts“ einfallen lassen. „Lassen Sie Ihre Freunde wissen, dass Sie im Hangout sind, und lassen Sie sich überraschen, wer vorbeischaut“, bewirbt Google seine Funktion und versichert: „Noch nicht ganz so gut wie Beamen, aber fast!“ Mit „Sparks“ macht Google sogar seinen eigenen Diensten News und Alerts Konkurrenz: „Es sucht nach Videos und Artikeln, die Ihnen gefallen könnten, sodass Sie immer etwas zum Anschauen, Lesen oder Teilen haben.“
Technisch scheint Google+ bereits jetzt viele Erst-User überzeugt zu haben – obwohl das „Projekt“ (wie Google es derzeit noch vorsichtig nennt) nach wie vor in der Betaphase steckt. Eine andere Frage ist jedoch, ob es gelingen wird, eine relevante Anzahl an Nutzern zu Google+ zu locken. Darüber lässt sich nur spekulieren und wenig überraschend ist das auch jener Punkt, wo sich die Geister scheiden.
„Googles Welt ist eine reichhaltige, wenngleich zersplitterte Ansammlung interessanter Orte“, gibt etwa derStandard.at-Redakteur Zsolt Wilhelm zu bedenken. Diese „Orte“ würden zwar von Web-Usern geschätzt werden, trotzdem „verbringen sie ihre Zeit nun vorrangig im Paralleluniversum Mark Zuckerbergs.“ Dieses „Absurdum“ könnte Google+ jetzt aus der Welt schaffen und die „erhoffte Völkerwanderung“ zum „realistischen Unterfangen“ werden.
Ganz anders sieht das Maik Söhler von der Taz. Zwar sei Google+ ein „grundsolides Netzwerk“, bis auf die Videochatfunktion biete es aber bloß das, „was die Konkurrenz auch kann“. Seiner Meinung nach bräuchten nur Spezialisten weitere Netzwerke, denn „nur Freaks fühlen sich permanent untervernetzt. Ansonsten ist der Markt gesättigt.“
Auf Kai Biermann von Zeit Online macht das Google-Netzwerk hingegen einen durchaus erfolgsversprechenden Eindruck. „Doch gibt es auch eine Funktion, die Facebook kennt und Google nicht, die ‚Seiten‘. Facebook hat das Problem, dass nicht jeder ein Freund ist, letztlich durch die Einführung dieser ‚Seiten‘ gelöst.“ Diese Seiten „haben sich für Facebook zu einem Erfolg entwickelt, da sie vor allem eine Werbeplattform für Firmen und Projekte darstellen.“ Google+ mache bislang jedoch nicht den Eindruck, „an Firmen und große Projekte“ zu denken. Auch seien die meisten Google-Dienste noch nicht in „+“ integriert.
Freilich: Was noch nicht ist, kann ja noch werden. Ganz gleichgültig scheint jedenfalls auch Mark Zuckerberg der Hype um Google+ nicht zu sein: Vor Journalisten kündigte er nun an, Facebook werde kommende Woche „etwas Fantastisches“ starten.
Quellen:
https://plus.google.com
http://derstandard.at
http://www.taz.de
http://www.zeit.de
http://t3n.de
https://www.google.com (Screenshot)
Tags: Google, Google Plus - Gepostet von Rafael Buchegger






















