Statusupdates dürfen auf Twitter maximal 140 Zeichen lang sein, doch meistens sind sie kürzer. Die Kampagne „Fair Tweets“ macht mit dieser Verschwendung Schluss – und füllt die nicht benötigten Zeichen mit Werbung für Fair Trade.

Es gab einen kurzen Moment, da sah es beinahe so aus, als würde die Grundidee von Twitter auf der Kippe stehen. Das war jener Moment, als Tweetdeck deck.ly präsentierte, jenes Service, das es ermöglicht, Tweets jenseits der 140-Zeichen-Grenze zu schreiben. Dienste wie TwitLonger und XLTweet gab es zwar bereits vorher, doch erstmals konnten User nun bequem von ihrem Lieblings-Twitter-Client aus ihren Gedanken freien Lauf lassen, ohne sich um die Zeichenbegrenzung des Microblogging-Netzwerks kümmern zu müssen. Die kurzzeitige Euphorie verflog rasch – viele User fühlten sich von den barocken Traktaten genervt, die in ihren Timelines Einzug gehalten hatten. Heute sind Tweets mit mehr als 140 Zeichen wieder die Ausnahme.
Freilich: Das Bedürfnis, die „magische Barriere“ gelegentlich zu durchbrechen, gibt es zweifellos. Doch die Verteilung von Tweets nach der Länge ihrer Zeichen ergibt ein höchst zwiespältiges Bild: Zwar kommen laut einem Bericht von Hubspot Tweets mit der Länge von genau 140 Zeichen ungleich häufiger vor als Twitter-Updates mit einer beliebigen anderen Zeichenlänge, doch den eigentlichen Bauch der Verteilungskurve machen 30-80 Zeichen lange Tweets aus. Das bedeutet, dass etwa Tweets mit 120 Zeichen seltener abgeschickt werden als Tweets mit nur 50 Zeichen.

Wie die Kurve zeigt, werden bei vielen Twitter-Updates die zur Verfügung stehenden Zeichen nicht ausgenützt. Ein brachliegendes Potenzial, das man eigentlich für etwas Sinnvolles verwenden könnte. Zum Glück gibt es nun eine Twitter-App, mit der man dieser dekadenten Verschwendung ein Ende bereiten kann.
Mit der Kampagne „Fair Tweets“ will der US-amerikanische Speiseeishersteller Ben & Jerry’s auf den World Fair Trade Day am 14. Mai aufmerksam machen. Das Prinzip dahinter ist einfach: Nützt man beim Schreiben eines Tweets das Interface auf www.fairtweets.com, werden die freien Zeichen mit einer Werbung für Fair Trade aufgefüllt. Wer nicht für jeden Tweet die Website besuchen möchte, kann sich die App auch als Browser-Extension für Firefox und Google Chrome installieren.
Quellen:
http://www.adverblog.com
http://www.fairtweets.com (Screenshot)
http://www.hubspot.com (Grafik)
Tags: Ben & Jerry's, Fair Trade, Fair Tweets, twitter - Gepostet von Rafael Buchegger























Finde ich ne klasse Idee
Und für Fairtrade kann man auch ohne Bedenken quasi mitwerben