US-Studie: Erfolgreiche Facebook-Updates sind kurz, verwenden keine URL-Shortener und erscheinen zum richtigen Zeitpunkt.

Was zeichnet gute Facebook-Posts aus? Wann werden sie besonders häufig kommentiert und wann fahren sie viele „Likes“ ein? Antworten auf Fragen wie diese liefert „Strategies for Effective Facebook Wall Posts: A Statistical Review“ – ein soeben erschienener Bericht der US-amerikanischen Social-Media-Agentur Buddy Media. In einem Zeitraum von zwei Wochen hat Buddy Media dafür die Daten von 200 ihrer Kunden-Facebookseiten gesammelt. Die statistische Auswertung liefert eine Menge spannender Details über die Wirksamkeit von Facebook-Statusupdates – und offenbart auch die eine oder andere Überraschung.
Die zentrale Botschaft der Untersuchung lautet: Ob ein Facebook-Post viele Reaktionen mit sich bringt oder nicht, hängt erheblich vom Zeitpunkt des Erscheinens ab. Demnach gibt es im Laufe eines Tages drei Peaks: In den frühen Morgenstunden (7 Uhr früh), am späten Nachmittag (17 Uhr) und in der Nacht (23 Uhr). Dass sich Facebook-User vor allem während der Arbeitszeit ihrer Pinnwand widmen, erweist sich hingegen als Mythos: Von 8 bis 16 Uhr ist das Engagement eher schwach ausgeprägt.
Natürlich hängt dies aber auch stark vom Wochentag ab. Während am Donnerstag und Freitag um 18 Prozent mehr Engagement als an anderen Tagen generiert wird, schneidet der Samstag diesbezüglich besonders schwach ab. Montags, dienstags und mittwochs fallen die Reaktionen eher mäßig aus; deutlich mehr ist am Sonntag los. Allerdings zeigen sich auch von Branche zu Branche deutliche Unterschiede: Während sich etwa Autohersteller und Kleinhändler am Sonntag über besonders viel User-Engagement auf Facebook freuen dürfen, sind Business- und Finanzdienstleister mit Posts in der Wochenmitte am besten beraten.
Doch der Zeitpunkt ist nicht alles. So spielt auch die Länge von Facebook-Posts eine bemerkenswert große Rolle. Dass Posts im optimalen Fall eher kurz sein sollten, wird niemanden weiter überraschen. Erstaunlich ist aber, wie kurz: Posts mit weniger als 80 Zeichen bringen ein um 27 Prozent höheres Engagement mit sich als Posts, die darüber liegen. Umgekehrt verhält es sich hingegen mit der URL-Länge von Links: „Die Engagement-Raten sind bei Posts mit ausgeschriebener URL drei Mal höher als bei solchen mit URL-Shortenern“, so Buddy Media. Offenbar schreckt die Ungewissheit über das Verlinkungsziel, die tinyurl.com, ow.ly und Co. nun einmal mit sich bringen, mehr ab als bislang gedacht.
Freilich machen nicht nur formale Aspekte wie der Zeitpunkt oder die URL-Länge einen erfolgreichen Post aus, sondern auch der Inhalt. Doch wie die Auswertung der Daten ergab, ist Facebook nicht gerade der Ort, wo große poetische Virtuosität gefragt ist. Am meisten Engagement erhalten Marken mit direkten Aufforderungen. Wer viele „Likes“ bekommen möchte, sollte es einfach bloß sagen: Die meisten „Likes“ erhielten während des Beobachtungszeitraums Posts, die Wörter wie „like“, „take“, „submit“, „watch“, „post“ oder „check“ enthalten. Am meisten Kommentare erhielten Posts mit Aufforderungen wie „post“, „comment“ oder „tell us“.
Der gesamte Bericht kann übrigens hier gratis heruntergeladen werden (Registrierung notwendig). Einschränkend erwähnt werden muss allerdings, dass wohl nicht alle Ergebnisse verallgemeinert werden können. So ist es etwa fraglich, ob die Facebook-Nutzungsgewohnheiten und -zeiten von US-Amerikanern eins zu eins auf Mitteleuropäer übertragen werden können. Zudem lag der Beobachtungszeitraum der Untersuchung mitten im Winter (30. Januar bis 12. Februar). Gut möglich, dass das ziemlich hohe sonntägliche Engagement-Niveau in den Sommermonaten Fahrradtouren und Grillabenden weichen muss.
Quellen:
http://www.buddymedia.com
http://mashable.com
Tags: Engagement, facebook, studie - Gepostet von Rafael Buchegger






















