König Fußball regiert die Medienlandschaft

Sie ist im Anrollen – nein – sie ist schon lange da! Die Rede ist von der Werbekampagnenflut hinsichtlich der Fußball Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika. 16 Tage zählt der Countdown bis zum offiziellen Ankick der ersten Weltmeisterschaft in einem afrikanischen Staat. Und wieder einmal scheint die Medienlandschaft im Vorfeld nur ein Thema zu kennen. Willkommen in der Werbewelt von König Fußball.

Fußball und Werbekampagnen sind bereits so stark miteinander verwoben, dass die klassische TV Werbungen im Vorfeld eines Fußballgroßereignisses zum Programm gehören. Sie heizen die Stimmung an, bauen den Spannungsbogen, Tage, Wochen und Monate vor dem Ereignis auf und tragen zur Einstimmung auf ein Großevent statt. Im Fall der Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika wurden die ersten Werbekampagnen schon 2008 im Zuge des Confederations Cups veröffentlicht. So richtig spannend wird es aber nun, knapp 2 Wochen vor offiziellem Beginn. Offizielle Sponsoren wie Coca Cola haben einen gewissen Druck, müssen Sie sich gegen Konkurrenten durchsetzen, die natürlich auch nicht schlafen. Wichtigstes Instrument aller Kampagnen sind Fußballer oder starker Fußballbezug. So zum Beispiel bei Pepsi’s Bodypainting-Kampagne. Farben sind in den Fußballstadien ein Kernelement der Identifikation der Fans mit der sympathisierten Mannschaft. Der Fußballkontinent Afrika und seine Fußballvolk ist für das prächtige Farbenspiel in den Stadien bereits vor dieser WM bekannt gewesen. Pepsi launchte nun einer Bodypainting-Kampagne, in dem auch zahlreiche Stars vorkommen.

Für einen “roten Faden” im WM-Marketing Mix von Pepsi sorgt das Engagement von Akon, der die Pepsi-Hymne “Oh Africa” performt. Diese inszenierte Hymne (dies ist keine offizielle WM Hymne) zieht sich durch alle Pepsi Werbungen und sorgt dafür, dass der Konkurrent Coca Cola bereits mächtig Aufholbedarf hat.

An dieser Stelle hört man dann oftmals ein genervtes Aufbäumen der Fußballrandgruppe Frau. Das Frauen jedoch sehr wohl zur Zielgruppe der WM und Werbetreibenden gehören, beweist Jillz, Getränkehersteller in den Niederlanden, das sich gegen das Verbot ausspricht, wonach Spieler ihr Trikot (beim Torjubel bspw.) nicht ausziehen dürfen.

Nach dem Motto “Jillz loves football” liebt Jillz auch Frauen und versucht mit diesem Spot auch die “oft vergessene Zielgruppe” zu erreichen. Ob es den Niederländern allerdings gelingen wird, die Fußballregelwelt zu revolutionieren und das “Trikotverbot” umzustoßen, bleibt abzuwarten. Jedoch haben sie ihren Beitrag geleistet um im Vorfeld der WM auch in der Frauenwelt Fußballstimmung zu erzeugen.

Ein mittelgroßes Erdbeben ist durch die Medienlandschaft gegangen, als Nike mit seinem Spot “write the future” im Rahmen des Champions League-Finales vergangenen Sonntag eine Bombe losgelassen hat. Kernaussage der Kampagne: Jedes Tackling, jede Ballberührung, jeder Schuss kann bei einem solchen Event wie der Weltmeisterschaft Geschichten, Legenden und Helden hervorbringen. Der Sport lebt von der Faszination des Moments. Jeder kann Geschichte schreiben:

Dies ist aber nur der Beginn einer riesigen Fußballkampagne. Nike läd alle Fans und Fußballer ein, sich mit Videos, wie sie Geschichte schreiben (wollen), vorzustellen und womöglich in der Nike Academy gescoutet zu werden. In einem Atemzug mit Nike und Coca Cola muss aber auch Heineken genannt werden, das mittlerweile wahrscheinlich Top of Mind unter den Sponsoren großer Fußballevents ist. Heineken möchte mit einer interessant angelegten Werbekampagne das Fanverhalten verändern. Traditionell werden in Südafrika unter den Fans ja so genannte Vuvuzelas, trompetenähnliche Instrumente zur Verbreitung von Stimmung in den Stadien, verwendet. Dies hat sich Heineken als Vorbild genommen um nun ein Gadget für den europäischen Fußballanhänger entworfen, das Pletterpet:

Auf diese Werbung sollen die Reaktionen der übrigen Fußballnationen um WM-Teilnehmer Niederlande folgen. Die (etwas dürre) deutsche Antwort sieht demnach so aus. Im Zuge dieser Kampagne soll in weiterer Folge ein nicht existierender Kampf zwischen den Nationen um die besten Fangadget geschaffen werden, in der Hoffnung, ein zusätzliches Incentive für den Heineken- und Fußballfan zu schaffen.

Wenn man den Fernseher also einschaltet, scheint es, als ob sich wirklich jede zweite Werbung nur mehr mit Fußball oder der WM zu drehen scheint. Fußball ist heutzutage kurz vor der Weltmeisterschaft in Südafrika also quasi omnipräsent. Wir verbeugen uns daher vor König Fußball und genießen, was noch auf uns zu kommen wird.

Quellen:
football-marketing
Adverblog
finanzen.net
adverblog
viralblog

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Tags: , , , , , , , , , - Gepostet von Tom Moschig

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