Bislang bot die Formel 1 ihren Fans im Netz wenig Spannendes. Doch nun hat auch der millionenschwere Rennzirkus das social Web für sich entdeckt. Erste spannende Beispiele gibt es bereits.
Die Formel 1 ist der Inbegriff für Hochtechnologie, Innovation, Werbung und rasende Geschwindigkeiten. Alles andere als rasend schnell waren die Formel-1-Teams jedoch bei der Erschließung von Social Media. So findet etwa Brett Volker, Marken-Chef von Virgin Racing, dass die Formel 1 in der effektiven Gewinnung von Fans hinter andere Sportarten zurückgefallen ist. Manche Webseiten der Teams sind statisch und wirken mehr wie bunte Schaufenster; die Qualität des gebotenen Contents variiert.
Virgin versucht nun, im Web neue Fans anzuwerben. So gibt es etwa auf der Homepage des noch jungen Teams eine Rubrik namens „get involved“, wo die Fans unter anderem aufgerufen wurden, bei der Namensgebung der neuen Autos mitzuwirken. Per E-Mail und Twitter trudelten trausende Vorschläge ein, „von Songtitel bis hin zu Wortspielen und viel dazwischen“. Nun will man den Fahrern die Chance geben sich alle Namen durchzusehen. Dem Gewinner winkt signiertes Merchandising sowie natürlich die Genugtuung, den eigenkreierten Namen eine Saison lang auf den Rennstrecken herumkurven zu sehen. Natürlich verfügt Virgin neben einem Twitter-Account auch über eine Facebook-Seite. In seinem YouTube-Kanal präsentiert der Rennstall exklusiven Content über das Team und die Fahrer:
Immerhin sind mittlerweile fast alle Teams auf Facebook und Twitter vertreten. Am meisten Twitter-Followers zählt derzeit Mercedes (derzeit 32.413). Angesichts der Millionen, die Konzerne in den Formel-1-Sport buttern, sehen die Zahlen allerdings noch etwas mager aus:

Auf der Rennstrecke muss er meist zurückstecken, auf Twitter hingegen ist er ein As: Regelmäßig meldet sich Rubens Barichello auf Twitter, plaudert dort mit Fans und kann damit knapp 353.000 User begeistern – und das, obwohl er nicht in Englisch, sondern in seiner Muttersprache Portugiesisch zwitschert. Damit liegt Barichello weit vor Weltmeister Jenson Button (71.243 Followers) oder gar Nick Heidfeld (2.280 Followers). Generell gilt wohl: Je früher das Social-Media-Engagement, je persönlicher und engagierter der Content, desto größer auch die Zahl der Fans.
Allerdings scheinen die Formel-1-Teams das Potenzial des Webs nun erkannt zu haben. So bekommen Besucher von www.williamsf1.com in hochprofessionell gestalteten Videos die Rennstrecken von Christian Danner erklärt, es gibt Interviews mit den Fahrern, ein Team-Blog und sogar einen eigenen Podcast. Blogs und Videos gibt es auch bei Red Bull Racing , wo man sich außerdem noch als „Member“ registrieren lassen kann. Ein besonderes Schmankerl bietet McLaren: Das Team überträgt an Rennwochenenden live die Telemetrie-Daten ihrer Autos (worüber sich wohl auch die Konkurrenz besonders freuen dürfte).
Fazit: Lange Zeit scheint die Formel 1 geschlafen zu haben. Doch sich dem social Web weiter zu verstellen, scheint anno 2010 nun auch für das Millionenbusiness nicht mehr möglich zu sein. Fans dürfen gespannt sein, was dem Rennzirkus noch alles einfallen wird!
Quellen:
http://www.viralblog.com
http://www.telegraph.co.uk
http://www.virginracing.com
http://mclaren.com
http://twitter.com
Tags: Formel 1, social media, twitter - Gepostet von Rafael Buchegger

























