Facebook zieht an der Konkurrenz vorbei

Die Social Media Landschaft in Deutschland ist bekanntermaßen ein besonderer Fall und bietet viel “Platz” für nationale Netzwerke. Unsere Nachbarn laufen damit dem Trend entgegen, demnach gerade die großen internationalen Social Communities kontinuierlich bei den Userzahlen und den monatlichen Zugriffen zulegen. Galten bislang Social Networks wie lokalisten.de, wer-kennt-wen.de und die VZ-Netzwerke als die beliebtesten ihrer Art, zieht Facebook nun aber auch in Deutschland allmählich an der Konkurrenz vorbei – eine Entwicklung, die sich abzeichnete?

Um diese Frage zu klären, hat Meedia.de einen Langzeit-Vergleich der 25 größten Social Networks Deutschlands auf Basis von Google Ad Planner Daten erstellt. Gegenübergestellt wurden dabei die Unique-Visitors-Zahlen von Februar 2009 und Februar 2010. Waren vor einem Jahr die beiden VZ-Netzwerke SchülerVZ und StudiVZ an der Spitze der Charts, zählen diese heuer gemeinsam mit MySpace zu den großen Verlieren – alle drei stürzten im Ranking um 30 bis 40 Prozent ab. Facebook konnte in Deutschland innerhalb von 12 Monaten einen rasanten Zuwachs (+182,6 Prozent) verzeichnen und ist mit 13 Millionen Unique Visitors pro Monat klare Nummer 1. Zum Vergleich: Das zweitgrößte Social Network wer-kennt-wen.de hat aktuell 6,8 Millionen Visitors und konnte somit ebenfalls zulegen, wenn auch “nur” um 700.000 Unique Visitors (+11 Prozent). Den größten Sprung nach vorne machte Twitter – von Platz 25 auf Platz 9. Der beliebte Microblogging-Dienst kannte seine Nutzerzahlen in Deutschland beinahe vervierfachen.

Da die monatlichen Zugriffen auf die 25 Social Networks insgesamt um nur 6,3 Prozent gestiegen sind, zeigt sich somit deutlich, dass das absolute Wachstum von Facebook (+8,4 Millionen Unique Visitors) zum Großteil auf Kosten der Konkurrenz möglich wurde. Dennoch gibt es auch neben Facebook noch genügend Platz für weitere Netzwerke, insbesondere für solche, die bestimmte Zielgruppen und Nischen ansprechen, wie die beiden Business-Netzwerke Xing und LinkedIn, die beide deutlich zulegen konnten.

Auffällig ist, dass im aktuellen Langzeit-Vergleich derzeit noch ein großer Trend-Bereich fehlt: Jener der Location-based Services. Kein Wunder, Foursquare feierte erst vor ein paar Tagen seinen 1. Geburtstag. Zusätzlich kommt bei Gowalla, Foursquare & Co. hinzu, dass diese hauptsächlich über Smartphone-Applikationen genutzt werden und die Online-Plattform – ähnlich wie bei Twitter.com – nur von einem Teil der Nutzer regelmäßig genutzt wird. Dennoch wird es sehr spannend, wie sich in diesem Bereich die Nutzerzahlen entwickeln, Twitter hat ja bereits eindrucksvoll vorgezeigt, welches rasante Wachstum auch in Deutschland möglich ist.

googleadplanner_d_201002

Grafik/Quelle:
meedia.de

Tags: , , , - Gepostet von Florian Figl





Add a comment (without Facebook Log In)